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Teebaumöl, australisches – Melaleucae alternifoliae aetheroleum

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Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 01.02.2016
Teebaumöl, australisches – Melaleucae alternifoliae aetheroleum

Teebaumöl: Keine Chance für Bakterien, Pilze und Viren

Teebaumöl wird als medizinischer Wirkstoff per Wasserdampfestillation aus dem Australischen Teebaum (Melaleuca alternifolia) gewonnen, genauer gesagt, aus seinen Blättern und Stängelspitzen. Dieses ätherische Öl heißt offiziell Australisches Teebaumöl (Melaleucae alternifoliae aetheroleum), wird aber in der Umgangssprache lediglich Teebaumöl genannt. Dass bereits die Aborigines ihren Teebaum als Heilpflanze schätzten, ist nicht verwunderlich: Teebaumöl verfügt bei äußerlicher Anwendung über stark bakterien- sowie pilzabtötende Eigenschaften und kann darüber hinaus gegen Herpesviren nützen.

Die Breite der Eigenschaften lässt sich vereinfachen: Australisches Teebaumöl ist bei Hauterkrankungen hilfreich. Es wirkt nachweislich und speziell gegen Pickel und bei leichter bis mittelschwerer Akne, entzündlichen Eiteransammlungen der Haut (Follikulitis, Furunkel, Karbunkel), Haut- und Nagelpilz, Warzen und Herpes. Außerdem wirkt es desinfizierend bei entzündeten Wunden.

Auf einen Blick:

Australisches Teebaumöl

  • Wirkt: abtötend auf Bakterien und Pilze, gegen Herpesviren, entzündungshemmend
  • Kann äußerlich eingesetzt werden: bei Akne, entzündlichen Hauterkrankungen, Herpes simplex, Haut- und Nagelpilz, Warzen, zur Wunddesinfektion

Inhaltsstoffe von Teebaumöl

Für die Medizin interessant sind vor allem die ätherische Ölen des Teebaumöls. Dazu gehören Terpinen-4-ol und Cineol. Je höher der Anteil an Terpinen-4-ol ist, desto hochwertiger ist das Öl. Bei guter Qualität sollte der Anteil bei mindestens 40% liegen. Das ist deshalb so wichtig, weil die wertvollen Wirkungen des Teebaumöls grundlegend mit diesem Inhaltsstoff zusammenhängen. Es wirkt nachweisbar bakterien- und pilzabtötend, gegen Viren sowie antientzündlich.

Cineol hingegen ist ein wichtiges ätherisches Öl, wenn es um die Behandlung von Schmerzen geht. Im Teebaumöl darf allerdings nicht zu viel davon enthalten sein, weil es sonst die keimhemmenden Effekte reduziert und weniger effektiv bei Hautleiden ist. Hochwertiges Teebaumöl enthält daher nicht mehr als 3% Cineol.

Wirkung bei Hauterkrankungen

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Wirksam gegen Bakterien, Pilze und Viren

Die Wirkung von Teebaumöl ist breit gefächert und immer dann nützlich, wenn es um die Bekämpfung von Bakterien, Pilzen und speziellen Viren geht. Kommt der Wirkstoff mit Hautgeweben in Kontakt, dringen seine Inhaltsstoffe durch die entsprechende Stelle in die tiefer liegenden Schichten ein. Dabei kann das Öl auf der gesamten Hautoberfläche angewendet werden, denn es dringt auch durch Schleimhäute und Nägel. Ist das Gewebe wie bei Akne von einem Bakterium oder durch einen Haut- oder Nagelpilz befallen, wirkt das Teebaumöl direkt im Inneren der Keime. Es überwindet ihre Hülle (Zellmembran) und greift die Erbsubstanz der Erreger an. Dadurch sterben diese ab und das Gewebe kann sich erholen. Bei richtiger Anwendung ist diese Wirkung nachhaltig.

Sind Viren im Spiel, speziell Herpesviren und solche Viren, die Warzen (Papillomviren) verursachen, ist die Wirkung von Teebaumöl etwas eingeschränkter. Viren sind keine Lebewesen. Um sich vermehren zu können, benötigen sie eine lebende Zelle, einen Wirt. Bevor sie in die Wirtszelle eindringen, heften sie sich an der Oberfläche der Zelle an. Erst dann können sie in den Wirt eindringen. Solange sich der Herpesvirus oder der Papillomvirus auf der Oberfläche der Wirtszelle befindet, kann das Teebaumöl vermutlich durch die Virushülle dringen und es unschädlich machen. Ist der Virus jedoch bereits in die Zelle eingedrungen, kann der Wirkstoff wohl nichts mehr ausrichten.

Der Wirkmechanismus von Teebaumöl ist gut untersucht. Wissenschaftlich belegt ist seine Effektivität beispielsweise bei Akne, Herpes, Schnittverletzungen, Haut-, Fuß- und Nagelpilz. Es besitzt außerdem noch einen weiteren Vorteil: Es hat relativ wenige Nebenwirkungen und bei korrektem Gebrauch sind Risiken im Umgang mit dem Wirkstoff nahezu auszuschließen.

Australisches Teebaumöl

Anwendung und Dosierung von Teebaumöl

Australisches Teebaumöl
Je nach Anwendungsgebiet kann der Wirkstoff entweder (stark) verdünnt oder pur eingesetzt werden. Die Wirkung des ätherischen Öls eignet sich insbesondere zur Behandlung von Akne und bei Pilzinfektionen. Bei Akne wird das Öl auf 5 % verdünnt, d.h. 5 Teile Australisches Teebaumöl und 95 Teile Wasser oder Salbengrundlagen. Möchten Sie das Öl bei Fußpilz einsetzen, sollte seine Konzentration zwischen 25 % und 50 % liegen, bei Nagelpilz sogar bei 100 %. Zur vaginalen Anwendung sollte der Gehalt an Australischem Teebaumöl in einer ölhaltigen Grundlage (z.B. Salbe) 10 % betragen. 
Anwendung

Pinseln Sie das zubereitete Australische Teebaumöl auf die entsprechenden Hautstellen bzw. streichen Sie es in Kombination mit einer Salbengrundlage auf die infizierte Hautstelle.

Australisches Teebaumöl

Risiken und Nebenwirkungen von Teebaumöl

Bitte beachten Sie: Risiken und Nebenwirkungen sind bei der Anwendung von bestimmungsgemäßen Dosen (unter 10 ml) des Australischen Teebaumöls nicht bekannt.

Bei Überdosierungen (Kinder 10 ml), kann es allerdings zu Koordinationsstörungen, Verwirrtheit und in schweren Fällen (ca. 70 ml) zum Koma kommen. Bitte beachten Sie darüber hinaus, dass die häufige Anwendung des Australischen Teebaumöls zu Reizungen im Bereich der Haut und der Schleimhäute führen kann.

Bitte dosieren Sie die Präparate wie in der Packungsbeilage angegeben bzw. wenden Sie die Dosierung an, die Ihr behandelnder Arzt verordnet hat.

Fertigarzneimittel mit Teebaumöl

Australisches Teebaumöl ist als standardisiertes Fertigarzneimittel bislang nicht erhältlich. Sie erhalten Australisches Teebaumöl jedoch in der entsprechenden Qualität in der Apotheke.

Teebaumöl wirkt abtötend auf Bakterien, Pilzen und hemmt manche Viren. Es eignet sich daher hervorragend zur äußerlichen Behandlung von Hauterkrankungen wie Akne, Herpes, Warzen, Ekzeme, Schnittverletzungen, Hautpilz und bei vaginalen Infektionen.

In der Volksmedizin wird Australisches Teebaumöl ähnlich wie bei den anerkannten Anwendungsbereichen eingesetzt.

Quellen:
  • Jänicke CJ, Grünwald J, Brendler T: Handbuch Phytotherapie. Stuttgart 2003
  • Schilcher H, Kammerer S, Wegener T: Leitfaden Phytotherapie. 4. Auflage, München & Jena 2010
  • Teuscher E, Melzig MF, Lindequist U: Biogene Arzneimittel. 6. Auflage, München 2004
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Die Angaben sind ausschließlich zu Informations­zwecken bestimmt und stellen keine Kauf- oder Anwendungs­empfehlung dar. Diese Informationen ersetzen auch nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.

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