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Zistrosenkraut – Cisti incani herba

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Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 30.01.2016
Zistrosenkraut – Cisti incani herba

Neue Wunderwaffe gegen Grippeerreger und Gifte?

Der medizinische Wirkstoff der Zistrose ist ihr Kraut. Es besteht aus den oberirdischen Bestandteilen der Pflanze und wird während der Blütezeit geerntet. In Anlehnung an den botanischen Namen der Zistrose – Cistus incanus – findet sich zuweilen auch folgende Schreibweise des Wirkstoffs: Cistrosenkraut. Die Zistrose wird in Deutschland erst seit relativ kurzer Zeit als Heilpflanze gebraucht und ist mittlerweile als Medizinprodukt in der Apotheke erhältlich.

Der Zistrose werden antivirale und antibakterielle Wirkungen nachgesagt. Das bedeutet, sie soll die Vermehrung von Viren hemmen oder verhindern können und darüber hinaus die Vermehrungsfähigkeit von Bakterien reduzieren oder sie abtöten. Ihr Kraut ist als medizinischer Wirkstoff daher eine wahrscheinlich gute Alternative, wenn es um die Vorbeugung oder unterstützende Behandlung von Erkältungskrankheiten geht, insbesondere von Virusinfektionen.

Außerdem soll die Zistrose bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum hilfreich sein, aber auch gegen Juckreiz bei Ekzemen oder Neurodermitis. Außerdem verfügt sie über die seltene Wirkung zur Ausleitung von Schwermetallen aus dem Körper, welche die Zistrose zu einer ganz besonderen Pflanze macht.

Zistrosenkraut auf einen Blick:
  • Wirkt: hemmend auf die Vermehrung von Viren und Bakterien, schwermetallausleitend, antientzündlich
  • Kann eingesetzt werden: zur Vorbeugung vor Erkältungskrankheiten, bei Mund- und Rachenentzündungen, zur Ausleitung von Schwermetallen

Medizinische Wirkungen und Inhaltsstoffe von Zistrosenkraut

Die Wirkungen des Zistrosenkrauts wurden in der Pflanzenforschung über die letzten Jahre intensiv untersucht, nicht zuletzt aufgrund von immer aggressiver werdenden Erkältungs- und Grippewellen. Medizinisch besonders interessant sind die Polyphenole, die reichlich in der Pflanze enthalten sind. Polyphenole sind eine Stoffgruppe mit, vereinfacht ausgedrückt, schützenden Wirkungen auf die Körperzellen. In dieser Gruppe sind es vor allem Flavonoide und Gerbstoffe, die das Zistrosenkraut mit der Fähigkeit ausstatten, gegen Viren wirken zu können. Diese werden daran gehindert, an Zellen anzudocken und in sie einzudringen. Da Viren zur Vermehrung auf Zellen angewiesen sind, werden sie von der Zistrose sozusagen deaktiviert. Besonders erfolgsversprechend scheint die Therapie mit der Pflanze, wenn die Zistrosenkraut-Auszüge vorbeugend, also prophylaktisch angewendet werden.

Vorbeugende Wirkung bei Erkältungskrankheiten und Grippe

Hemmende Wirkung auf die Vermehrung von Viren und Bakterien

Die Suche nach effektiven pflanzlichen Wirkstoffen gegen Erkältungskrankheiten und Grippe beschäftigtt bereits ganze Generationen von Forschern. Mit dem Zistrosenkraut scheinen sie auf der richtigen Spur zu sein.

Die Pflanze ist, wie oben angesprochen, reich an wertvollen Polyphenolen. Diese Inhaltsstoffgruppe kommt auch in anderen Pflanzen vor, wie z.B. im Granatapfel oder in der Aroniabeere. Die Wirkung dieser Substanzen ist jedoch in der Zistrose auf besondere Art ausgeprägt.

Dringen Viren in den Körper ein, so suchen sich die Erreger zunächst Zellen, an denen sie sich andocken können um im nächsten Schritt in sie einzufallen. Anschließend kann sich der Virus durch die befallende Zelle (Wirt) vermehren.

Die wirksamen Inhaltsstoffe der Zistrose können diesen Vorgang hemmen oder gar verhindern, wenn sie rechtzeitig vor einer drohenden Erkältungswelle prophylaktisch eingesetzt oder spätestens 48 Stunden nach dem Auftreten erster Symptome eingenommen werden. Die Polyphenole sollen das Andocken von Viren wie z.B. Influenzaviren an den Schleimhautzellen in den Atemwegen blockieren, indem sie den Virus umschließen. Folglich kann der Virus in keine Zelle eindringen.

Haben die Viren jedoch bereits viele Zellen befallen und sich vermehrt, kann die Zistrose allenfalls das Fortschreiten der Krankheit hemmen. Ihr Wirkstoff soll gegen saisonale Grippe und auch gegen Vogel- und Schweingrippe effektiv sein.

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Ausleitung von Schwermetallen

Entgiftende Wirkung bei angehäuften Schwermetallen

Gelangen Schwermetalle wie Kadmium in den Magen-Darmtrakt, sollen die Polyphenole der Zistrose diese Stoffe erkennen können und sie umschließen. Durch diesen Vorgang gelangen die schädlichen Substanzen nicht in den Blutkreislauf und damit nicht in andere Organe. Stattdessen werden sie einfach ausgeschieden.

Interessanterweise werden andere mineralische Verbindungen, die für den Körper nützlich sind, wie z.B. Eisen, nicht von den Polyphenolen gebunden und deaktiviert. 

 

Hausmittel mit Zistrosenkraut

Zistrosentee
Zur Vorbeugung von Erkältungskrankheiten, Entzündungen im Mund- und Rachenraum sowie zur Ausleitung von Schwermetallen, kann eine Teezubereitung aus Zistrosenkraut eine wertvolle Unterstützung sein.
Rezept
 

Zistrosenkraut

Risiken und Nebenwirkungen

Bitte beachten Sie: Risiken und Nebenwirkungen sind bei der Anwendung von bestimmungsgemäßen Dosen (Tee: ca. 3 bis 6 g) nicht bekannt.

Bitte dosieren Sie die Präparate wie in der Packungsbeilage angegeben bzw. wenden Sie die Dosierung an, die Ihr behandelnder Arzt verordnet hat.

Fertigarzneimittel

Extrakte aus Zistrosenkraut sind bislang noch nicht als standardisiertes Fertigarzneimittel erhältlich. Sie erhalten das getrocknete Kraut in der Apotheke. Der Wirkstoff ist alternativ als Medizinprodukt in Form von Tabletten oder Lutschtabletten verfügbar.

Zistrosenkraut soll über antivirale, antibakterielle und antientzündliche Eigenschaften verfügen und zusätzlich schwermetallausleitend wirken. Der Wirkstoff kann daher zur Vorbeugung von Erkältungskrankheiten, bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum sowie zur Ausleitung von angehäuften Schwermetallen aus dem Magen-Darmtrakt eingesetzt werden.

In der Heimat der Zistrose rund um das Mittelmeer wird der Wirkstoff in der Volksmedizin bei Augenkrankheiten, Infektionen, Husten und als Blutstiller eingesetzt.

Quellen:
  • Droebner K, Ehrhardt C, Poetter A, Ludwig S, Planz O: Cystus052, a polyphnol-richt plant extract, exerts anti-influenza virus activity in mice. In: Antiviral Res.2007; 76(1):1-10
  • Kalus U, Grigorov A, Kadecki O, Jansen JP, Kiesewetter H, Radtke H: Cistus incanus (CYSTUS052) for treating patients with infection of the upper respiratory tract. A prospective, randomised, placebo-controlled clinical study. In: Antiviral Res. 2009; 84(3):267-71

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.

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Die Angaben sind ausschließlich zu Informations­zwecken bestimmt und stellen keine Kauf- oder Anwendungs­empfehlung dar. Diese Informationen ersetzen auch nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.

News zu Zistrose – Cistus incanus

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Studien zu Zistrose – Cistus incanus

Studientitel
Effects of Cistus laurifolius L. flowers on gastric and duodenal lesions (und weitere 1 Studie)
Jahr
1997, 1994
Kurzinfo
Die Zistrose ist nicht nur für ihre hervorragenden Effekte bei Erkältungen bekannt, sondern wird auch bei Beschwerden in der Magen- oder Darmgegend eingesetzt. Egal, ob bei Magengeschwüren oder Darmkrämpfen,  Mehr...die traditionelle Naturheilkunde spricht der Zistrose hier eine lindernde und heilende Wirkung zu. Eine Reihe von Wissenschaftlern interessierte sich für eben diese Effekte und ging den Empfehlungen der Phytotherapie in mehreren Studien auf den Grund.
Studientitel
Cytotoxic and anti-inflammatory activity of labdane and cis-clerodane type diterpenes
Jahr
2001
Kurzinfo
Verschiedene Forschergruppen beschäftigen sich mit den über Generationen beobachteten Effekten, und versuchen den Vorgängen im Körper mit Hilfe von Experimenten auf den Grund zu gehen. Eben weil die  Mehr...Zistrose bei Entzündungen verschiedener Art helfen soll, untersuchte eine Gruppe jetzt, ob der Extrakt der Heilpflanze auch bei Entzündungen der Haut seine wohltuende Wirkung entfalten kann.
Studientitel
CYSTUS052, a polyphenol-rich plant extract, exerts anti-influenza virus activity in mice (und weitere 1 Studie)
Jahr
2007, 2007
Kurzinfo
Zu dem hauptsächlichen Anwendungsgebiet der Zistrose gehört die Therapie von Infekten. Schon seit Jahrhunderten bekämpfen die Menschen Erkältungen mit der Zistrose als traditionelles Heilmittel. Dabei  Mehr...hervorzuheben, ist besonders die Behandlung der gewöhnlichen Grippe, die durch sogenannte Influenza-Viren ausgelöst wird und die oberen Atemwege befällt.
Studientitel
Effect of CYSTUS052 and green tea on subjective symptoms in patients with infection of the upper respiratory tract
Jahr
2009
Kurzinfo
Die jahrhundertlange Geschichte der Zistrose als Naturheilmittel demonstriert, dass sie nicht nur bei Grippeerkrankungen (Studie Wirkung des Zistrosenkraut-Extrakts bei Grippe) wirksam ist, sondern auch  Mehr...bei einer gewöhnlichen Erkältung ihre Heilkraft entfalten kann. Genau dieser eher unbestimmte Einfluss auf Erkältungen sollte das Thema von zwei weiteren aus Deutschland stammenden Studien sein.
Studientitel
Antihypertensive and endothelium-dependent vasodilator effects of aqueous extract of Cistus ladaniferus (und weitere 1 Studie)
Jahr
2009, 2006
Kurzinfo
Um der Zistrose auf den Grund zu gehen, haben bereits mehrere Arbeitsgruppen versucht, mit Experimenten die tatsächliche Wirkung und die Vorgänge im Körper nachzuweisen. Zwei im Mittelmeerraum ansässige  Mehr...Arbeitsgruppen wollten nun wissen, ob die Zistrose bei der Behandlung von Bauchkrämpfen wirklich so wirksam ist, wie es in der Naturheilkunde überliefert wird.
Studientitel
Design and development of liposomes incorporating a bioactive labdane-type diterpene. In vitro growth inhibiting and cytotoxic activity against human cancer cell lines (und weitere 1 Studie)
Jahr
2006, 2006
Kurzinfo
Kann die Zistrose helfen, wenn es um eine der gefürchtetsten Erkrankungen in der Medizin geht? Krebs, seit Jahren eine der Haupttodesursachen in Deutschland, wird von der Wissenschaft weiterhin unermüdlich  Mehr...erforscht, immer auf der Suche nach neuen Möglichkeiten, die Erkrankung zu bekämpfen. Zwei griechische Arbeitsgruppen befassten sich nun mit der spannenden Frage, ob die Zistrose vielleicht auch hier ihre Wirkung entfalten kann.
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