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Rote Seifenwurzel – Saponariae rubrae radix

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Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 26.11.2014
Rote Seifenwurzel – Saponariae rubrae radix

Schleimlösende Wurzel bei festsitzendem Husten

Wirkstoff der roten Seifenwurzel, die auch rotes Seifenkraut genannt wird, ist wie der Pflanzenname schon vermuten lässt, die Wurzel. Auch lässt der Name bereits auf die Inhaltstoffe der Pflanze schließen: Es sind seifenähnliche Stoffe, sogenannte Saponine.

Die rote Seifenwurzel wird seit dem Mittelalter gegen Husten eingesetzt. Heute ist die Wirkung der Wurzel gegen festsitzenden Husten wissenschaftlich belegt.

In der Volksmedizin wird auch das Kraut der Pflanze eingesetzt. Die Wirkung des Seifenkrautes ist jedoch nicht belegt.

Auf einen Blick:

Rote Seifenwurzel

  • Wirkt: auswurffördernd, entzündungshemmend, bakterienabtötend, cholesterinsenkend, abtötend auf Spermien; in hohen Dosen schleimhautreizend, zellabtötend und brechreizauslösend
  • Kann eingesetzt werden: bei Erkrankungen der oberen Luftwege

Inhaltsstoffe der roten Seifenwurzel

Das rote Seifenkraut enthält als wirksamkeitsbestimmende Inhaltsstoffe Saponine, vor allem die Komponenten Saponariosid A und B.

Saponine haben generell die Fähigkeit die Grenzflächenspannung zu vermindern. Sie wirken in kleinen Mengen dadurch auswurffördernd und leicht abführend. In großen Mengen eingenommen können Saponine negative Wirkungen entfalten. Beispielsweise kann es zu Übelkeit und Erbrechen kommen.

Wirkung bei Atemwegerkrankungen

Lösend bei festsitzendem Husten

Husten und Bronchitis werden in der medizinischen Fachsprache als „Katarrhe der Luftwege“ bezeichnet. Dies ist auch bei den Anwendungsgebieten der roten Seifenwurzel der Fall.

Eine Bronchitis macht sich oft durch eine Entzündung der Schleimhaut in den Bronchien bemerkbar und ist anfänglich oft mit trockenem Husten (Reizhusten) verbunden. Besonders während der kalten Jahreszeit, wenn es draußen kalt und feucht ist, kommt es vermehrt zu Bronchitis und Husten. Andere begünstigende Faktoren können beispielsweise Rauchen oder Smog sein.

Bei einer Bronchitis im Anfangsstadium und bei lästigem Reizhusten, zeigt die  Roten Seifenwurzel nachweisliche Wirkungen.

Die wichtigsten Inhaltstoffe der roten Seifenwurzel sind die Saponine. Sie haben seifenähnliche Merkmale (Sapo bedeutet Seife) und können die Oberflächenspannung verschiedener Stoffe (z.B. Wasser und Fett) herabsetzten. Dieser Mechanismus funktioniert auch bei Schleim (Bronchialschleim). Die Inhaltstoffe der roten Seifenwurzel bewirken, dass sich selbst festsitzendes, zähes Sekret löst. Diese Reaktion wiederum wird zunächst im oberen Verdauungstrakt (z.B. Magen) ausgelöst, weil die Schleimhaut gereizt wird.

Über einen Gehirnnerv (Vagusnerv) geht jetzt der Befehl an die Zellen der Bronchien (Becherzellen) und Drüsen der Bronchien weiter: Produziert dünnflüssiges Sekret!

So verflüssigt sich der Schleim und kann abgehustet werden.

Roter Seifenwurzel
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Darreichungsform und Dosierung

Tee

Bei festsitzendem Husten trägt ein Tee mit der roten Seifenwurzel erwiesenermaßen zum Lösen des Schleimes in den Bronchien bei. Wendet man den Tee alleinig als Monopräparat, an, so darf man nicht mehr als 1 Tasse pro Tag trinken. Geben Sie hierzu ½ Teelöffel (1 – 1,3 g) der roten Seifenwurzel in 1 Tasse (150 ml) kalten Wassers und bringen Sie den Tee zum Kochen. Danach wird die Wurzel sofort ab gesiebt.

Trinken Sie 1-mal tägliche eine Tasse Tee.

Teemischung: Milder als die reine rote Seifenwurzel wirkt eine Teemischung, die auswurffördernd auf den Bronchialschleim wirkt. Sie benötigen:

  • Rote Seifenwurzel 20,0 g
  • Anisfrüchte (angestoßen) 20,0 g
  • Holunderblüten 20,0 g
  • Malvenblüten 20,0 g
  • Huflattichblätter 20,0 g

Für die Teeherstellung überbrühen Sie 1 Esslöffel der Teemischung mit 1 großen Tasse (250 ml) kochendem Wasser. Lassen Sie die Teemischung 10 Minuten lang ziehen, und sieben Sie die Teebestandteile anschließend ab.

Dosierung

Trinken Sie bis zu 3-mal täglich eine Tasse des Hustentee, bis der Bronchialschleim abgehustet wurde.

Roter Seifenwurzel

Risiken und Nebenwirkungen

Bitte beachten Sie: Risiken und Nebenwirkungen sind bei der Anwendung von bestimmungsgemäßen Dosen (Tee: 1,5 g) der roten Seifenwurzel nicht bekannt.

In seltenen Fällen wurden jedoch über Magenbeschwerden berichtet. Bei sehr hoher Dosierung sind zudem Haut- und Schleimhautreizungen zur erwarten.

Bitte dosieren Sie die Präparate wie in der Packungsbeilage angegeben, bzw. wenden Sie die Dosierung an, die Ihr behandelnder Arzt verordnet hat.

Fertigarzneimittel

Extrakte aus roter Seifenwurzel sind als Monopräparat in Fertigarzneimitteln (noch) nicht erhältlich. In Kombination mit anderen Pflanzen ist die rote Seifenwurzel in Form von Tropfen erhältlich (Mittel gegen Entzündungen der oberen Atemwege).

Die rote Seifenwurzel ist eine typische Saponinpflanze. Saponine wirken nachweislich schleimlösend bei festsitzendem Husten. Aus diesem Grund nützen rote Seifenwurzel nachweislich bei Husten und Bronchitis.

In der Volksmedizin wird die rote Seifenwurzel innerlich bei Lungen-, Leber-, Galle und Nierenleiden sowie bei Verstopfung, Rheuma und Gicht eingesetzt. Äußerlich findet die Wurzel Einsatz bei Hauterkrankungen und gegen Zungenbelag durch Pilze.

Quellen:
  • Bäumler S: Heilpflanzen Praxis Heute. München 2007
  • Bühring U: Praxis-Lehrbuch der modernen Heilpflanzenkunde. 2. Auflage, Stuttgart 2009
Foto von Stefan Laarmann - Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY 2.5 über Wikimedia Commons

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.

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