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Wolfstrappkraut - Lycopi herba

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Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 13.03.2017
Wolfstrappkraut - Lycopi herba

Unscheinbare Pflanze mit großer Wirkung auf die Schilddrüse und bei Schmerzen in den Milchdrüsen

Der medizinische Wirkstoff des Wolfstrapp ist sein Kraut. Wolfstrappkraut wird manchmal auch Uferwolfstrapp genannt. Die Pflanze enthält Inhaltsstoffe, die auf das Hormonsystem Einfluss nehmen können. Zu den wichtigsten Effekten und Einsatzbereichen des Wirkstoffes zählt hierbei die Wirkung bei leichter Schilddrüsenüberfunktion. Dies ist besonders nützlich, wenn die Erkrankung mit gesteigerter Nervosität verbunden ist.

Zusätzlich hat der Wirkstoff einen beweisbaren Einfluss auf das Geschlechtshormon Prolaktin. Wolfstrappkraut kann den Spiegel des Hormon senken, so dass Spannungsgefühle oder Schmerzen in den Milchdrüsen von Frauen (Mastodynie) nachlassen können.

Auf einen Blick:

Wolfstrappkraut

  • Wirkt: senkend auf Sexualhormone, hemmend auf die Ausschüttung von Schilddrüsenhormonen
  • Kann eingesetzt werden: bei leichter Schilddrüsenüberfunktion mit Nervosität, gegen Schmerzen oder Spannungsgefühl in den Milchdrüsen der Frau (Mastodynie)

Inhaltsstoffe des Wolfstrappkrauts

Der wirksamkeitsbestimmende Inhaltsstoff im Wolfstrappkraut ist Lithospermsäure. Sie gehört zu der Gruppe der phenolischen Verbindungen und zeigt senkende Eigenschaften auf Schilddrüsen- und Sexualhormone.

Die Lithospermsäure ist vermutlich mit weiteren Inhaltsstoffen dazu in der Lage, den Jodtransport zu hemmen. Dadurch werden übermäßig gebildete Hormone abgebaut.

Außerdem kann die Lithospermsäure das Hormon Prolaktin (PRL) senken. Stillende Frauen leiden aufgrund eines erhöhten PRL-Spiegels manchmal an Schmerzen in den Milchdrüsen. Lithospermsäure kann das Hormon senken, weswegen die Beschwerden nachlassen können.

Wirkung bei Schilddrüsenüberfunktion mit Nervosität

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Hemmend auf die Schilddrüsenhormonbildung

Bei einer vergrößerten Schilddrüse werden zu viele Hormone gebildet, die bei den Betroffenen oftmals zu einem erhöhten Herzschlag und Nervosität führen. Bei einer leichten Schilddrüsenüberfunktion ist das Wolfstrappkraut nachweislich ein hilfreiches Mittel.

Wolfstrappkraut bewirkt, dass das wichtige Schilddrüsenhormon Thyroxin (T4) gehemmt wird. Gebildet wird Thyroxin aus dem winzigen Eiweiß (Aminosäure) Thyrosin und Jod-Atomen. Wolfstrappkraut bewirkt entweder, dass die Aminosäure und das Jod voneinander getrennt werden, oder dass die Vorstufe des T4 im Gehirn bereits gehemmt wird.

Dieser Vorgang führt ferner dazu, dass die Ausscheidung von T4 über den Urin vermehrt erfolgt. Symptome wie morgendliches Herzklopfen oder Nervosität lassen daher nach.

Wirkung bei Schmerzen oder Spannungsgefühl in den Milchdrüsen (Mastodynie)

Senkend auf den Hormonspiegel

Das Hormon Prolaktin (PRL) ist besonders wichtig in der Schwangerschaft. Zusammen mit anderen Hormonen fördert es die Milchbildung und den Milchfluss der Frau nach der Geburt. Wird zu viel PRL gebildet, kann es zu Schmerzen oder Spannungsgefühlen in den Milchdrüsen der Frau kommen.

Wolfstrapp kann diesen Beschwerden wegen der enthaltenen Lithospermsäure entgegenwirken. Lithospermsäure hemmt nachweislich die Bildung von PRL (und möglicherweise auch von anderen Sexualhormonen). Als Folge lassen die Schmerzen oder das unangenehme Spannungsgefühl in den Milchdrüsen nach. Wolfstrappkraut ist daher als pflanzliches Arzneimittel sehr gut zur Behandlung von Mastodynie geeignet. Ergänzend können zudem Mönchspfefferfrüchte eingesetzt werden.

Wolfstrappkraut

Anwendung und Dosierung von Wolfstrappkraut

Wolfstrapp-Tee

Bei einer Schilddrüsenüberfunktion mit Nervosität oder Schmerzen in den Milchdrüsen kann Wolfstrapp-Tee unterstützend wirken. Überbrühen Sie 1 Esslöffel (1 bis 2 g) Wolfstrappkraut mit 1 großen Tasse (250 ml) heißen Wassers und lassen Sie den Tee 10 bis 20 Minuten ziehen, bevor Sie das Kraut absieben.

Dosierung

Trinken Sie 1 Tasse (250 ml) Wolfstrapp-Tee täglich. Sie können den Tee über den Tag verteilt oder 1-mal täglich, z.B. abends, anwenden.

Wolfstrappkraut

Risiken und Nebenwirkungen

Bitte beachten Sie: Risiken sind bei der Anwendung von bestimmungsgemäßen Dosen (Tee: maximal 2 g) des Wolfstrappkrauts nicht bekannt. Parallel zu der Anwendung des Wolfstrappkrautes darf jedoch keine Gabe von Schilddrüsenhormonen erfolgen, weil hierzu keine Erfahrungen vorliegen. Generell sollten Patienten mit leichter Schilddrüsenüberfunktion Wolfstrapp-Präparate nur nach ärztlicher Absprache einnehmen.

Wird Wolfstrapp über einen langen Zeitraum oder in zu hoher Dosierung angewandt, kann es zu einer Vergrößerung der Schilddrüse kommen. Auch darf der Wirkstoff nicht schlagartig abgesetzt werden, da zu einer Verstärkung der Beschwerden kommen kann. In diesem Fall kann es zu einer übermäßigen Schilddrüsenhormon- oder Prolaktinproduktion kommen.

Zusätzlich kann die Durchführung der Schilddrüsenuntersuchung mit Radioisotopen durch die Verwendung von Wolfstrapp gestört werden.

Nicht angewendet werden dürfen Wolfstrapp-Auszüge bei einer Schilddrüsenvergrößerung mit normalen Schilddrüsenwerten (Euthyreote Struma) und bei Schilddrüsenunterfunktion. Schwangere, Stillende und Kinder unter 12 Jahren dürfen Wolfstrapp-Zubereitungen grundsätzlich nicht einnehmen.

Bitte dosieren Sie die Präparate wie in der Packungsbeilage angegeben, bzw. wenden Sie die Dosierung an, die Ihr behandelnder Arzt verordnet hat.

Fertigarzneimittel

Extrakte aus Wolfstrappkraut sind als Fertigarzneimittel in Form von Tropfen und Tabletten erhältlich (Mittel gegen Schilddrüsenüberfunktion).

Wolfstrappkraut enthält Inhaltstoffe, die einer leichten Überfunktion der Schilddrüse entgegenwirken können. Gleichzeitig kann der Wirkstoff Nervosität, die durch die Schilddrüsenüberfunktion ausgelöst wird, lindern. Weiterhin hilft Wolftrappkraut nachweislich gegen Schmerzen oder Spannungsgefühl der Milchdrüsen (Mastodynie).

In der Volksmedizin wird Wolftrappkraut bei Leber- und Nierenerkrankungen sowie bei Herzerkrankungen, die die Funktion oder das Organ an sich betreffen, eingesetzt.

Quellen:
  • Fintelmann V, Weiss RF: Lehrbuch der Phytotherapie. 12. Auflage, Stuttgart 2009
  • Jänicke CJ, Grünwald J, Brendler T: Handbuch Phytotherapie. Stuttgart 2003
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Die Angaben sind ausschließlich zu Informations­zwecken bestimmt und stellen keine Kauf- oder Anwendungs­empfehlung dar. Diese Informationen ersetzen auch nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.