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Holunder – Sambucus nigra

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Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 03.05.2018
Holunder – Sambucus nigra

Mystischer Strauch mit positiven Wirkungen bei Erkältung

„Vor Holunder zieh den Hut hinunter!“, heißt es in einer alten Redensart über die Pflanze. Nach altem Volksglauben wohnte im Holunder der gute Geist des Hauses, die „Hollermutter“. Sie schützte die Familie vor Feuer und Seuchen, darum genoss die Pflanze im Volke lange Zeit höchste Wertschätzung.

Die Heilkraft des Holunder

Der Strauch kann auf eine lange Geschichte als Kulturpflanze verweisen und ist tief im Volksglauben verwurzelt. Aber auch in der Pflanzenheilkunde spielt der Holunder seit jeher eine Rolle. Heute wissen wir, dass Holunderblüten eine nützliche Wirkung bei Erkältungskrankheiten, Fieber und Schüttelfrost besitzen. Sie wirken schweißtreibend, können das Immunsystem stärken und sind frei von unangenehmen Nebenwirkungen.

In der Apotheke sind Präparate mit Holunderblüten erhältlich, allerdings nur in Kombination mit anderen pflanzlichen Wirkstoffen, etwa als Dragees, Tropfen oder Sirup. Dort bekommen Sie die Blüten auch in getrockneter Form, um nützliche Hausmittel wie Holunderblütentee oder Holundersaft daheim selbst herzustellen. Nähere Informationen über die Wirkweise der Holunderblüten sowie Rezepte finden Sie hier.

Bestätigte Wirkung:
  • Die Kommission E des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte befürwortet die Anwendung von Holunderblüten „bei Erkältungskrankheiten“.
  • Der europäische Dachverband der nationalen Gesellschaften für Phytotherapie (ESCOP) schließt sich dieser Anwendungsempfehlung an und befürwortet zusätzlich den Einsatz „bei Fieber und Schüttelfrost.“

Wissenswertes über den Holunder

Der Holunder ist in ganz Europa heimisch, nur im hohen Norden gedeiht er nicht. Der stattliche Strauch wächst an Waldrändern, in Hecken und an Wegrändern.

Oft sieht man ihn auch heute noch bei alten Bauernhäusern und Feldscheuern. Überhaupt hat er in der Nähe menschlicher Siedlungen früher nie gefehlt – nicht nur auf Bauernhöfen. Vor Einzug des Christentums in Europa glaubten die Germanen, dass Freya, die Besitzerin von Haus und Hof, in dem Busch wohnte.

Sein Name Sambucus leitet sich vom griechischen Wort „sambuke“ ab, so hieß die aus den hohlen Zweigen geschnitzte Flöte der Hirten. In einigen ländlichen Gegenden ist es heute noch üblich, für Kinder aus den Holunderzweigen Flöten zu basteln. Tatsächlich verwendeten schon die Menschen in der Antike den Holunder – und zwar als Heilmittel. Damals wie heute machten sie sich die schweißtreibende Wirkung der Blüten bei Erkältungen zunutze.

Heute findet lediglich der Schwarze Holunder Einsatz in der Medizin. Wenn man die Blüten selbst sammeln möchte, sollte man darauf achten, dass man den Strauch nicht mit dem ähnlich aussehenden Attich oder Zwerg-Holunder (Sambucus ebulus) verwechselt. Dieser ist kleiner und hat krautige Stängel. Vorsicht: Seine Früchte wirken abführend.

Die Pflanze besitzt viele Namen. Die gebräuchlichsten sind Holler, Hollerstrauch, Hollerbusch, Elhorn, Keilken, Pisseke, Alhorn und Zibke.

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Botanik des Holunders

Der Holunder ist ein bis zu 10 m hoher Strauch oder kleiner Baum, der zu der Familie der Geißblattgewächse (Caprifoliaceae) gehört. Seine älteren Stämme haben eine graubraune, tief längsrissige Borke. Junge Zweige haben weißes Mark, sie sind bogenförmig abwärts gekrümmt. Die Laubblätter sind gestielt, unpaarig gefiedert, mit 3 bis 7 Fiederblättchen; die Fiedern sind dunkelgrün, eiförmig, zugespitzt, und am Rand gesägt. Die kleinen gelb-weißen Blüten stehen in endständigen, bis 20 cm breiten Trugdolden. Die Früchte sind kugelig, bei der Reife im Herbst fast schwarz. Alle grünen Teile des Holunders einschließlich der unreifen Beeren sollten nicht verzehrt werden. Sie sind ungenießbar.

Verwendete Pflanzenteile und Inhaltsstoffe des Holunders

Medizinischer Wirkstoff des Holunders sind seine Blüten. Holunderblüten heißen in der medizinischen und pharmazeutischen Fachsprache Sambuci flos.

Die Qualität der Holunderblüten ist durch das Europäische Arzneibuch (PhEur) geregelt, wozu auch die Inhaltsstoffe zählen. Holunderblüten sind reich an Flavonoiden mit der Hauptkomponente Rutin. Darüber hinaus enthalten die Blüten Hydroxyphenylcarbonsäuren, Triterpene, ätherische Öle, Schleimstoffe und Phytosterine.

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.

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  Wirksamer Pflanzenteil:
Holunderblüten – Sambuci flos
Holunderblüten
   Präparate mit dieser Heilpflanze:
* Hinweis
Die Angaben sind ausschließlich zu Informations­zwecken bestimmt und stellen keine Kauf- oder Anwendungs­empfehlung dar. Diese Informationen ersetzen auch nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.