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Rettichwurzel – Rhaphani sativi radix

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Geschrieben von 2012-03-28
Zuletzt aktualisiert am 2018-10-2525.10.2018
Rettichwurzel – Rhaphani sativi radix

Scharfe Wurzel gegen Husten und Verdauungsstörungen

Der medizinische Wirkstoff des Schwarzen Rettichs ist seine frische Wurzel, die Rettichwurzel. Rettichwurzeln regen die Verdauung an, vor allem die Gallensaftproduktion der Leber und wirken nachweisbar gegen (Fett-)Verdauungsstörungen. Zusätzlich geht der Wirkstoff gegen Bakterien vor – vor allem gegen Keime, die die Atemwege befallen. Sie sind daher bei Entzündungen der Luftwege und hartnäckigem Husten ein wirksames pflanzliches Arzneimittel

Auf einen Blick:

Rettichwurzel

  • Wirkt: anregend auf die Magensaftbildung, steigernd auf die Magenbewegungen, fördernd auf die Gallensaftproduktion, gegen Bakterien
  • Kann eingesetzt werden: bei Verdauungsbeschwerden, insbesondere bei Funktionsstörungen der Gallenwege, bei entzündlichen Atemwegserkrankungen

Inhaltsstoffe der Rettichwurzel

Die unverletzte Rettichwurzel ist reich an Senfölglykosiden, darunter Raphanid. Wird die Rettichwurzel zerkleinert, also verletzt, kommen Umwandlungsprozesse (enzymatische) in Gang, bei denen die Zuckerverbindungen (Glykoside) von dem Senföl abgespalten werden. Es entsteht das wirksamkeitsbestimmende wasserdampfflüchtige Senföl und die scharf schmeckenden Allyl- und Butylsenföle.

Die Senföle der Rettichwurzel bewirken im Körper, dass Produktionen von Verdauungssäften angeregt werden und sie steigern die Bewegungen der Verdauungsorgane. Außerdem gehen Senföle aggressiv gegen Bakterien vor und können sie abtöten. Dies betrifft in der Rettichwurzel in erster Linie Atemwegskeime.

Anwendung bei Verdauungsbeschwerden

Anregende Wirkung auf den Magen-Darmtrakt

Die Rettichwurzel hat gegenüber vielen Heilpflanzen einen sehr großen Vorteil: Sie kann bereits als rohes Lebensmittel arzneiliche Wirkungen auslösen – und zwar auf den Verdauungstrakt. Die Rettichwurzeln (vor allem Senföl) „reizen“ bei innerlicher Aufnahme den Magen, der sich in Folge zu regen beginnt. Der Verdauungsprozess nimmt an Fahrt auf.

Ein positiver Nebeneffekt bei diesem Vorgang ist es, dass reflexiv vom Magen die Information an die Leber weitergeleitet wird, dass diese vermehrt Gallensaft (Lebersekret) hergestellt werden soll. Eine gesunde Leber produziert pro Tag zwischen 600 und 800 ml gallensäurehaltige Gallenflüssigkeit. Die Gallenflüssigkeit ist deshalb so wichtig, weil sie Nahrungsfette verdaulich macht. Nur wenn die Fette in ihre „Einzelteile“ zerlegt wurden, können sie auch vom Körper aufgenommen werden. Ist zu wenig Gallenflüssigkeit vorhanden, kann es zu Verdauungsbeschwerden wie Bauchschmerzen, Völlegefühl und Blähungen kommen.

Da die Rettichwurzeln die Verdauung sprichwörtlich „aus der Ruhe bringt“, beginnt die Leber mit einer vermehrten Gallensaftproduktion. Als Resultat werden verstärkt Gallensäfte an den Darm (Zwölffingerdarm) abgegeben, sodass die (Fett-) Verdauung weniger oder keine Beschwerden auslöst.

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Anwendung bei Atemwegserkrankungen

Antibakteriell bei hartnäckigem Husten

Kreuzblütengewächse (Brassicaeae), zu denen auch der Schwarze Rettich mit seinem Wirkstoff der Rettichwurzel gehört, enthalten von Natur aus Senfölglykoside. Wird die Pflanze von einem Insekt verletzt, wird dies dem Tier nicht gut bekommen, weil sie die Inhaltsstoffe der Pflanze an dieser Stelle sofort verändern. Aus den Senfölglyosiden wird das für viele Insekten giftige Senföl.

Während das Senföl gegenüber vielen kleinen Lebewesen schädlich ist, ist es für uns Menschen nützlich, weil es nämlich bakterienabtötende Wirkungen besitzt. Genau dieser Effekt kommt uns bei entzündlichen Atemwegserkrankungen zugute. Rettichwurzeln haben sich vor allem bei hartnäckigem Husten bewährt – und das nicht grundlos.

Der Wirkstoff greift entzündungsauslösende Bakterien an und bewirkt entweder, dass das Wachstum der Keime gehemmt wird, oder er tötet die Mikroorganismen ab. Als Folge lässt der Husten nach und die Atemwege werden befreit.

Rettichwurzel

Darreichungsform und Dosierung der Rettichwurzel

Rettichsaft

Besonders bei hartnäckigem Husten, aber auch bei Verdauungsbeschwerden, kann ein selbstgemachter Rettichsaft den Genesungsprozess aktiv unterstützen. Höhlen Sie eine Rettichwurzel aus und befüllen Sie diese mit Honig. Lassen Sie die Rettichwurzel 4 bis 5 Stunden ruhen. Danach wird die mit Honig befüllte Rettichwurzel umgestülpt und der Honigsaft wird in einem Gläschen aufgefangen.

Dosierung

Trinken Sie 2 Esslöffel Rettichsaft täglich, nach den Mahlzeiten.

Bitte beachten Sie, dass sich Rettichwurzeln am besten zur kurmäßigen Anwendung über einen Zeitraum von 4 bis 6 Wochen eignen. Wegen der enthaltenen Senföle, sollten Rettichwurzeln bei Anwendungen über 6 Wochen nur mit mehrtägigen Unterbrechungen eingesetzt werden.

Rettichwurzel

Risiken und Nebenwirkungen

Bitte beachten Sie: Risiken und Nebenwirkungen sind bei der Anwendung von bestimmungsgemäßen Dosen (Presssaft 50 bis 100 ml/ Tag) der Rettichwurzel nicht bekannt.

Allerdings kann es bei Personen mit sehr empfindlichen Magen zu einer Reizung der Magenschleimhaut kommen. Abgeraten wird von der Anwendung bei Gallensteinen.

Bitte dosieren Sie die Präparate wie in der Packungsbeilage angegeben, bzw. wenden Sie die Dosierung an, die Ihr behandelnder Arzt verordnet hat.

Fertigarzneimittel

Extrakte aus der Rettichwurzel sind als zugelassenes Fertigarzneimittel bislang nicht erhältlich.

In der Volksmedizin wird die Rettichwurzel bei Keuchhusten und bei Gallensteinleiden eingesetzt.

Foto: Wikipedia©goldlocki

Quellen:
  • Biermann D: Verdauung – Gift oder Galle. Link
  • Brickell Ch (Hrsg.): Die Neue Garten Enzyklopädie. London, New York, München, Melboune, Delhi 2003

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.

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