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Schöllkraut – Chelidonii herba

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Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 18.04.2017
Schöllkraut – Chelidonii herba

Frühjahrskraut zur Entspannung der Verdauungsorgane und Gallenwege

Von dem im Frühjahr blühendem Schöllkraut werden die getrockneten oberirdischen Pflanzenteile medizinisch verwendet. Schöllkraut wirkt anregend auf die Gallensaftproduktion und -ausschüttung sowie krampflösend auf Magen, Darm und die Gallenblase. Die Pflanzenheilkunde setzt es daher bei Krämpfen im Bereich des Magen-Darmtrakts und der Gallenblase ein.

Seit 2008 ist die Zulassung für schöllkrauthaltige Arzneimittel vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte auf eine Maximaldosis von 2,5 mg Gesamtalkaloide (berechnet als Chelidonin) reduziert worden. Hintergrund hierzu ist, dass Schöllkraut in hohen Dosen möglicherweise Leberschäden verursachen und die Funktion des Organs beeinträchtigen können.

In der Volksmedizin wird speziell der Milchsaft des Schöllkrauts äußerlich gegen Hauterkrankungen, wie Warzen und Krätze eingesetzt. Außerdem findet es innerlich bei Polypen im Bereich des Darms, bei Brusttumoren, Asthma, Herzenge (Angina pectoris), Gefäßverkalkung (Arteriosklerose), Bluthochdruck, Krämpfen, Gicht und bei Wassereinlagerungen Anwendung.

Speziell für die Behandlung von Warzen ist Schöllkraut bekannt, ist die Pflanze doch auch seit jeher unter dem Namen Warzenkraut bekannt. Offiziell bestätigt ist diese Wirkung nicht, jedoch besitzt der frische Milchsaft, der nach Abbrechen eines frischen Schöllkrautstängels austritt, viruzide Eigenschaften. Wie mit einer Pipette durch den Stängel mehrmals täglich direkt auf die Warze aufgetragen (Vorsicht: der Saft wirkt ätzend), soll diese dadurch zum Verschwinden gebracht werden. Mindestens zwei bis vier Wochen anwenden. 

Auf einen Blick:

Schöllkraut

  • Wirkt: entkrampfend auf den oberen Verdauungstrakt, fördernd auf die Gallesaftproduktion, leicht schmerzstillend
  • Kann eingesetzt werden: bei Krämpfen im Magen-Darm-Galle-Bereich

Inhaltsstoffe von Schöllkraut

Das Schöllkraut ist eine Alkaloidpflanze. Zu ihren wichtigsten Inhaltstoffen gehören das Chelidonin, das ein Alkaloid vom Benzophenanthrindin Typ darstellt, Coptisin und Berberin (Protoberberin Typen).

Chelidonin erfüllt eine Doppelwirkung: Es wirkt nachweisbar krampflösend auf die oberen Verdauungsorgane (Magen, Darm, Gallenblase) und sorgt zudem für eine erhöhte Gallesaftproduktion und Ausscheidung. Unterstützt wird das Chelidonin vom Berberin, das ebenfalls die Gallenschaftproduktion aktiv fördert.

Coptisin wirkt beweisbar auf die Muskulatur der Verdauungsorgane. Es beeinflusst die innere Muskelschicht, die sich in Folge entspannt. Dadurch werden schmerzhafte Krämpfe gemindert.

Wirkung bei Krämpfen im Magen-Darm-Galle-Trakt

Krampflösend und galletreibend bei Beschwerden des Magens, Darms und der Gallenblase

Schöllkraut wirkt aufgrund der enthaltenen Alkaloide leicht entspannend auf den Magen, Darm und die Gallenblase. Die Wirkung ist hierbei mit der des Papaverins (Alkaloid im Opium) vergleichbar, wobei Schöllkraut deutlich schwächer wirkt.

Aber warum wirkt es bei Krämpfen des Magen-Darm-Trakts und der Gallenblase? Für die krampflösende Wirkung speziell auf die Gallenblase aber auch auf die übrigen Verdauungsorgane sind zwei Alkaloide zuständig: Das Coptisin und das Chelidonin. Die Inhaltsstoffe des Schöllkrauts können die innerste Muskelschicht der Organe direkt beeinflussen, was zu einer leichten Erschlaffung der entsprechenden Gefäßmuskulatur führt. Als Folge entspannt sich die verkrampfte Muskulatur der Organe.

Das Coptisin beeinflusst zudem direkt die Muskulatur der Gallenblase, was dazu führt, dass sich die Gallenmuskultur entspannt und die krampfartigen Schmerzen nachlassen. Chelidonin wirkt ebenfalls krampflösend. Dieser Effekt kommt jedoch in erster Linie aufgrund der erhöhten Galleproduktion und Entleerung zustande.

Das Schöllkraut gehört in die Gruppe der gallentreibenden Arzneimittel, die auch Cholagoga genannt werden. Durch die enthaltenen Alkaloide (vor allem Berberin und Chelidonin) werden die Galleproduktion in der Leber und ihre Ausscheidung gefördert. Das hat zur Folge, dass sich die Gallenblase schneller als unter üblichen Umständen entleert.

Schöllkraut

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Anwendung und Dosierung von Schöllkraut

Schöllkraut-Tee

Von der Anwendung eines Schöllkrauttees wird aufgrund seiner möglichen lebertoxischen Nebenwirkungen abgeraten.

Schöllkraut

Risiken und Nebenwirkungen

Bitte beachten Sie: Risiken und Nebenwirkungen sind bei der Anwendung von bestimmungsgemäßen Dosen (Gesamtalkaloide berechnet als Chelidonin: 2,5 mg) des Schöllkrauts nicht bekannt.

Dennoch reagieren manche Menschen allergisch auf Schöllkraut. Bei solchen Reaktionen (z.B. Juckreiz), suchen Sie bitte einen Arzt auf. Darüber hinaus kann es in seltenen Fällen zu Magen-Darmbeschwerden, einer Verschlechterung der Leberfunktion sowie Gelbsucht (Gelbfärbung der Haut) kommen. In sehr seltenen Fällen wurden zudem erhöhte Leberwerte beobachtet.

Schöllkraut darf nicht angewendet werden, wenn Sie an Gallensteinen oder einem Verschluss der Gallengänge durch Gallensteine, Lebererkrankungen sowie Magen- und Zwölffinderdarmgeschwür leiden. Außerdem ist die Anwendung bei Kindern unter 12 Jahren, während der Schwangerschaft und Stillzeit nicht vertretbar.

Bitte dosieren Sie die Präparate wie in der Packungsbeilage angegeben, bzw. wenden Sie die Dosierung an, die Ihr behandelnder Arzt verordnet hat.

Fertigarzneimittel

Extrakte aus Schöllkraut sind als Fertigarzneimittel bisher nicht als Monopräparat verfügbar. In Kombination mit anderen Wirkstoffen sind sie in Form von Dragees und Tropfen erhältlich (Mittel gegen Verdauungsstörungen). Außerdem erhalten Sie das Kraut in getrockneter Form in Ihrer Apotheke.

Schöllkraut hilft nachweislich bei Krämpfen im Magen-Darm-Gallebereich. Sie wirken galletreibend sowie leicht entspannend auf die Verdauungsorgane.

 

Quellen:
  • ADAC (Hrsg.): Das Große Buch Der Klosterheilkunde. München 2005
  • Breitmaier E: Alkaloide. 2. Auflage, Stuttgart, Leipzig, Wiesbaden 2002
  • Jänicke CJ, Grünwald J, Brendler T: Handbuch Phytotherapie. Stuttgart 2003

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.