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Senfsamen (weiße) – Sinapis albae semen

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Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 18.09.2018
Senfsamen (weiße) – Sinapis albae semen

Angriffsfreudige Samen für gesunde Atemwege und einen schmerzfreien Bewegungsapparat

Der medizinische Wirkstoff des weißen Senfs ist sein reifer und getrockneter Samen. Extrakte aus weißen Senfsamen verfügen über hautreizende, bakterienabtötende, entzündungshemmende und schmerzlindernde Eigenschafen. Wegen ihrer reizenden Wirkungen werden sie ausschließlich zum äußerlichen Gebrauch eingesetzt. Hier finden sie bei entzündlichen Atemwegserkrankungen, Gelenkbeschwerden und muskulären Problemen Einsatz.

Auf einen Blick:

Weiße Senfsamen

  • Wirken: haut- und gewebereizend, schmerzstillend, durchblutungsfördernd, antientzündlich, gegen Bakterien
  • Können eingesetzt werden: bei Entzündungen der Luftwege, Gelenkerkrankungen, rheumatischen Beschwerden der Muskeln und Sehnen

Inhaltsstoffe der weißen Senfsamen

Substanzen von medizinischem und pharmazeutischem Interesse in den weißen Senfsamen sind die sogenannten Senfölglykoside mit der Hauptkomponente Sinalbin.

In dem weißen Senfsamen werden die Senfölglykoside (Glucosinolate) in kleinen Hohlräumen (Vakuolen) gespeichert. Beim Zerstören der Gewebe, also auch der Hohlräume, kommen sie mit einem Eiweißbaustein (Enzym), das Myrosinase heißt und ebenfalls in den weißen Senfsamen enthalten ist, in Kontakt. Dieses Enzym bewirkt, dass es zur Abspaltung von den Glykosiden des Senföls kommt, sodass das sogenannte Hydroxybenzylsenföl entsteht. Hydroxybenzylsenföl wiederum wirkt abtötend auf Bakterien, haut- und gewebereizend aber auch schmerzlindernd und entzündungshemmend.

Anwendung bei Atemwegserkrankungen

Antientzündlich bei Beschwerden der Luftwege

Die Natur hat so manches Wunderwerk hervorgebracht. So auch den weißen Senf. Während die Inhaltsstoffe der weißen Senfsamen für viele Insekten und Tiere giftig sind, sind sie für den Menschen – richtig angewendet – ein wirksames Arzneimittel gegen Entzündungen der Atemwege. Ganze Senfsamen sind geruchlos und stellen auch für Insekten keine Gefahr dar. Werden sie jedoch zerkleinert, so kommen in dem Samen Umwandlungsprozesse in rasanter Geschwindigkeit in Gang, bei denen bakterienabtötende Inhaltsstoffe entstehen. Die wichtigste Komponente heißt Hydroxybenzylsenföl, die aggressiv gegen verschiedene Bakterien vorgeht. Sie hemmt dabei insbesondere die Vermehrung von Bakterien, die Atemwegserkrankungen auslösen können, die als Folge absterben. Das Besondere an den weißen Senfsamen ist hierbei, dass der Inhaltsstoff sogar über die Haut aufgenommen werden kann und somit nicht innerlich, z.B. als Tee, eingenommen werden muss.

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Anwendung bei veränderlichen Gelenkerkrankungen

Schmerzlindert auf die Gelenke

Bei entzündeten und gar „abgenutzten/ zerstörten“ Gelenken kommt es häufig zu einer Funktionsbeeinträchtigung, bei der Schmerzen ein ständiger Begleiter ist. Weiße Senfsamen können eine bestehende Abnutzung, z.B. am Knie, zwar nicht mehr rückgängig machen. Da veränderliche (degenerative) Gelenkerkrankungen aber zumeist mit Entzündungen einhergehen und weiße Senfsamen entzündungshemmend wirken, kann der Abnutzungsprozess positiv beeinflusst, d.h. verlangsamt oder gestoppt werden. Außerdem lindert der Wirkstoff nachweislich Schmerzen. Weiße Senfsamen wirken über die Haut. Ihre wichtigste Inhaltsstoffkomponente, das Hydroxybenzylsenföl, reizt zunächst das lokale Gewebe, z.B. Gelenk, wodurch es zu einer gesteigerten Durchblutung kommt. Danach folgt der sogenannte „Counter-irritant-Effekt“, der zu Deutsch als „Umkehreffekt“ bezeichnet werden kann. Der Inhaltsstoff wirkt u.a. auf die Nervenbahnen, weswegen es nach kurzer Einwirkzeit zu einer Schmerzlinderung und es zu einer allgemeinen entzündungshemmenden Wirkung kommt.

Anwendung bei rheumatischen Beschwerden nicht knöchernen Ursprungs

Durchblutungsfördernd und schmerzhemmend auf Muskeln und Sehnen

In medizinischer Fachliteratur werden weiße Senfsamen in Form von Breiumschlägen zur Behandlung von „Weichteilrheumatismus“ empfohlen. Dahinter verstecken sich z.B. schmerzhafte muskuläre Probleme oder der Sehnen, die also nicht knöchernen Ursprungs sind und sowohl bei entzündlichen Prozessen der Muskeln und Sehnen als auch bei Überbelastung auftreten können. In weißen Senfsamen wird Hydroxybenzylsenföl freigegeben, das bei äußerer Anwendung örtlich gewebereizend wirkt. Dadurch kommt es zu einer verbesserten Durchblutung der entsprechenden Körperpartie. Die weißen Senfsamen werden über die Haut aufgenommen und bewirken in den Geweben eine Schmerzlinderung. Zusätzlich wirken sie nachweisbar entzündungshemmend.

Weiße Senfsamen

Darreichungsform und Dosierung der Senfsamen

Breiumschlag

Bei entzündlichen Atemwegserkrankungen, Gelenkerkrankungen und muskulären (rheumatischen) Beschwerden dienen gemahlene weiße Senfsamen (Senfmehl) zur Durchblutungsförderung und können entzündungs- und schmerzhemmend wirken. Verrühren Sie 3 bis 4 Esslöffel des Senfmehls mit wenig warmen Wassers (etwa 150 ml) (kein weißes Wasser verwenden, es zerstört die Enzyme!) und mischen Sie das Ganze zu einem Brei. Den erhaltenen Brei streichen Sie auf Mullstreifen und legen ihn auf die Haut.

Anwendung

Legen Sie den Breiumschlag (Kataplasma) für 5 bis 15 Minuten auf die Haut. Bei Atemwegserkrankungen sollte der Umschlag auf die Brust gelegt werden, bei Gelenk- oder Muskelbeschwerden auf die entsprechende Körperpartie. Beginnen Sie die Anwendung mit einer Dauer von etwa 3 Minuten. Wenn Sie den Umschlag gut vertragen und die Haut nicht übermäßig stark gerötet ist, können Sie die Kataplasmen bis zu 4-mal täglich einsetzen.

Weiße Senfsamen

Risiken und Nebenwirkungen

Bitte beachten Sie: Risiken sind bei der äußerlichen Anwendung von bestimmungsgemäßen Dosen (Tagesdosis 60 bis 240 g) der weißen Senfsamen nicht bekannt.

Werden die weißen Senfsamen über sehr lange Zeiträume (empfohlene Anwendungsdauer: 2 Wochen) eingesetzt, kann es zu Haut- und Nervenschädigungen kommen.

Weiße Senfsamen dürfen nicht bei Kindern im Alter unter 6 Jahren sowie bei Nierenerkrankungen eingesetzt werden. Senföle können über die Haut in den Körper aufgenommen (resorbiert) werden und die Nieren reizen.

Bitte dosieren Sie die Präparate wie in der Packungsbeilage angegeben, bzw. wenden Sie die Dosierung an, die Ihr behandelnder Arzt verordnet hat.

Fertigarzneimittel

Extrakte aus weißen Senfsamen sind als Fertigarzneimittel derzeit nicht erhältlich.

Weiße Senfsamen wirken durch ihre Inhaltsstoffe nachweislich haut- und gewebereizend und dadurch durchblutungsfördernd. Sie eignen sich ausschließlich zum äußerlichen Einsatz und können bei entzündlichen Atemwegserkrankungen, dauerhaft veränderlichen Gelenkerkrankungen und bei Rheuma (Weichteilrheumatismus) eingesetzt werden.

In der Volksmedizin werden weiße Senfsamen innerlich zur Aufhellung der Stimme eingesetzt. Äußerlich findet der Wirkstoff zur Gewebereizung, zum Ableiten von Blut- und Gewebeflüssigkeit vom Kopf in die Beine, in Form von Fußbädern, Einsatz. Außerdem werden die Samen bei Lähmungserscheinungen als Bad verwendet.

Quellen:
  • Bühring U: Praxis-Lehrbuch der modernen Heilpflanzenkunde. 2. Auflage, Stuttgart 2009
  • Paulson C: Senf – Scharfe Samen fördern die Verdauung. 

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.