Anzeige
Anzeige

Sie kennen uns vielleicht auch aus:

Anzeige

Stiefmütterchenkraut – Violae tricoloris herba

Anzeige
Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 26.11.2014
Stiefmütterchenkraut – Violae tricoloris herba

Sanfte Hilfe bei entzündeter Haut mit Schuppenbildung

Das Kraut des Stiefmütterchens besitzt gesundheitsfördernde Wirkungen. Stiefmütterchenkraut besteht aus den getrockneten, oberirdischen Teilen der Heilpflanze, die während der Blütezeit geerntet werden.

Die Anwendungsbereiche des Stiefmütterchenkrauts betreffen die Haut. Es hilft nachweislich gegen oberflächliche Hautentzündungen mit Schuppenbildung (seborrhoische Dermatitis) im Erwachsenenalter, bei Ekzemen, Impetigo und Akne. Im Kindesalter, auch in den ersten Lebensmonaten, kann die seborrhoische Dermatitis als Milchschorf auftreten. Auch gegen die Beschwerden des Milchschorfes ist Stiefmütterchen nachweislich wirksam. Dabei ist ein nennenswerter Vorteil des Krauts, dass es sowohl innerlich als auch äußerlich und ohne Nebenwirkungen eingesetzt werden kann.

In der Volksmedizin wird das Stiefmütterchenkraut innerlich bei entzündlichen Erkrankungen der Atemwege, gegen Verstopfung und zur Förderung des Stoffwechsels eingesetzt. Äußerlich wird der Wirkstoff volksmedizinisch bei Ekzemen, Akne und Juckreiz gebraucht.

Auf einen Blick:

Stiefmütterchenkraut

  • Wirkt: antientzündlich, antioxidativ, coritisonähnlich
  • Kann eingesetzt werden: gegen Entzündungen der oberflächlichen Haut mit Schuppenbildung (seborrhoische Dermatitis), gegen Milchschorf bei Kindern

Inhaltsstoffe des Stiefmütterchenkrauts

Die medizinischen Wirkungen des Stiefmütterchenkrauts beruhen vermutlich auf dem Zusammenspiel seiner enthaltenen Inhaltsstoffe. Zu den wichtigsten Komponenten zählen die enthaltenen Flavonoide mit einem Anteil von etwa 0,4% sowie Schleimstoffe, deren Gehalt im Stiefmütterchenkraut etwa 10% beträgt. Während die Flavonoide aktiv gegen Entzündungen vorgehen, wirken Schleimstoffe in erster Linie reizlindernd.

Wirkung bei Hautentzündungen mit Schuppenbildung (seborrhoische Dermatitis)

Antientzündlich bei schuppender Kopfhaut

Das Stiefmütterchen ist neben Haferstroh einer der sehr wenigen pflanzlichen Wirkstoffe, die gegen die seborrhoische Dermatitis nachweislich hilfreich sind. Die Haut ist oberflächlich entzündet, auf der Kopfhaut, im Gesicht und manchmal auch an anderen Körperpartien kommt es zu Schuppenbildung. Neben der Veränderung ihres Aussehens leiden Betroffene zudem unter Juckreiz. Der genaue Wirkmechanismus des Stiefmütterchenkraut ist bislang nicht vollständig entschlüsselt.

Nichts desto trotz zeigt der Wirkstoff bei innerer und äußerer Anwendung sowohl entzündungshemmende als auch cortisonähnliche Wirkungen. Beide Eigenschaften sind für Betroffene bedeutsam. Während die entzündungshemmende Wirkung eine allgemeine Linderung der Inflammation meint, erfüllt der corisonähnliche Effekt eine Doppelwirkung, in dem es zu einer entzündungshemmende und gleichzeitig zu einer juckreizlindernden Wirkung kommt.

Die entzündete, schuppende Haut wird in ihrem Heilungsprozess unterstützt und die Symptome lassen nach.

Anzeige

Wirkung bei Milchschorf bei Kindern

Linderung bei Schuppenkrusten in den ersten Lebensjahren

Eine frühe Form der seborrhoischen Dermatitis ist der Milchschorf. Milchschorf macht sich oft im ersten Lebensmonat durch dicke gelbe Schuppenkrusten bemerkbar. In der Schulmedizin werden üblicherweise cortisonhaltige Arzneimittel erfolgreich eingesetzt. Stiefmütterchenkraut enthält zwar kein „echtes“ Cortison, sie wirken aber cortisonähnlich. Diese Effekte äußeren sich durch die antientzündlichen und juckreizlindernden Eigenschaften des Wirkstoffes. Zusätzlich wirken die enthaltenen Flavonoide des Stiefmütterchenkrauts ganz allgemein entzündungshemmend. Abgerundet wird das Wirkprofiel durch die reizlindernden, schützenden Schleimstoffe im Kraut.

Anzumerken ist allerdings, dass gerade bei Säuglingen und Kleinkindern ein besonders kritischer Umgang mit Heilpflanzen allgemein geboten ist. Die Einsatzbereiche gegen Milchschorf und die seborrhoische Dermatitis, sind medizinisch offiziell anerkannt. Bitte beraten Sie sich jedoch mit dem behandelnden Arzt unbedingt vor der Anwendung, besonders bei Milchschorf, ob die Therapie mit Stiefmütterchenkraut ausreichend ist.

Stiefmütterchen

Anwendung und Dosierung des Stiefmütterchenkrauts

Stiefmütterchen können sowohl innerlich als auch äußerlich eingesetzt werden. Die äußere Anwendung ist nach Meinung von Experten vorzuziehen.

Stiefmütterchentee

Für die therapeutische Behandlung bei Akne, der seborrhoischen Dermatitis und Milchschorf ist Stiefmütterchenkraut zur inneren und äußeren Anwendung geeignet. Überbrühen Sie 1 Teelöffel (1,5 g) des Stiefmütterchenkrauts mit 1 Tasse (150) heißem Wasser, lassen den Tee 5 Minuten ziehen und seihen das Kraut dann ab.

Dosierung

Trinken Sie den Stiefmütterchentee dreimal täglich, bis sich die Beschwerden bessern.

Umschlag

Bei Akne, entzündeter Haut mit Schuppenbildung und Milchschorf kann Stiefmütterchenkraut äußerlich angewendet werden. Übergießen Sie für die Herstellung etwa 5 Teelöffel (5 g) des Stiefmütterchenkrauts mit 1 Tasse (150 ml) heißem Wasser. Lassen Sie die Mischung etwa 10 Minuten ziehen, und sieben Sie das Kraut anschließend durch ein Teesieb ab.

Anwendung

Durchfeuchten Sie einen Baumwollstoff oder eine Mullbinde mit dem Auszug und legen Sie es auf die wunde Hautstelle. Lassen Sie den Umschlag mehrere Minuten einwirken und wiederholen Sie die Anwendung mehrmals täglich.

Sitzbad

Bei entzündlichen Hauterkrankungen und Schuppenbildung an den Beinen oder Gesäßbereich eignet sich auch ein Sitzbad mit Stiefmütterchenkraut gut. Übergießen Sie 3 Esslöffel (5 g) des Stiefmütterchenkrauts mit 1 Liter heißen Wassers. Lassen Sie die Mischung 10 bis 15 Minuten ruhen, bevor Sie die Blüten durch ein Sieb abseihen. Lassen Sie parallel warmes Wasser in Ihre Badewanne ein, die für ein Sitzbad nur zur Hälfte (etwa 80 Liter) gefüllt sein sollte. Geben Sie den zuvor hergestellten Sud aus Stiefmütterchenkraut, dem Badewasser hinzu.

Anwendung

Führen Sie das Sitzbad am besten täglich durch, mindestens jedoch 3- bis 4-mal pro Woche.

Tipp! Kombinieren oder wechseln Sie die Therapie bei Erwachsenen mit Haferstroh.

Stiefmütterchenkraut

Risiken und Nebenwirkungen

Bitte beachten Sie: Risiken und Nebenwirkungen sind bei der Anwendung von bestimmungsgemäßen Dosen des Stiefmütterchenkrauts nicht bekannt.

Bitte dosieren Sie die Präparate wie in der Packungsbeilage angegeben, bzw. wenden Sie die Dosierung an, die Ihr behandelnder Arzt verordnet hat.

Fertigarzneimittel

Extrakte aus Stiefmütterchenkraut sind bislang als Fertigarzneimittel nicht erhältlich.

Stiefmütterchenkraut besitzt nachweislich antientzündliche und juckreizlindernde Eigenschaften. Sie können bei entzündlichen Hauterkrankungen mit Schuppenbildung (seborrhoische Dermatitis) und bei Milchschorf bei Kindern angewendet werden.

 

Quellen:
  • Jänicke CJ, Grünwald J, Brendler T: Handbuch Phytotherapie. Stuttgart 2003

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.