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Steinkleekraut – Meliloti herba

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Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 26.11.2014
Steinkleekraut – Meliloti herba

Kosmopolitische Pflanze für starke und gesunde Venen

Die medizinisch wirksamen Pflanzenteile des Steinklees sind die frischen oder getrockneten Blätter und blühenden Zweige. Die Wirkungen des Steinkleekrauts betrifft die Blutgefäße. Sie stärken die innersten Gewebeschichten der Adern und wirken so nachweisbar erhöhend auf die Widerstandsfähigkeit kleinster Blutgefäße und machen sie undurchlässiger für Blutflüssigkeit (Plasma).

Steinkleekraut kann bei insgesamt sechs unterschiedlichen Anwendungsgebieten eingesetzt werden. Es hilft bei Erkrankungen, die die Venen betreffen: Dazu zählen dauerhafte Venenschwäche (chronisch venöse Insuffizienz, CVI) und oberflächlich entzündete Venen (Thrombophlebitis). Außerdem kann man es bei Hämorrhoiden, Lymphstauungen und bei Prellungen, Verstauchungen sowie bei Blutergüssen nutzen. 

In der Volksmedizin wird Steinklee im Rahmen von Entwässerungskuren eingesetzt.

Auf einen Blick:

Steinkleekraut

  • Wirkt: gegen Wassereinlagerungen, festigend auf die kleinen Blutgefäße, senkend auf die Durchlässigkeit der kleinen Blutgefäße, erhöhend auf die Wiederstandfähigkeit der Blutgefäße
  • Kann innerlich eingesetzt werden: bei chronischer Venenschwäche (CVI) und deren Spätfolgen, dem postthrombotischem Syndrom, oberflächliche Venenentzündung, Hämorrhoiden, gestaute Lymphe
  • Kann äußerlich eingesetzt werden: bei Prellungen, Verstauchungen, oberflächlichen Blutergüssen

Inhaltsstoffe von Steinkleekraut

Die medizinischen Wirkungen des Steinkleekrauts werden durch einen ganz bestimmten Pflanzenstoff ausgelöst, der reichlich im Steinklee enthalten ist: Cumarin. Cumarine liegen überwiegend in gebundener (glykosidischer) Form vor, aber auch als freies und flüchtiges Cumarin. Die Cumarine des Steinkleekrauts wirken nachweisbar entzündungshemmend, stärkend auf die innersten Gewebeschichten der Blutgefäße und gegen Wassereinlagerungen. Wirkungsmitbestimmend sind wahrscheinlich außerdem Sapogenine. Zusätzlich wurde eine Verbesserung des Blutflusses nachgewiesen (venöser Rückfluss) sowie der lymphatische Abtransport.

Wirkung bei chronisch venöser Insuffizienz (CVI)

Stärkend auf die Venenwände

Bei Venenerkrankungen können spezielle Eiweißbausteine (Moleküle) erhöht im Blut auftreten. Diese Eiweißmoleküle können zu Problemen führen, weil sie die Gefäßwände der kleinsten Blutgefäße (Kapillaren) von innen heraus schädigen können. Fasern (Kollagen), die für die Biegsamkeit der Gefäße zuständig sind, können angegriffen und zerstört werden. Als Folge können die Blutgefäße porös und daraufhin durchlässiger für Blutflüssigkeit (Plasma) und sogar für Blutzellen werden. Liegt eine schwere Schädigung des Gefäßes vor, kann sich die Haut an der betroffen Stelle gelb-bräunlich verfärben. Zudem können Wasseransammlungen (Ödeme) auftreten, weil das Lymphsystem das Wasser nur sehr langsam zurück in den Blutkreislauf befördern kann.

Die Cumarine des Steinkleekrauts bewirken einerseits, dass das körpereigene Immunsystem aktiviert wird und spezielle Blutzellen (Markophagen) vermehrt produziert und ausgeschüttet werden. Dadurch werden die schädigenden Eiweißbausteine abgebaut. Da Eiweiße zusätzlich aber in der Lage sind, Wasser binden zu können, werden überschüssige Wassereinlagerungen gleich mit ausgeschieden und eventuelle Schwellungen lassen nach.

Die zweite herausragende Wirkung des Steinkleekrauts betrifft die abdichtende Wirkung von Blutgefäßen von innen heraus. Die Inhaltstoffe kräftigen geschädigte Blutgefäße (Endothel) und machen sie widerstandsfähiger. Flüssigkeit aus dem Blut (Plasma) kann somit weniger aus den Venen in die Gewebe austreten. Durch diese Wirkung können sich Wasseransammlungen in den Beinen verringern, Krampfadern werden gemildert – Außerdem: Nächtliche Wadenkrämpfe lassen nach, Juckreiz wird vermindert und Schmerzen sowie Schweregefühl treten weniger auf.

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Wirkung bei Spätfolgen der CVI, dem postthrombotischem Syndrom

Positive Wirkung bei Abstromhindernissen

Das postthrombotische Syndrom ist eine Spätfolge der chronisch venösen Insuffizienz (s.o.). Im schlimmsten Fall kann es zu akuten Unterschenkelgeschwüren kommen, auch Ulcus crusis genannt, was bei Diabetikern häufiger vorkommt. Der Blutaustausch und die Zirkulation zwischen den Blutgefäßen funktioniert nur noch eingeschränkt und die Venen sind porös und geschwächt. Wie beim Anwendungsgebiet CVI erklärt, können selbst in diesem Stadium Steinklee noch Unterstützung liefern. Zwar kann der Wirkstoff die Ursache nicht beheben. Durch die gefäßstärkenden Eigenschaften des Steinkleekrauts und die nachweislich erhöhte Widerstandskraft der kleinsten Blutgefäße (Kapillare) durch den Wirkstoff kann jedoch die Lebensqualität durch das Nachlassen von Wassereinlagerungen, Schmerzen und Juckreiz deutlich verbessert werden.

Wirkung bei oberflächlich entzündeten Venen, Thrombophlebitis

Entzündungshemmend auf gereizte Venen

Eine Thrombophlebitis ist eine Entzündung der oberflächlichen Venen, die meist durch länger bestehende Krampfadern ausgelöst wird. Gestaute, strangartige und gut tastbare Venen, Schmerzen und Rötung sind typische Zeichen der Thrombophlebitis.

Steinkleekraut verfügt neben seinen gefäßstärkenden Eigenschaften zudem über nachweisbar entzündungshemmende Wirkungen. Sie fördern die Blutzirkulation und begünstigen dadurch wahrscheinlich indirekt die Heilung von entzündeten Venen.

Zusätzlich zu Steinklee empfiehlt es sich, bei einer Thrombophlebitis Kompressionsstrümpfe zu tragen.

Wirkung bei Hämorrhoiden

Abschwellende Effekte durch Stärkung der Gefäßwände

Steinkleekraut hat die Eigenschaft, dass sie die innerste Schicht von Blutgefäßen (Venen und Arterien) stärken können. Diese Schicht wird auch Endothel genannt und kommt Personen, die an Hämorrhoiden leiden zugute. Unter Hämorrhoiden versteht man Ausstülpungen von Venen oder Arterien im Analbereich, die Schmerzen, Jucken oder Nässen verursachen können. Es stärkt diese Blutgefäße von innen heraus und verbessern den Rückfluss des Blutes, das zum Herzen hin geleitet werden (venöses Blut). Die gestärkten Adern sind nun weniger Durchlässig für Blutflüssigkeiten (Plasma), das in Folge nicht oder nur noch vermindert aus den Hämorrhoiden austritt. Auf Dauer bilden sich dadurch die lästigen Vorwölbungen zurück und auch die Schmerzen lassen nach.

Wirkung bei Lymphstauungen

Verbesserung des Lymphflusses

Wenn das Lymphsystem seine Flüssigkeit, die Lymphe, nur sehr langsam zurück in den Blutkreislauf befördern kann, wie das manchmal bei Herzerkrankungen oder nach operativen Eingriffen der Fall sein kann, kommt es zu Schwellungen. Lymphstauungen können an einer oder mehreren Stellen des Körpers auftreten. Steinkleekraut fördert den lymphatischen Transport. Sie festigen die Blutgefäße, die mit den fast parallel verlaufenden Lymphbahnen verbunden sind, von innen heraus, sodass die Blutflüssigkeit (Plasma) einerseits weniger durch die Gefäßwände durchdringen können.

Das Besondere an Steinklee ist jedoch, dass er den Blutrückfluss zum Herzen (venöser Rückfluss) positiv beeinflussen kann. Er kurbelt die Produktion von bestimmten Blutzellen (Makrophagen) an. Diese fördern den Abbau von Eiweißbausteinen in den Geweben, die anschließend ausgeschieden werden. Eiweiße verfügen über ein gutes Wasserbindungsvermögen, weswegen Lymphstauungen bzw. Wassereinlagerungen abgebaut werden.

Wirkung bei Prellungen, Verstauchungen und Blutergüssen

Abschwellend bei Verletzungen des Bewegungsapparates

Anders als beispielsweise bei Arnikablüten, bei dem die heilungsförderende Wirkung bei Verletzungen wie Prellungen oder Blutergüssen auf der Aktivierung des Immunsystems basiert, beruht der Effekt von Steinklee vielmehr auf der Verbesserung der Stabilität der Blutgefäße. Bei einer innerlichen Verletzung wie einem Bluterguss, sind die Funktionen der Blutgefäße gestört. Der Widerstand der kleinsten Blutgefäßee, der Kapillaren, ist durch die Schädigung vermindert, was sie durchlässiger für Blutflüssigkeit (Plasma) aber auch für Blutzellen (z.B. rote Blutkörperchen) macht. Steinkleekraut bewirkt, dass die Blutgefäße von innen heraus gefestigt werden und somit die Widerstandskraft der Blutgefäße erhöht wird. Zusätzlich wird erreicht, dass die Durchlässigkeit der Kapillaren insgesamt vermindert wird und Verletzungen schnellstmöglich verheilen.

Steinkleekraut

Anwendung und Dosierung von Steinkleekraut

Ölumschlag

Ein Steinkleekraut-Ölumschlag kann bei Krampfadern, Juckreiz, oberflächlich gestauten Venen, aber auch bei Wadenkrämpfen, Prellungen, Quetschungen sowie Blutergüssen eingesetzt werden. Geben Sie 40 g des klein geschnittenen Steinkleekrauts auf 150 ml hochwertiges Oliven- oder Mandelöl. Lassen Sie das Öl in einer zuvor beschrifteten und verschließbaren Flasche etwa 4 bis 6 Wochen an einem dunklen, kühlen Ort ziehen, bevor Sie das Kraut abfiltern. Schütteln Sie das Auszugsöl täglich etwa 2-mal.

Anwendung

Geben Sie einige Tropfen des Steinkleekrautöls auf Ihre Handinnenflächen oder ein saubereres Baumwoll- oder Leinenhandtuch. Massieren Sie das Öl vorsichtig in die entsprechende Stelle ein. Legen Sie anschließend auf die entsprechende Körperstelle ein trockenes Tuch, damit das Öl nicht die Kleidung verunreinigt.

Steinklee-Tee

Es lässt sich durchaus auch ein Steinklee-Tee zur äußeren Anwendung brauen. Der Gehalt an den wirksamkeitsbestimmenden Cumarinen kann darin jedoch stark schwanken, sodass kein Behandlungserfolg garantiert werden kann. Bei Hämorrhoiden, Lymphstauungen oder Verletzungen wie Prellungen oder Blutergüsse, weichen Sie lieber auf Steinklee-Öl aus.

Steinkleekraut

Risiken und Nebenwirkungen

Bitte beachten Sie: Risiken sind bei der empfohlenen Tagesdosis von 3 bis 30 mg der im Steinkleekraut enthaltenen Cumarine nicht bekannt.

In seltenen Fällen wurden bei der Einnahme Kopfschmerzen beobachtet. Alle Arzneimittel, auch pflanzliche werden sehr genau, auf ihre schädlichen Wirkungen geprüft. Dies erfolgt oft in Tierversuchen. In sehr hohen Dosierungen (87 bis 125 mg/kg Tier) wurde an Ratten festgestellt, dass die in Steinkleekraut enthaltenen Cumarine Nieren- und Leberkrebs auslösen können. Der menschliche Körper verstoffwechselt Cumarine jedoch anders als Nagetiere wie Ratten, was in speziellen Untersuchungen nachgewiesen werden konnte. Für Menschen besteht daher keine Gefahr Cumarine in Tagesdosen bis zu 30 mg anzuwenden. Bitte dosieren Sie die Präparate wie in der Packungsbeilage angegeben, bzw. wenden Sie die Dosierung an, die Ihr behandelnder Arzt verordnet hat.

Fertigarzneimittel

Extrakte aus Steinkleekraut sind als Fertigarzneimittel derzeit nicht erhältlich. In Ihrer Apotheke bekommen Sie aber getrocknetes Steinkleekraut.

 

Quellen:
  • Augustin M, Schmiedel V: Leitfaden Naturheilkunde. 4. Auflage, Stuttgart 2003
  • Jänicke CJ, Grünwald J, Brendler T: Handbuch Phytotherapie. Stuttgart 2003
  • Schilcher H, Kammerer S, Wegener T: Leitfaden Phytotherapie. 4. Auflagen, München & Jena 2010

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.