Anzeige
Anzeige
Sie kennen uns vielleicht auch aus:
Anzeige

Weinrebe (rote) – Vitis vinifera

Anzeige
Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 24.03.2017
Weinrebe (rote) – Vitis vinifera

Religiöses Symbol mit spät entdeckter Heilwirkung

Ein wohltuender Umschlag aus rotem Weinlaub. Das war Jahrhunderte lang das Geheimrezept französischer Weinbauern nach einem langen Arbeitstag auf dem Feld gegen schmerzende und geschwollene Beine. Aufmerksam wurde die Wissenschaft im letzten Jahrhundert erst, nachdem sie bei ihren Untersuchungen zur Krankheitshäufigkeit feststellten, dass eben genau diese Personengruppe – französische Weinbauern – seltener an Venenerkrankungen leiden als andere Menschen.

Die Heilwirkung der Weinrebe

Rote Weinblätter und Traubenkerne haben erst in jüngster Zeit das Interesse der wissenschaftlichen Welt geweckt. Deshalb wurden die Wirkstoffe nicht von der Kommission E des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte bearbeitet.

Sowohl die Blätter als auch die Traubenkerne zeigen nachweisliche Wirkungen gegen Venenerkrankungen, die auch mit der Einlagerung von Wasser (Ödembildung) verbunden sein können.

Der europäische Dachverband der nationalen Gesellschaften für Phytotherapie (ESCOP) empfiehlt den Einsatz von Extrakten aus rotem Weinlaub „bei chronischer venöser Insuffizienz.“ Traubenkerne wurden von ESCOP noch nicht bearbeitet. Ihre Wirkung gilt jedoch als gesichert.

Auch der europäische Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel hat die innerliche Anwendung von rotem Weinlaub (als Trockenextrakt) bei chronisch venöser Insuffizienz als medizinisch allgemein anerkannt akzeptiert.

Wissenswertes über die rote Weinrebe

Es sollte also fast 8000 Jahre dauern, bis die Weinrebe zeigen konnte, was sie als Heilpflanze drauf hat. Zwar wurde die Weinrebe bereits nach der Zeit der Geburt Jesu medizinisch eingesetzt, auf diesem Gebiet behielt sie jedoch eher einen Nischenplatz.

Jahrtausende lang war der Wein von großer religiöser Bedeutung für die Menschen und ist es noch heute – vor allem im Christentum. So ist der priesterliche Kelch vor der Erteilung der heiligen Kommunion mit Wein gefüllt.

Auch die Herstellung von Wein galt in Europa lange Zeit als ein religiöses Unterfangen. Allerdings gab es die Weinrebe schon lange zuvor. Die Geschichte der Pflanze lässt sich bis ins 6. Jahrtausend v. Chr. zurückverfolgen. Zu dieser Zeit wurde er im Kaukasus und in Mesopotamien gezüchtet. Aus den süßen Beeren wurde schon damals Wein hergestellt. 2000 Jahre später waren die Ägypter auf den Geschmack des Weines gekommen, die die Rebe ihrem Göttern Isis und Osiris weihten. Von Ägypten aus wurde die Kulturpflanze, die auch Weinstock oder Weintraube genannt wird, weiter nach Griechenland und viel später durch die Römer nach Europa verbreitet.

Auch heute noch ist die Weinrebe eine beliebte Kulturpflanze. Zu ihren bekannten Anbaugebieten in Deutschland zählen vor allem die Gebiete rund um den Rhein und die Mosel. An ihren medizinischen Wirkungen erfreuen sich heute zahlreiche Menschen – wohl dank den französischen Weinbauern.

Anzeige

Botanik der Weinrebe

Die Weinrebe ist ein bis zu 45 hoch wachsender Kletterstrauch, der zu der Familie der Weinrebengewächse (Vitaceae) gehört. Die Wurzeln der Weinrebe verästeln sich im Erdreich stark und ihr dicker Stamm ist mit einer meist streifenförmigen Rinde (Borke) überzogen, die sich von selbst ablöst. Die lang gestielten Blätter der Weinrebe sind in 3 bis 5 Lappen unterteilt und von rundlicher Form. Auf ihrer Oberseite sind die Blätter kahl, unterseits sind sie filzig behaart.

Weinrebenblüten zeigen sich als zusammengesetzte Rispen. Aus ihnen entstehen die bekannten Weintrauben. Botanisch betrachtet sind die Früchte länglich bis kugelförmig und erreichen eine Länge zwischen 0,6 bis 2,2 cm. Sie sind blauviolett, rot oder grünlich. Der Same der Weintraube ist oval bis birnenförmig und mit einer harten Schale umgeben.

Verwendete Pflanzenteile und Inhaltsstoffe der Weinrebe

Die Weinrebe hat zwei Wirkstoffe: das rote Weinlaub und die Traubenkerne. Rotes Weinlaub heißt in der medizinischen und pharmazeutischen Fachsprache Vitis viniferae folium. Traubenkerne, die manchmal auch als Weinrebensamen bezeichnet werden, heißen Vitis viniferae semen.

Hinweise zu den Qualitätsregelungen der Wirkstoffe liegen derzeit noch nicht vor, wohl aber zu den Inhaltstoffen.

Rotes Weinlaub ist besonders reich an Flavonoiden. Von besonderer Bedeutung ist das Flavonoid Quercetin. Weiterhin enthält rotes Weinlaub Gerbstoffe, Fruchtsäuren und Phenylacrylsäuren.

Traubenkerne enthalten ebenfalls wichtige Flavonoide. Zu den bedeutungsvollsten Bestandteilen in den Kernen zählen oligomere Proanthocyanidine. Weiterhin enthalten sie Flavanole, Gerbstoffe und Stilbene.

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.