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Wolfstrapp - Lycopus virginicus / Lycopus europaeus

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Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 18.09.2014
Wolfstrapp - Lycopus virginicus / Lycopus europaeus

Unscheinbare Wiesenpflanze für die Hormontherapie

Auf den ersten Blick fällt der Wolfstrapp nicht sonderlich ins Auge. Er ist zwar von hoher Gestalt, aber wegen seiner nesselartig aussehenden Blätter und winzigen Blüten eher unscheinbar. Wohl auch deshalb spielte der Wolfstrapp in der Heilpflanzenkunde lange Zeit eine eher untergeordnete Rolle und geriet zeitweise sogar ganz in Vergessenheit. Dabei lohnt es sich genauer hinzusehen.

Die Heilwirkung des Wolfstrapp

Das Wolfstrapp gehört zu den wenigen Pflanzen, die einen Einfluss auf das Hormonsystem haben. Sein Kraut wirkt nachweislich senkend auf die Schilddrüsenwerte bei einer leichten Schilddrüsenüberfunktion und ist besonders dann geeignet, wenn sich die Überfunktion durch gesteigerte Nervosität und Herzklopfen äußert. Darüber hinaus besitzt Wolfstrappkraut auch einen Einfluss auf die Sexualhormone. Es kann den Prolaktinspiegel senken, wenn dieser z.B. bei stillenden Müttern erhöht ist und zu Schmerzen oder Spannungsgefühl in den Milchdrüsen führt.

Anerkannte medizinische Anwendung:
  • Die Kommission E des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte befürwortet die Anwendung von Wolfstrappkraut „bei leichten Formen der Hyperthyreose mit vegetativ-nervösen Störungen sowie bei Mastodynie.“

Wissenswertes über den Wolfstrapp

Warum der Wolfstrapp oder Uferwolfstrapp seinen Namen erhielt, ist bis heute unklar. Das lateinische Wort „Lycos“ bedeutet zu Deutsch „Wolf“. Das wirft Fragen auf, weil die Pflanze augenscheinlich nicht mit einem Wolf gemein hat. Die Beinamen des botanischen Namens „virginicus“ und „europaeus“ sind hingegen leicht zu erklären.

Genaugenommen handelt es sich beim Wolfstrapp nämlich um zwei verschiedene, wenn auch eng verwandte Arten, die medizinisch eingesetzt werden. Die eine Art „Lycopus virginicus“ wächst auf dem nordamerikanischen Kontinent, in dem Bundesstaat Virginia. Der Beiname geht also auf den Namen des Staates zurück. Die andere Gattung „Lycopus europaeus“ gedeiht – was nicht schwer zu erraten ist – in Europa.

Früher wurde die Pflanze ist Amerika zur Wundbehandlung verwendet, in Europa gegen Fieber. Dann verschwand der Wolfstrapp von der Bildoberfläche. Der Umschwung kam, als die wissenschaftsbasierte Heilpflanzenkunde mehr und mehr die Volksheilkunde abzulösen begann und Wissenschaftler wie Verbraucher gleichermaßen fundierte Belege für die Wirksamkeit von Heilpflanzen forderten. Als der Wolfstrapp näher unter die Lupe genommen wurde, stellten die Forscher fest, dass seine Pflanzenextrakte eine sehr seltene Wirkung auf das Hormonsystem besitzen.

Trotz alledem gehört der Wolfstrapp bis heute zu den eher wenig bekannten Heilpflanzen. Übrigens: Man findet ihn im Röhricht oder an Ufern, in Gräben und in feuchten Wiesen. Hinschauen lohnt sich.

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Botanik des Wolfstrapps

Der Wolfstrapp wird 20 bis 100 cm hoch und gehört zu der Familie der Lippenblütengewächse (Lamiaceae). Er hat bis zu 1 Meter lange unterirdische Ausläufer. Sein Stängel ist vierkantig, aufrecht, einfach oder im oberen Teil verzweigt. Seine länglich-lanzettlichen Blätter sind grob gesägt; die unteren gestielt, die oberen sitzend. Seine unscheinbaren Blüten sind klein, weiß und stehen in Scheinquirlen in den oberen Blattachseln. Die Blütezeit ist zwischen Juli bis September.

Verwendete Pflanzenteile und Inhaltstoffe des Wolfstrapp

Medizinischen Einsatz findet von dem Wolfstrapp das Kraut. Wolfstrappkraut besteht aus den kurz vor der Blüte geernteten, frischen oder getrockneten oberirdischen Pflanzenteilen der Heilpflanze. Es wird in der medizinischen und pharmazeutischen Fachsprache Lycopi herba genannt. Seine Qualität (Extrakt) ist durch das Deutsche Arzneibuch (DAB) festgelegt.

Der wichtigste Inhaltstoff im Wolfstrappkraut ist die Lithospermsäure. Daneben enthält der Wirkstoff Hydroxzimt- und Kaffeesäurederivate, Flavonoide, Fluoride und ätherische Öle.

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.

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