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Chelidonium majus

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Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 18.04.2017
Chelidonium majus

Gemäldepflanze des Malers Albrecht Dürer

Dass das Schöllkraut in den vergangenen Jahrhunderten eine bedeutsame Pflanze war, zeigt sich unter anderem durch ein berühmtes Motiv des deutschen Malers Albrecht Dürer (1471-1528). Dürer erkrankte an Malaria – und wurde geheilt. Die Heilwirkung schrieb der Maler dem Schöllkraut zu und verewigte es dafür zum Dank auf einem seiner Gemälde.

Heilwirkung von Schöllkraut

Schöllkraut ist ein nachweislich wirksames pflanzliches Arzneimittel, das bei krampfartigen Gallenwegbeschwerden und Magen-Darmproblemen Linderung verschafft. Seit 2008 wurde die Zulassung für Fertigarzneimittel mit Schöllkraut-Extrakten eingeschränkt. Sie dürfen maximal 2,5 mg Gesamtalkaloide (Berechnung als Chelidonin) enthalten, weil diese möglicherweise Leberschäden hervorrufen können. Als vollständig gesichert gilt diese unerwünschte Wirkung jedoch nicht.

Anerkannte medizinische Anwendung:
  • Die Kommission E des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte befürwortet die Anwendung von Schöllkraut „bei krampfartigen Beschwerden im Bereich der Gallenwege und des Magen-Darm-Trakts.“
  • Der europäische Dachverband der nationalen Gesellschaften für Phytotherapie (ESCOP) befürwortet die Anwendung zur symptomatischen Behandlung leichter Krämpfe im oberen Gastrointestinaltrakt, bei leichten Gallenbeschwerden sowie Verdauungsbeschwerden

Wissenswertes zum Schöllkraut

Ob das Schöllkraut tatsächlich zur Heilung von Malaria beitragen kann, das ist aus heutiger Sicht mehr als fraglich. Fakt ist allerdings, dass die milchsafthaltige Pflanze im Fokus bedeutsamer heilkundiger Personen stand und wohl schon seit über 2.000 Jahren medizinisch gebraucht wird.

Ob bereits die alten Griechen die Pflanze medizinisch nutzten, kann heute nicht mit Sicherheit belegt werden. Allerdings erwähnte der griechische Arzt Dioskurides, der im Gefolge römischer Kriegsheere viele Länder bereiste und die Arzneimittellehre „De materia medica“ verfasste, das Schöllkraut in seinen Büchern: „Die Pflanze scheint den Namen Chelidonium zu haben, weil sie zugleich mit dem Eintreffen der Schwalben blüht, mit dem Abzuge derselben welkt. Einige berichten, dass wenn eine von den jungen Schwalben erblinde, die Mutter das Kraut herbeihole und den Schaden heile.“

Andere Zeitgenossen glauben, der Name Chelidonium kommt vom griechischen „kelido“, was beflecken heißt. Tatsächlich hinterlässt der Saft auf der Haut braune Flecken. Die Ärzte des Mittelalters hielten es aber mehr mit der ersten Theorie. Auch ein medizinisches Lehrgedicht besagt: „Fenchel, Eisenkraut, Rose, die Traute, Schöllkraut, Blätter und Blüte der Raute, Wer ein Wasser aus diesem sich braute, klarer und heller sein Auge da schaute.“

Damals wie heute wächst die Pflanze vor allem auf lehmig-sandigen, nährstoffreichen Böden bei mäßiger Beschattung und zeigt Stickstoff im Boden an. Schöllkraut entwickelt Samen. Sie werden durch Ameisen verbreitet, weswegen das Schöllkraut auch an unzugänglichen Stellen wie Mauerritzen wächst.

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Botanik des Schöllkrauts

Das Schöllkraut ist ein mehrjähriges Kraut aus der Familie der Mohngewächse (Papaveraceae) mit einem starken, walzenförmigen, ästigen, außen rotbraunen und innen orangefarbenden Wurzelstock. Seine verzweigten Stängel sind abstehend behaart und an den Knoten verdickt. In den Stängeln führt die Pflanze einen orangegelben, unangenehm riechenden und giftigen Milchsaft. Schöllkraut wächst zwischen 30 und 50 cm hoch. Die Grundblätter sind langgestielt, die Stängelblätter etwas kürzer. Sie sind von fiederspaliger Gestalt. Die leuchtend gelben Blüten stehen in armblütigen Dolden. Nach ihrer Blüte entwickelt sich hieraus eine schotenähnlich aussehende Frucht, in der sich die vielen schwarzbraunen und glänzenden Samen befinden.

Verwendete Pflanzenteile und Inhaltsstoffe des Schöllkrauts

Als Schöllkraut wird sowohl der deutsche Pflanzenname von Chelidonium majus bezeichnet, als auch die medizinisch eingesetzten Pflanzenbestandteile. Bei Schöllkraut als Wirkstoff handelt es sich um die während der Blütezeit gesammelten und getrockneten oberirdischen Pflanzenbestandteile (Stängel, Blätter, Blüten und evtl. Früchte mit Samen) der Schöllkraut-Pflanze.

Die offizielle medizinische und pharmazeutische Bezeichnung des Schöllkrautes lautet Chelidonii herba, dessen Anforderungen an die Qualität durch das Europäische Arzneibuch (PhEur) geregelt sind.

Das PhEur legt beispielsweise fest, dass der Mindestgehalt an Alkaloiden, berechnet in Chelidonin 0,6% betragen muss. Den Hauptalkaloidanteil macht jedoch nicht das Chelidonin, aus, sondern das Coptisin. Daneben enthält der Wirkstoff weitere Alkaloide und Kaffesäuredervate.

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.