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Zwiebel - Allii cepae bulbus

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Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 20.09.2018
Zwiebel - Allii cepae bulbus

Die Zwiebel als Arzneipflanze

Der medizinische Wirkstoff der Zwiebel, Heilpflanze des Jahres 2015, ist ihre unterirdisch wachsende Zwiebel. In ihr vereint sich ein reicher Mix aus wertvollen Inhaltsstoffen, die nicht nur der bekannte Tränenreizeffekt zu eigen ist – sondern sich auch sehr positiv auf die Gesundheit auswirken können. Dies nachweislich vor allem bei schwächelndem Appetit. Auch ihre Fähigkeit, die Blutplättchen (Thrombozyten) vor dem Verklumpen zu schützen und ihr Einsatz zur Vorbeugung von Gefäßerkrankungen wie Arteriosklerose machen die Zwiebel zu einer wertvollen Heilpflanze. Seit jeher wird ihr zudem eine Wirkung gegen Husten und Asthma nachgesagt. In der Wissenschaft ist diese Indikation allerdings noch nicht vollständig anerkannt.

Auf einen Blick:

Zwiebel

  • wirkt: gegen Bakterien, blutfettsenkend, blutdrucksenkend, hemmend auf das Verklumpen von Blutplättchen und gegen Asthma
  • kann eingesetzt werden bei: Appetitlosigkeit und zur Vorbeugung von Gefäßerkrankungen

Inhaltsstoffe der Zwiebel

Vor allem die schwefelhaltigen Aminosäuren in der Zwiebel zeichnen sich für ihre Wirkpotentiale verantwortlich. Hier sind die Alliine, die zu der Gruppe der Thiosulfinate gehören, und andere Sulfinate von herausragender Bedeutung. Sie schützen beispielsweise vor Gefäßverkalkung (Arteriosklerose), wirken antibakteriell und sorgen für gute Blutfettwerte und einen ausgeglichenen Blutdruck.

Aber die Alliine haben noch eine weitere, meist unbeliebte Wirkung: Beim zerschneiden von frischen oder leicht gegarten Zwiebeln kommt es durch die Umwandlung von Enzymen der Zwiebel, die auf Feuchtigkeit reagieren, zur Veränderung des Alliins. Es wandelt seine chemische Struktur und geht in sogenannte Lauchöle über, beispielsweise in Thiopropanal-S-oxid. Dieser Stoff ist es, der letztlich die Tränendrüsen aktiviert.

Wirkung bei Appetitlosigkeit und Arteriosklerose

Lebensmittel und Medizin in einem

Die Küchenzwiebel, die auch medizinisch verwendet wird, ist seit Jahrhunderten in der Küche zuhause. Sie wirkt nachweislich gegen Appetitlosigkeit – ein Effekt, der wahrscheinlich auf ihre antibakterielle Wirkung zurückgeht und daher bei Magen-Darmbeschwerden greift. Besser untersucht ist indes die Wirkung der Zwiebel bei Bluthochdruck, erhöhten Blutfettwerten und bei zu schnellem Verklumpen der Blutplättchen (Thrombozytenaggregation). Bei Bluthochdruck und erhöhten Blutfettwerten sind es vor allem die Alliine, die einen positiven Effekt entfalten können.

Alliin kann die Fließeigenschaften des Blutes verbessern und gleichzeitig schädliche Ablagerungen in den Gefäßwänden vermindern. Darüber hinaus besitzt Alliin antioxidative Eigenschaften und kann darum Gefäßschäden vorbeugen. Für die Hemmung der Verklumpung der Blutplättchen, die unter anderem zur Vorbeugung eines Herzinfarkts von Bedeutung ist, sind sogenannte Sulfinate (Dimethyl- und Diphenylthiosulfinat) verantwortlich. Bei der Blutgerinnung hemmen sie ein Enzym, das Entzündungen verursacht (5-Lipoxygenase) und den sogenannten Platelet-activating factor (PAF). Dadurch gerinnt das Blut langsamer und die Gefahr einer Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) kann sinken.

Seit Langem ist bekannt, dass die Zwiebel als Heilpflanze nachweislich einen positiven Effekt bei Asthma bronchiale und auf Atemwegserkrankungen hat. Trotzdem wird diese Wirkung bis heute der Volksmedizin zugeordnet. Die schwefelhaltigen Inhaltsstoffe der Zwiebel, die Alliine, wirken erwiesenermaßen gegen allergische Reaktionen (antiallergisch) und gegen Asthma (antiasthmatisch). Die Extrakte der Zwiebel können die gefürchtete Verengung der Bronchien, die durch allergische Substanzen ausgelöst werden, verhindern. Fertigarzneimittel mit Zwiebel gibt es derzeit noch nicht. Zwar können Zwiebelpresssäfte auch selber hergestellt werden. Dabei ist jedoch zu beachten, dass weder die chemische Zusammensetzung, noch ein ausreichender Wirkstoffgehalt garantiert werden kann.

Zwiebel

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Darreichungsform und Dosierung der Zwiebel

Die Zwiebel kann sowohl innerlich als auch äußerlich angewendet werden. In vielen Fällen kann sie eine wirksame Alternative zur Schulmedizin darstellen.

Zwiebelsirup

Zum Lösen von Schleim bei Bronchialerkrankungen hat sich vor allem ein Zwiebelsirup bewährt. Hacken Sie hierzu eine Zwiebel in kleine Stücke und kochen sie diese mit 1 Tasse (150 ml) Wasser auf. Nehmen Sie den Topf anschließend vom Herd und lassen die Mischung leicht abkühlen. Geben Sie dann 2 Esslöffel Honig oder Zucker hinzu und gießen die Mischung nach einer ½ Stunde durch ein Sieb.

Dosierung

Trinken Sie mehrmals täglich einen Teelöffel Zwiebelsirup, bis die Beschwerden nachlassen.

Zwiebelhonig

Ebenfalls zum Lösen von Bronchialschleim kann alternativ zum Zwiebelsirup Zwiebelhonig verwendet werden. Schneiden Sie hierzu eine Zwiebel in kleine Stücke und vermengen diese mit der gleichen Menge Honig. Rühren Sie die Mischung um, und lassen sie für ein paar Stunden stehen, bis sich der Zwiebelsaft herausgelöst hat.

Dosierung

Nehmen Sie den Saft von dem Zwiebelhonig ab und trinken mehrere Teelöffel Zwiebelhonig täglich, bis sich der Schleim gelöst hat.

Zwiebelauflage

Vor allem bei Erkältungen, die bei Kindern Ohrenschmerzen auslösen, können warme Zwiebelauflagen Linderung verschaffen. Schneiden Sie hierzu eine ganze Zwiebel in grobe Scheiben und wickeln die Scheiben ein Küchenpapier (Zellstoff). Anschließend geben Sie das Zwiebelpäckchen in eine Plastiktüte oder Sie ziehen sich Einweghandschuhe an, damit sich der Geruch nicht an Haut und Textilien festsetzen kann. Erwärmen Sie dieses Päckchen nun über Wasserdampf, bis die Zwiebel weich wird. Anschließend drücken Sie auf das Zwiebelpäckchen und pressen den Zwiebelsaft heraus. Die Zwiebel wird nun aus der Tüte genommen und mit dem Zellstoff auf das schmerzende Ohr gelegt und mit einem Schal oder einem Stirnband befestigt. Die Auflage wird so lange auf dem Ohr gelassen, wie es angenehm ist.

Dosierung

Wenden Sie die Zwiebelkompresse bei Bedarf mehrmals täglich an.

Zwiebelpresssaft

Bei Bronchialerkrankungen und bei Hautbeschwerden wie Insektenstichen und Furunkeln wird in der Volksmedizin der Zwiebelpresssaft angewandt. Gehen Sie dabei wie bei der Herstellung der Zwiebelauflage vor und fangen den Zwiebelsaft auf.

Dosierung

Trinken Sie bei Asthma mehrmals täglich mehrere Teelöffel des Zwiebelpresssaftes. Bei Insektenstichen und Furunkeln bestreichen Sie die betroffenen Stellen bitte dünn mit dem Saft.

Zwiebel

Risiken und Nebenwirkungen

Bitte beachten Sie: Risiken und Nebenwirkungen sind bei der Anwendung von bestimmungsgemäßen Dosen (täglich 50 g frische oder 20 g getrocknete Zwiebel) der Zwiebel nicht bekannt. Bei dem Verzehr von großen Mengen kann es jedoch zu Magenschmerzen und Blähungen kommen. Bei äußerem Gebrauch treten zudem in seltenen Fällen allergische Hautreaktionen wie Juckreiz und Pusteln auf. Bitte dosieren Sie die Präparate wie in der Packungsbeilage angegeben bzw. wenden Sie die Dosierung an, die Ihr behandelnder Arzt verordnet hat.

Fertigarzneimittel

Zwiebeln sind als Fertigarzneimittel derzeit nicht erhältlich. Zwiebel-Extrakte finden in Nahrungsergänzungsmitteln Verwendung, Zwiebel ist als Zwiebelsaft erhältlich.

Zwiebeln wirken bei innerlicher Einnahme nachweislich bei Appetitlosigkeit und zur Vorbeugung altersbedingter Gefäßveränderungen. Diese Effekte gehen auf die schwefelhaltigen Aminosäuren in der Zwiebel zurück. Zu erwarten ist auch eine Abnahme der Beschwerden bei Asthma und Atemwegerkrankungen. Diese Wirkung wurde jedoch noch nicht vollständig bestätigt.

In der Volksheilkunde wird die Zwiebel innerlich bei Atemwegerkrankungen, Mandelentzündung, Produktion des Gallensaftes, bei Verdauungsbeschwerden und Blähungen sowie bei Schmerzen eingesetzt.
Äußerlich findet die Zwiebel bei Insektenstichen, Wunden, Furunkeln, Warzen, leichten Verbrennungen und bei Blutergüssen Einsatz.

Quellen:
  • Au F: Hausrezepte gegen alle Krankheiten. München 1994
  • Augustin M, Schmiedel V: Leitfaden Naturheilkunde. 4. Auflage, Stuttgart 2003
  • Jänicke CJ, Grünwald J, Brendler T: Handbuch Phytotherapie. Stuttgart 2003
  • Laux HE, Laux H, Tode A: Gewürzpflanzen. Stuttgart 1993
  • Schilcher H, Kammerer S, Wegener T: Leitfaden Phytotherapie. München & Jena 2010

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.

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