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Taubnessel (weiße) – Lamium album

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Geschrieben von Redaktion
Zuletzt aktualisiert am 05.04.2017
Taubnessel (weiße) – Lamium album

Entzündungshemmer vom Wegesrand

Die Taubnessel wird gerne als lästiges Unkraut abgetan, da sie in blütenlosem Zustand der Brennnessel nicht unähnlich sehen kann. Im Unterschied zu ihrer berüchtigten Verwandten besitzt sie jedoch keine Brennhare. So erklärt sich auch ihr Name, sie ist eben eine „taube“ Nessel. Manch einer weiß vielleicht, dass sich ihre jungen Blätter hervorragend für einen Wildkräutersalat eignen und die Blüten der Pflanze süß schmecken. Viele haben auch schon einmal über die Heilwirkung der weißen Taubnessel gehört. Doch trotz ihrer vielfältigen und praktisch nebenwirkungsfreien Eigenschaften gehört die weiße Taubnessel heute dennoch zu den eher unbedeutenden Heilpflanzen in Deutschland. Das war nicht immer so.

Wissenswertes über die weiße Taubnessel

Die weiße Taubnessel findet sich in fast ganz Europa und Asien, bloß im hohen Norden ist sie nicht heimisch. Sie siedelt sich gern auf Ruderalstandorten an wie Wegesrändern, Schuttplätzen oder Bahndämmen. 

Vor allem im Mittelalter galten die jungen Triebe der Taubnessel bei der bäuerlichen Bevölkerung als schmackhaftes Gemüse. Daneben wurde die Heilpflanze schon seit dem frühen Mittelalter als pflanzliche Arznei genutzt, beispielsweise von der Heiligen Hildegard von Bingen (1098 bis 1178). In ihren Werken heißt es über den Lippenblütler – der auch als Bienenfang bekannt ist – dass die Pflanze hervorragend bei Herzbeklemmungen helfen kann, wenn der Ursprung dieser Beschwerden Blähungen sind. Heute würde man dieses Beschwerdebild „Roemheld-Syndrom“ bezeichnen.

Dass die weiße Taubnessel einen hohen Stellenwert in der Bevölkerung hatte, zeigt sich durch ihre Darstellung auf vielen Marienbildern, so auch auf dem Gebetbuch des Herzogs Albrecht von Bayern (1528 bis 1579). Man sah die Pflanze in erster Linie als „Frauenmittel“ an, wofür es heute auch wissenschaftliche Erklärungen gibt. Die Volksmedizin des Mittelalters empfahl außerdem jungen „kraftlosen, bleichsüchtigen, hinfälligen und ewig müden Mädchen“ einen Tee aus Taubnesselkraut sowie „alten Männern, die beim Urinieren heftige Schmerzen haben, weil ihr Wasser nicht mehr abgeht.“ Na ja, von den vielen Beobachtungen die im Mittelalter zu Heilpflanzen gemacht wurden, konnten einige auch wissenschaftlich bestätigt werden – andere eben nicht.

Botanik der weißen Taubnessel

Die weiße Taubnessel ist ein ausdauerndes (mehrjähriges), behaartes Kraut aus der Familie der Lippenblütengewächse (Lamiaceae) mit einem kriechendem, mehrfach verzweigten Wurzelstock. Der aufrechte oder aufsteigende, vierkantige Stängel erreicht eine Höhe von 20 bis 40 cm. An ihn gliedern sich die meist kurzgestielten eiförmigen und spitz zulaufenden Blätter an, die in ihrer Gestalt der Brennnessel sehr ähneln. Die weißen Taubnesselblätter verfügen aber über keine Brennhaare. Sie sind lediglich weich behaart und an ihrem Rand stark gezahnt. Ihre weißlich-gelben Blüten enthalten viel Nektar. Die Blütezeit beginnt bereits im April und reicht bis in den September hinein. Die Blüten riechen schwach honigartig, während das Kraut selber geruchslos ist. Nach der Blütezeit entwickeln sich aus der Blüte zahlreiche kleine Früchte, die aus vier Klausen bestehen.

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Verwendete Pflanzenteile und Inhaltsstoffe der weißen Taubnessel

Als arzneilicher Bestandteil werden heute ausschließlich die weißen Taubnesselblüten eingesetzt. Sie bestehen aus den getrockneten Kronblättern mit anhaftenden Staubblättern der Pflanze. Geerntet wird die Heilpflanze während der Vollblüte und sie wird ohne Kelch eingesetzt. In der medizinischen und pharmazeutischen Fachsprache heißen weiße Taubnesselblüten Lamii albi flos. Ihre Qualitätsanforderungen sind durch den Deutschen Arznei Codex (DAC) geregelt.

Die Taubnesselblüten enthalten einen breiten Mix an wertvollen Inhaltsstoffen. Sie sind reich an Iridoid- und Secoiridoidglucosiden, Triterpensaponinen, Phenolcarbonsäuren/ Kaffeesäurederivaten, Gerbstoffen, Flavonoiden und Schleimstoffe.

Heilwirkung der Taubnessel

Die Blüten der Taubnessel können als Wirkstoff innerlich und äußerlich angewendet werden. Bei entzündlichen Erkrankungen der oberen Atemwege (Husten), leichten Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut (Mundschleimhautentzündung, Stomatitis; Zahnfleischentzündung; Halsschmerzen) sowie bei unspezifischem Weißfluss können Taubnesselblüten innerlich eingesetzt werden.

Zudem können die Blüten bei Weißfluss auch äußerlich gebraucht werden, etwa bei leichten, oberflächlichen Hautentzündungen. Die Kommission E des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte empfiehlt die therapeutische Anwendung von weißen Taubnesselblüten innerlich „bei Katarrhen der oberen Luftwege, leichten Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut und bei unspezifischem Fluor albus“ und äußerlich „bei Fluor albus und leichten, oberflächlichen Entzündungen der Haut.“

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.