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Senf (weißer) – Sinapis alba

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Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 18.09.2014
Senf (weißer) – Sinapis alba

Heil- und Gewürzpflanze für gesunde Atemwege, Muskeln und Gelenke

Das Gleichnis vom kleinen Senfkorn, welches zu einem Baum heranwächst, „dass die Vögel unter dem Himmel kommen und wohnen unter seinen Zweigen“ (Matth. 13, 31-32), zeigt auf, welche Bedeutung die Senfpflanze und ihre Kultur bereits damals für das tägliche Leben und das Empfinden der Menschen des vorderasiatischen Raumes gehabt haben müssen.

Wogegen hilft Weißer Senf?

Weiße Senfsamen sind bereits seit mehr als 2000 Jahren bekannt. Heute setzt man den Wirkstoff ausschließlich äußerlich ein. Weiße Senfsamen helfen nachweislich gegen Entzündungen der Atemwege, veränderliche Gelenkerkrankungen sowie bei rheumatischen Muskelschmerzen und Sehnenschmerzen. Die Kommission E des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte befürwortet die äußerliche Anwendung von weißen Senfsamen „bei Katarrhen der Luftwege, chronisch degenerativen Gelenkerkrankungen und bei Weichteilrheumatismus.“

Wissenswertes über den Weißen Senf

Nach Theophrast (371 bis 287) soll der Senf schon im 4. Jh. v.Chr. rund um das südöstliche Mittelmeer bis hin nach Griechenland angebaut worden sein. Er diente als Heilmittel und zur Konservierung von Lebensmitteln. Darüber hinaus wurde Senf im südlichen Europa auch schon – sogar zur Paste verarbeitet – als Speisewürze verwendet. So sei aus dem 1. Jh. n. Chr. ein entsprechendes Rezept aus der Feder des Columella überliefert, eines römischen Schriftstellers aus Gades (heute Cadiz) in Spanien.

Mit den Römern kamen die ursprünglich wohl im wärmeren Klima beheimateten Senfarten, der Weiße Senf (Sinapis alba) und sein Bruder, der Schwarze Senf (Sinapis nigara), nach Mitteleuropa. Einiges deutet darauf hin, dass im Mittelalter der Weiße Senf bevorzugt wurde – und das ist bis heute der Fall (medizinisch betrachtet). Der Schwarze Senf ist nämlich bis heute in Deutschland kein offiziell bewertetes pflanzliches Arzneimittel. Lediglich seine weiße Schwester besitzt dieses Privileg.

Hildegard von Bingen (1098 bis 1178) hatte ein etwas zwiespältiges Verhältnis zu Senf, vor allem hinsichtlich der Anwendung als Heilmittel: „Dem Kranken aber nützt er nicht, wenn er dem Gesunden schadet“, schreibt sie. In der Folgezeit hat sich der Weiße Senf aber auch als Mittel zur Behandlung verschiedener gesundheitlicher Beschwerden bewähren können.

Die von Ärzten und Botanikern des 16. Jh. auch zum Ausdruck gebrachte Erfahrung, Senf sei für den Magen „trefflich gut“, er zerteile „die groben Speiß im Magen“, ist dagegen Gemeingut aller Freunde mehr oder weniger rustikaler Genüsse geworden.

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Botanik des Weißen Senfs

Weißer Senf ist einjährig mit einer Vegetationsperiode von 110 bis 130 Tagen und gehört zur Familie der Kohlgewächse, bzw. Kreuzblütengewächse (Brassicaceae/ Cruciferae). Er hat einen kantigen und haarigen Stängel, der 80 bis 200 cm hoch wird und kräftig grüne, leierförmig gelappte, stark behaarte Blätter. Weißer Senf besitzt dünne, spindelförmige Wurzeln, wobei die Hauptwurzel weniger weit eindringt als die von Raps. Der endständige Blütenstand trägt eine Doldentraube, die von unten nach oben abblüht und deren Kronblätter intensiv gelb gefärbt sind. Die Blühdauer beträgt 20 bis 25 Tage. Danach entwickeln sich Schoten von 1 bis 2 cm Länge, die 3 bis 7 Samen enthalten. Die Samen sind kugelig, haben einen Durchmesser von 2 bis 2,5 mm und sind matt gelb.

Verwendete Pflanzenteile und Inhaltsstoffe des weißen Senfs

Das medizinisch eingesetzte Pflanzenteil vom weißen Senf ist der Samen. Weiße Senfsamen werden nach der Blütezeit, also nach Juli, geerntet und getrocknet eingesetzt.

In der medizinischen und pharmazeutischen Fachsprache heißen weiße Senfsamen Sinapis albae semen. Manchmal trifft man auch auf das Synonym Erucae semen. Die Qualitätsanforderungen an den weißen Senfsamen sind im Deutschen Arznei Codex (DAC) festgelegt.

Weiße Senfsamen enthalten Senfölglykoside (Glucosinole) mit ihrer Hauptkomponente dem Sinalbin, fettes Öl (20 bis 35%), Eiweiße (ca. 40%) und Phenylpropanderivate.

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.