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Schwarze Teeblätter – Theae nigrae folium

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Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 23.02.2016
Schwarze Teeblätter – Theae nigrae folium

So gesund ist Schwarzer Tee für die Haut und den Kopf

Schwarzer Tee ist natürlich vorrangig als Lebensmittel bekannt, er besitzt aber auch interessante, traditionell genutzte Wirkungen als Arzneipflanze. Schwarzer Tee wird aus den leicht gewelkten, gerollten, fermentierten, getrockneten und sortierten Blättern der Pflanze Camellia sinensis gewonnen. Die Blätter, das heißt die Teezubereitung aus selbigen, regen das Nervensystem an und wirken dadurch körperlicher und geistiger Ermüdung entgegen. 

Schwarzer Tee enthält Substanzen, die nachweisbar gegen Durchfall (akut und chronisch) wirken und außerdem die Harnwege durchspülen und Gefäßerkrankungen vorbeugen können. Darüber hinaus kann Schwarzer Tee äußerlich bei Hauterkrankungen wie Neurodermitis oder auch bei Ekzemen hilfreich sein.

Auf einen Blick:

Schwarzer Tee

  • Wirkt: anregend auf das Zentralnervensystem, zusammenziehend, entwässernd, antioxidativ, entzündungshemmend
  • Kann innerlich eingesetzt werden: bei körperlicher und geistiger Ermüdung, gegen Durchfall, zur Durchspülungstherapie bei Harnsteinen, zur Vorbeugung gegen Gefäßveränderungen (Arteriosklerose)
  • Kann äußerlich eingesetzt werden: bei entzündlichen Hauterkrankungen

Inhaltsstoffe des Schwarzen Tees

Was macht Schwarzen Tee so gesund? Er enthält insgesamt vier Inhaltsstoffgruppen, die von medizinischem Interesse sind. Dazu gehören die Methylxanthine mit ihren Hauptkomponenten dem Coffein, Theobromin und Theophyllin sowie Gerbstoffe, Flavonoide und Polyphenole. Die Methylxanthine allen voran das Coffein, aber auch das Theophyllin wirken anregend auf das ZNS. Theobromin wirkt zusammen mit Coffein und Theophyllin auf die Schlagfrequenz des Herzens. Außerdem wirken die Inhaltsstoffe auf die Atemwege, die Skelettmuskulatur und auf die Wasserausscheidung. Die Gerbstoffe hingegen wirken nachweislich zusammenziehend, d.h. verdichtend auf Oberflächen und können somit Durchfälle hemmen. Sie agieren darüber hinaus auch gegen Bakterien, darum kann Schwarztee sogar äußerlich angewendet werden, zum Beispiel bei Hautentzündungen.

Der dritte wichtige Inhaltsstoff des Schwarzen Tees sind die Flavonoide, die zusammen mit den Polyphenolen leicht entwässernd wirken. Zusätzlich sollen die Polyphenole Eigenschaften als Radikalfänger aufweisen und dadurch Herz-Kreislauferkrankungen vorbeugen können.

Wirkung auf die Haut

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Entzündungshemmend bei Hautentzündungen

Schwarze Teeblätter sollen aufgrund ihrer enthaltenen Gerbstoffe auch bei Entzündungen der Haut, sogar bei EkzemenNeurodermitis und Verbrennungen sowie Juckreiz, z.B. durch Insektenstiche, Linderung verschaffen können.

Verantwortlich für diesen Effekt sollen die enthaltenen Gerbstoffe (Catechingerbstoffe) sein, die bei äußerlicher Anwendung wie alle Gerbstoffe zusammenziehend wirken und dadurch einen „Schutzfilm“ über der betroffenen Hautstelle bilden. Entzündungsauslösende Krankheitserreger können sich auf dieser Schicht nicht vermehren und sterben ab. Als Folge kann die Entzündung abklingen.

Wirkung bei körperlicher und geistiger Ermüdung

Entspannend und verdauungsfördernd auf den Magen-Darmtrakt

Schwarzer Tee ist reich an Koffein und Theobromin. Beide Inhaltsstoffe, sowohl das Koffein, als auch das mildere Theobromin, wirken erregend auf das Zentralnervensystem (ZNS). Dabei bewirken sie, dass die Schlagkraft des Herzens zunimmt und sich der Herzschlag erhöht. In Folge wird man leistungsfähiger und geistig fitter bis die Inhaltsstoffe wieder abgebaut und ausgeschieden sind. In höheren Dosen bewirken die beiden Inhaltsstoffe dabei, dass vermehrt Kalzium freigesetzt wird und die Muskulatur aktivieren kann. Dadurch nimmt die Muskeltätigkeit, z.B. vom Herzmuskel, zu.

Wirkung bei Durchfall

Zusammenziehend auf die Schleimhäute

Schwarzer Tee gehört zu den bekanntesten und beliebtesten Hausmitteln bei Durchfall. Und das hat durchaus Gründe: Die Teeblätter enthalten etwa 4% Gerbstoffe.

Gerbstoffe wirken beweisbar zusammenziehend auf Oberflächen, z.B. im Darm. Sie verändern dabei die Struktur von Eiweißen, die in Folge unwirksam werden – sie denaturieren. Das Ergebnis bei innerlicher Anwendung ist die Bildung einer unlöslichen Verbindung, sodass sich die Oberfläche des Darms verdichtet. Sie zieht sich zusammen.

Krankheitserreger, die den Durchfall auslösen, können diese Schicht kaum noch durchdringen und sterben ab.

Wirkung bei Harnsteinen

Durchspülend auf die Harnwege

Nach dem Genuss von schwarzem Tee kommt es nach einiger Zeit zu einer leicht erhöhten Harnausscheidung. Das hat zwei Gründe. Zum einen werden die Nieren besser durchblutet und zum anderen wird die Wiederaufnahme von Natrium, ein Mineral, das z.B. in Kochsalz enthalten ist, durch die enthaltenen Flavonoide, Polyphenole und ätherischen Öle gehemmt.

Schwarzer Tee wirkt durchspülend, ohne dass es im Körper dadurch zu schädlichen Flüssigkeits- oder Mineralstoffverlusten kommt. Menschen, die häufiger an Nierengrieß oder Harnsteinen leiden, können daher vom regelmäßigen Konsum des Schwarzen Tees durchaus profitieren.

Wirkung zur Vorbeugung von Gefäßveränderungen

Antioxidativ auf die Zellen

Schwarzer Tee enthält wertvolle Polyphenole (Gerbstoffe), die Radikalfängereigenschaften besitzen, also antioxidativ wirken können. Die Polyphenole können in Entzündungsreaktionen eingreifen, und hemmen als Folge das Entstehen von Substanzen, die für Entzündungsreaktionen benötigt werden. Sie können dabei auf die inneren Gewebeschichten der Blutgefäße wirken und die Wiederherstellung von gesundem Gewebe nach einer Entzündung begünstigen. Dadurch bleiben die Blutgefäße elastisch und auch die Durchblutung kleinster Blutgefäße wird begünstigt.

Schwarzer Tee

Anwendung und Dosierung von Schwarzem Tee

Schwarzer Tee

Schwarzer Tee kann je nach Anwendungsgebiet unterschiedlich zubereitet werden. Grundsätzlich wird 0,5 Teelöffel (1 g) der Schwarzen Teeblätter mit 1 Tasse (150 ml) kochendem Wasser übergossen. Bei körperlicher und geistiger Ermüdung, Durchspülungstherapie und zur Vorbeugung von Gefäßveränderungen ist es ausreichend, wenn der Schwarze Tee drei Minuten lang zieht. Nach drei Minuten ist das enthalten Koffein gelöst. Bei Durchfall und zur äußerlichen bei entzündlichen Hauterkrankungen sollte der Schwarze Tee mindestens zehn Minuten ziehen, damit die enthaltenen Gerbstoffe ausreichend gelöst werden.

Dosierung

Der Konsum von bis zu fünf Tassen Schwarzen Tees ist unbedenklich.

Äußerliche Anwendung

Tränken Sie ein saubereres Baumwoll- oder Leinenhandtuch in frischem Schwarztee. Legen Sie das feuchte, ausgewrungene Tuch auf die betroffene entzündete Körperstelle, über welches ein trockenes Tuch gelegt und befestigt wird. Der Umschlag kann bis zu dreimal täglich eingesetzt werden und sollte etwa 15 bis 30 Minuten einwirken.

Schwarzer Tee

Risiken und Nebenwirkungen

Bitte beachten Sie: Risiken und Nebenwirkungen sind bei der Anwendung von bestimmungsgemäßen Dosen des Schwarzen Tees nicht bekannt.

Bei langen Ziehzeiten (über 10 Minuten) kann es aufgrund der enthaltenen Gerbstoffe bei Personen mit sehr empfindlichem Magen, zu Magen-Darmbeschwerden kommen.

Medikamente sollten nicht zusammen mit Schwarzem Tee eingenommen werden. Die Aufnahme in die Blutbahn kann vermindert werden. Dies gilt vor allem für Eisen.

Bitte dosieren Sie die Präparate wie in der Packungsbeilage angegeben bzw. wenden Sie die Dosierung an, die Ihr behandelnder Arzt verordnet hat.

Fertigarzneimittel

Schwarze Teeblätter werden nicht als Arzneimittel eingestuft und sind in Form von loser Teeware im Lebensmitteleinzelhandel erhältlich.

Schwarzer Tee wirkt anregend, zusammenziehend, schwach entwässernd und antioxidativ. Die Grenze zwischen dem Einsatz als Lebensmittel und Arzneimittel ist daher verschwimmend. Medizinisch betrachtet wirken Schwarze Teeblätter nachweisbar bei körperlicher und geistiger Erschöpfung, Durchfall, zur Durchspülungstherapie und zur Vorbeugung gegenüber Arterienverkalkung (Arteriosklerose). Außerdem können Auszüge bei äußerer Anwendung gegen Hauterkrankungen wie Ekzeme oder Neurodermitis hilfreich sein.

In der Volksmedizin wird Schwarzer Tee bei Migräne eingesetzt.

Quellen:
  • Jänicke CJ, Grünwald J, Brendler T: Handbuch Phytotherapie. Stuttgart 2003
  • Polunin O, Stainton A: Flowers of the Himalaya. 4. Auflage, New Delhi 2000
  • Weiß C: Koffein. In: Ernährungs-Umschau 2007; 4: 210-215

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