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Weihrauch – Olibanum indicum

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Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 28.02.2014
Weihrauch – Olibanum indicum

Entzündungshemmendes und schmerzlinderndes Räucherwerk

Der medizinische Wirkstoff des Weihrauchbaums (Boswellia sp.) kann von verschiedenen Arten gewonnen werden und wird schlicht Weihrauch (Olibanum indicum) genannt.  Dabei handelt es sich um das an der Luft gehärtete Harz, das nach dem Einkerben des Stammes austritt.

Weihrauch fand erst in jüngster Zeit medizinische Anerkennung, dies auf europäischer Ebene beim europäischen Dachverband der nationalen Gesellschaften für Phytotherapie (ESCOP).

Aufgrund zahlreicher positiver Untersuchungsergebnisse sieht der Verband die Wirksamkeit des Weihrauchs bei chronischer Dickdarmentzündung (Colitis ulcerosa) und bei Gelenkerkrankungen, die von Schmerzen und Entzündungen (Rheumatoide Arthritis) begleitet werden, als belegt.

Zusätzlich liegen Hinweise vor, dass die Harzextrakte der Heilpflanze positive Wirkungen bei Bronchialasthma und bösartigen Hirntumoren besitzen. Offiziell anerkannt sind diese Anwendungsbereiche jedoch nicht.

Weitere Untersuchungen zum Weihrauch werden derzeit durchgeführt. Eine eindeutige Aussage über die Anwendungsgebiete des Weihrauchs, die in den Bereich der Volksmedizin fallen, ist daher kaum vornehmbar. Die Eingliederung in den Bereich der Volksmedizin der offiziell nicht anerkannten, aber untersuchten Wirkung des Weihrauchs, etwa bei bösartigen Hirntumoren, würde ein undeutliches Bild hinterlassen.

Auf einen Blick:

Weihrauch

  • Wirkt: antientzündlich, schmerzlindernd, stimulierend auf das Immunsystem
  • Kann eingesetzt werden: bei chronischer Dickdarmentzündung, bei schmerzhaften, entzündlichen Gelenkerkrankungen

Inhaltsstoffe des Weihrauchs

Medizinisch und pharmazeutisch bedeutsam sind in erster Linie die sogenannten Boswelliasäuren, die circa die Hälfte der Inhaltsstoffe des Weihrauchharzes ausmachen.

Interessant sind Boswelliasäuren und ihre Abkömmlinge (Derivate) deshalb, weil sie nachweislich sehr effektiv Entzündungsreaktionen im Körper hemmen können. Dabei sollen sie gleich in zwei Entzündungsvorgänge eingreifen, die wie Kaskaden nacheinander ablaufen. Dazu gehört die Blockierung der Bildung von körpereigenen Gewebshormonen, namentlich Prostaglandine und Leukotriene.

Wirkung bei chronischer Dickdarmentzündung 

Antientzündlich auf die Darmschleimhaut

Eine dauerhaft entzündliche Darmschleimhaut macht sich bei den meisten Patienten durch einen ständigen Durchfall bemerkbar.

Was im Ayurveda schon seit Jahrtausenden beobachtet wurde, konnte durch wissenschaftliche Untersuchungen bestätigt werden: bei etwa 70 Prozent der Patienten, die an einer chronischen Dickdarmentzündung leiden, tritt nach sechswöchiger Anwendung mit Weihrauch eine Verminderung der Entzündung ein.

Erklären lässt sich dieser Effekt über Kaskaden, die bei einer Entzündungsreaktion ablaufen.

Damit eine Entzündung überhaupt entstehen kann, müssen mehrere körpereigene Substanzen gebildet beziehungsweise aktiviert werden. Am Anfang stehen beispielsweise Fettsäuren (Arachidonsäure). Die Fettsäuren verbinden sich mit speziellen Substanzen (Enzyme), die für eine chemische Reaktion notwendig sind, und bereiten dadurch den Weg für die Bildung von Gewebshormonen wie Prostaglandinen und Leukotrienen. Beide Hormone lösen Entzündungen aus, Prostaglandine zusätzlich Schmerzen.

Weihrauch drosselt die Bildung beider Hormone und hemmen dadurch auch chronische Entzündungen im Darm. Betroffene können daher über die Einnahme des Wirkstoffs ein Stück Lebensqualität zurückgewinnen.

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Wirkung bei Gelenkerkrankungen 

Hilfreich bei zerstörerischen Gelenkknorpelerkrankungen

Eine Osteoarthritis muss nicht zwangsläufig mit Entzündungen einhergehen. Durch dauerhafte Veränderungen an den Gelenken, oft Knie oder Hüfte, zeigt die Krankheit oftmals einen schmerzhaften Verlauf. Liegen jedoch zusätzlich rheumatische Beschwerden vor, so kann Weihrauch außerordentlich wirksam sein, da der Wirkstoff vor allem bei Entzündungsreaktionen im Körper effektiv ist.

Leukotriene als auch Prostaglandine können als Gewebshormone an entzündlichen Reaktionen beteiligt sein. Beide werden bei Entzündungen übermäßig gebildet und ausgeschüttet. Weihrauch greift bereits früher ins Geschehen ein. Sie blockieren die Bildung dieser Hormone und durchbrechen dadurch die Entzündungskaskade, welche häufig von Schmerzen begleitet wird.

Die schmerzlindernde Wirkung der Weihrauch-Extrakte bei Osteoarthritis könnte also lediglich einen positiven Nebeneffekt darstellen.

Weihrauch

Anwendung und Dosierung von Weihrauch

Extrakte aus Weihrauch müssen zu therapeutischen Zwecken sehr genau dosiert werden, um effektiv nutzbar zu sein. Bitte weichen Sie daher auf standardisierte Fertigarzneimittel aus.

Weihrauch

Risiken und Nebenwirkungen

Bitte beachten Sie: Risiken sind bei der Anwendung von bestimmungsgemäßen Dosen (Tagesdosis: maximal 3,6 g) des Weihrauchs nicht bekannt.

Als Nebenwirkungen können in seltenen Fällen Magen-Darmprobleme oder allergische Reaktionen auftreten.

Bitte dosieren Sie die Präparate wie in der Packungsbeilage angegeben bzw. wenden Sie die Dosierung an, die Ihr behandelnder Arzt verordnet hat.

Fertigarzneimittel

Extrakte aus Weihrauch als Fertigarzneimittel sind in Deutschland nicht zugelassen. Es ist aber möglich und legal, solche Fertigarzneimittel aus dem Ausland über Apotheken in Deutschland zu beziehen.

Weihrauch wirkt nachweislich entzündungshemmend und schmerzlindernd. Sie eignen sich beweisbar zur Behandlung von chronischen Dickdarmentzündungen (Colitis ulcerosa) und bei schmerzhaften, entzündlichen Gelenkerkrankungen (Rheumatoide Arthritis, Osteoarthritis).

 

Quellen:
  • Bäumler, S: Heilpflanzen Praxis Heute. München 2007
  • Hänsel R, Sticher O: Pharmakognosie – Phytopharmazie. 8. Auflage, Heidelberg 2007
  • Sharma PC, Yelne MB, Dennis TJ: Database On Medicinal Plants Used in Ayurveda Volume 1. New Delhi 2000

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.

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