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Wacholder – Juniperus communis

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Geschrieben von 2011-02-10
Zuletzt aktualisiert am 2016-12-1919.12.2016
Wacholder – Juniperus communis

Anpassungsfähiges, aber sonnenhungriges Gehölz

Der Wacholderstrauch (Juniperus communis) steht schon seit Jahrtausenden in hohem Ansehen der Menschen. Die aromatische Pflanze galt im völkischen Glauben lange als Zaubergewächs mit magischen Kräften. Heute werden seine Wirkstoffe zur Linderung vieler Beschwerden wie Gicht oder Rheuma genutzt, medizinisch gesichert ist die Wirkung bei Verdauungsbeschwerden.

Wissenswertes zum Wacholder

In altgermanischen Gräbern entdeckten Archäologen Wacholderzweige, die den Verstorbenen in Grab gelegt waren. Auch fand Wacholderreisig Verwendung bei den rituellen Opferfeuern der Germanen, die den Wacholder als Leben- und Gesundheitsbaum betrachteten. Der Aberglauben, der sich um die Pflanze rankte, war vor allem im Spätmittelalter stark ausgeprägt. Selbst im 18. Jahrhundert noch musste in Oberbayern der Löffel zum Ausrühren der Butter aus Wacholderholz geschnitzt sein, damit die bösen Geister bei der Zubereitung fernblieben. Überhaupt war der Wacholder ein probates Mittel gegen Hexen, Teufel und Unglück im Allgemeinen.

Aber neben Aberglauben und Kult war die Pflanze bereits seit der Antike unter den Ärzten als harntreibendes Mittel bekannt. Dies geht aus den Aufzeichnungen von Hippokrates, Dioscurides, Galen und anderen Heilkundigen hervor. Als sich später die Medizin mit Magie und Aberglauben zu vermischen begann, galt der Wacholder als Allheilmittel schlechthin, das unter anderem auch gegen die Pest eingesetzt wurde. Noch im 19. Jahrhundert herrschte weitverbreitet die Ansicht, dass Wacholder ein wirksames Mittel gegen ansteckende Krankheiten sei. So räucherte man damals noch die Krankenstuben mit Wacholderholz und auch mit Wacholderbeeren aus. Das Verbreitungsgebiet des Wacholders, der unter anderem auch Reckholder, Kranewett und Stechbaum genannt wird, reicht bei uns in Deutschland von den Heiden und Mooren des Tieflandes über die trockenen Hänge unserer Mittelgebirge bis zu den kargen Böden der Hochalpen. Die Größe des lichthungrigen Strauchs hängt von Klima und Bodenbeschaffenheit ab.

Botanik des Wacholders

Der Wacholderstrauch schwankt in seiner Wuchshöhe zwischen 1 und 5 Metern. Er gehört zu der Familie der Zypressengewächse (Cupressaceae) und bildet zahreiche Formen, die in Wuchs, Nadeln und Früchten voneinander abweichen können. Die charakteristische zylindrische Gestalt ist jedoch allen zu eigen. Die junge Wacholderrinde ist glatt und braungefärbt, nimmt aber mit zunehmendem Alter eine mehr schmutzige graubraune Farbe an. Die hellgrünen, an der Oberseite mit einer bläulich-weißen Mittelrinne versehenen Nadeln, werden 8 bis 20 mm lang. Sie stehen in drei-, manchmal viergliedrigen Quirlen und laufen vorne sehr spitz zu. Die Wacholderblüten sind meist zweihäusig (männliche und weibliche Blüten). Die männlichen Blüten setzen sich aus zahlreichen Staubgefäßen zusammen, sind gelb und kurzgestielt. Zur Blütezeit zwischen April und Mai wirbeln ihre Pollen empor und befruchten die weiblichen Blüten. Nach der Befruchtung durch den männlichen Pollenstaub wachsen diese Fruchtblätter zusammen und bilden Beerenzapfen aus. Erst im dritten Jahr reift die Scheinbeere aus den fleischig gewordenen Fruchtblättern. Sie beinhaltet den länglichen kantigen Samen, der von einer äußerst harten Schale umgeben ist.

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Verwendete Pflanzenteile und Inhaltsstoffe des Wacholders

Der Wacholder verfügt über zwei medizinische Wirkstoffe: die reifen, frischen oder getrockneten Beerenzapfen (Wacholderbeeren) und das daraus gewonnene ätherische Öl. Die Beeren werden im Oktober geerntet und beispielsweise durch Wasserdampfdestillation zu Wacholderöl weiterverarbeitet.

Der medizinische und pharmazeutische Fachbergriff für Wacholderbeeren lautet Juniperi fructus, für Wacholderöl Juniperi aethroleum. Die Anforderungen an die Qualität sind jeweils im Europäischen Arzneibuch (PhEur) festgelegt.

Wacholderbeeren sind ein ätherisch-Öl-Wirkstoff, weswegen aus ihnen das ätherische Wacholderöl gewonnen werden kann. Bei den ätherischen Ölen handelt es sich hauptsächlich um α- und β-Pinen (bis 70%), Myrcen, Sabinen und Terpinen-4-ol. Daneben enthalten die Wacholderbeeren Flavonoide, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Zucker und Harze.

Medizinische Wirkungen

Wacholderbeeren und Wacholderöl sollen bei einer Vielzahl von Krankheiten helfen. Anerkannt und bewiesen sind jedoch nur die medizinischen Effekte der Wacholderbeeren bei Verdauungsbeschwerden sowie zur Durchspülungstherapie bei Harnwegsinfekten. Das Wacholderöl hilft nachweisbar gegen Verdauungsprobleme.

Die Kommission E des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte befürwortet die Anwendung von Wachoderbeeren und Wacholderöl „bei dyspeptischen Beschwerden.“ Der europäische Dachverband der nationalen Gesellschaften für Phytotherapie (ESCOP) bescheinigt den Wacholderbeeren zudem die Wirksamkeit „zur Erhöhung der renalen Wasserausscheidung.“

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.