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Schlehdorn – Prunus spinosa

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Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 26.11.2014
Schlehdorn – Prunus spinosa

Das Sammeln der wilden Schlehenfrüchte war für die Menschen noch nie besonders vergnüglich. Der Schlehdorn ist, wie sein Name bereits vermuten lässt, von Dornen übersät – für die Pflanze ein Schutz vor Wildfraß. Andererseits lohnt sich die Mühe, eignen sich die blauschwarzen Beeren, deren Geschmack sich erst nach dem ersten Frost entfaltet, doch vorzüglich zur Herstellung von Schlehenmarmelade, Säften, Schlehenwein oder auch Likör. 

Wobei hilft die Schlehe?

Die Frucht der Schlehe steckt nicht nur voller Vitamine, sie eignet sich mit ihren enthaltenen Gerbstoffen sehr gut zur Behandlung von leichten Entzündungen. Einen therapeutischen Nutzen hat der Wirkstoff nachweislich bei Entzündungen im Mund- und Rachenbereich (Mundschleimhautentzündung, Stomatitis, ZahnfleischentzündungHalsschmerzen).

In der traditionellen Volks- und Erfahrungsheilkunde ist die Schlehe als Kräftigungsmittel bekannt. So gelten die Blüten und die Rinde des Schlehdorn als heilsam. So wird ein Schlehdornblütentee gern bei Kindern als sanftes Mittel bei Durchfall und Magenschmerzen eingesetzt. Die Wirkung der Blüten wurde von offizieller Seite nicht bestätigt.  

Anerkannte medizinische Anwendung:
  • Die Kommission E des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte empfiehlt die Anwendung von Schlehdornfrüchten „bei leichten Entzündung der Mund- und Rachenschleimhaut.“

Wissenswertes über den Schlehdorn

Dass die Früchte des Schlehdorns „Kraft“ haben, wussten bereits die frühen sesshaften Landwirte. Sie sind reich an Vitamin C, Fruchtsäuren und medizinisch wertvollen Gerbstoffen. Zu Nahrungsmittelzwecken sollten Schlehdornfrüchte nach dem ersten Frost gesammelt werden. Vorher nämlich hinterlässt das Fruchtfleisch ein recht pelziges Gefühl auf der Zunge, das auf die Gerbstoffe zurückgeht. Die Schlehe gehört zu den Rosenpflanzen und eng verwandt mit der Pflaume, Zwetschge, Aprikose und auch mit der Mandel.

Zusammen mit anderen dornigen Heckenpflanzen wie Weißdorn oder Kreuzdorn, diente der Schlehe bereits im frühen Mittelalter als dorniger Heckenschutz für Bauernhöfe und Nutztiere vor wilden Gefahren und als Windfang. Wölfe und Füchse waren seinerzeit auf unseren Breiten gefürchtete Jäger.

Der Schlehdorn, der manchmal kurz Schlehe, oder wegen seiner schwarzen Rinde, Schwarzdorn genannt wird, ist absolut frosthart, andererseits wärmeliebend, verträgt sommerliche Hitze- und Trockenperioden selbst auf Extremstandorten sehr gut. Andere Namen des Steinobstgewächses sind Schlehendorn, Heckendorn oder auch Deutsche Akazie. Früher mit reichlich Aberglauben verbunden, man schrieb ihm eine Schutzwirkung gegen Hexen zu. ist der Schlehdorn aus heutiger Sicht vor allem von ökologischer Bedeutung. Der offen zugängliche Nektar wird von kurzrüssligen Insekten wie der Tanzfliege und der Kaisergoldfliege angenommen. Außerdem dient der Strauch als Futterpflanze für Raupen zahlreicher Schmetterlingsarten, die in Deutschland teilweise stark gefährdet sind, wie z.B. Segelfalter, Pflaumenzipfelfalter oder Nierenfleck.

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Botanik des Schlehdorns

Der Schlehdorn ist ein 1 bis 5 Meter hoch wachsender Strauch bis Großstrauch aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Seine kräftigen Hauptäste, die sparrig, dichtbuschig verzweigt, oft undurchdringlich, dornige Dickichte bilden, wachsen sehr langsam. Schlehdornzweige sind zunächst bräunlichgrau, die Rinde später schwarz, wobei die Kurztriebe meist in Dornen übergehen. Die wechselständig angeordneten, verkehrt eiförmigen bis elliptischen Blätter sind im Sommer matt dunkelgrün und werden zwischen 3 bis 5 cm lang. Während des Herbstes verfärben sie sich wenig auffällig, meist gelblich, manchmal auch rötlich.

Im April und Mai blüht der Schlehdorn. Seine weißen, meist einzelnen Blüten haben einen Durchmesser von etwa 1,5 cm und Blütenstiele von einer Länge von 5 mm. Aus diesen Blüten entwickeln sich die kugeligen bis eiförmigen, 1 bis 1,5 cm dicken, schwärzlichen, blau bereiften, sehr sauren Früchte. Das Fruchtfleisch löst sich nicht vom Steinkern, und ist erst nach Frosteinwirkung roh genießbar. Dann ist der Geschmack der Schlehdornfrüchte süß-säuerlich.

Verwendete Pflanzenteile und Inhaltsstoffe des Schlehdorns

Für medizinische Zwecke werden die frischen oder getrockneten, reifen Früchte des Schlehdorns verwendet. Diese werden erst im späten Herbst geerntet und heißen in der medizinischen und pharmazeutischen Fachsprache Pruni spinosae fructus. Die Anforderungen an die Qualität der Schlehdornfrüchte ist durch den Deutschen Arznei Codex (DAC) geregelt, wozu auch die Inhaltsstoffe gehören. Schlehdornfrüchte sind ein gerbstoffreicher Wirkstoff. Daneben enthalten die (frischen) Früchte viel Vitamin C, Fruchtsäuren sowie Zuckerverbindungen (Monosaccaride und Oligosaccharide).

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.