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Ernte und Verarbeitung der Rosskastanie

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Geschrieben von 2011-02-08
Zuletzt aktualisiert am 2014-11-2626.11.2014
Ernte und Verarbeitung der Rosskastanie Fotolia_©-Frank-Peter-Funke

Zwischen September und Oktober werden die Samen (Kastanien) der Rosskastanie reif. Sie befinden sich in den grünen stacheligen Kapseln, die wenn sie reif sind, abknicken und auf den Boden fallen. Jetzt ist die beste Erntezeit für die Kastanien. Ihre Extrakte sind offiziell anerkannt und ihre Qualität im Deutschen Arzneibuch geregelt. Bei den übrigen Wirkstoffen handelt es sich um traditionelle Arzneien, die aus diesem Grund bezogen auf die Ernte und Herstellung nur zusammenfassend beschrieben werden sollen. Die Rinde kann zwischen März und April geerntet werden. Blätter werden in den Monaten April bis Juni gesammelt und die Blüten zwischen April und Mai.

Ernte der Rosskastaniensamen

Rosskastaniensamen stammen zumeist aus osteuropäischen Ländern. Dort werden sie per Hand gesammelt. Ihre Trocknung ist unproblematisch und erfolgt auf einer sauberen Unterlage in einem warmen Raum mit geringer Luftfeuchtigkeit. Die Trocknungsdauer beträgt zwischen zehn und 30 Tagen.

Nach der Trocknung erfolgt die Abgabe an die jeweiligen Arzneimittelhersteller.

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Herstellung von Rosskastaniensamen-Extrakten

Auf dem deutschen Arzneimittelmarkt sind heute weit über 100 verschiedene pflanzliche Medikamente mit Rosskastaniensamen-Extrakten erhältlich. Daneben werden die Extrakte aus der Rinde, den Blättern und den Blüten auch für kosmetische Produkte wie Shampoo, Zahnpasta, Sonnencremes oder Hautcremes gegen Akne verwendet. Für ihre Herstellung gelten andere Vorschriften als für die Herstellung von pflanzlichen Arzneimitteln aus den Samen der Rosskastanie. Sie sind im Deutschen Arzneibuch (DAB) festgelegt.

Vor der Herstellung werden die Rosskastaniensamen daher zunächst auf ihre Identität geprüft. Dies erfolgt über den Nachweis des wichtigen Inhaltstoffes Aescin. Die Extrakte werden mit einem Fließmittel angesetzt und dann mit Aescin als Referenzmittel durch UV-Strahlung abgeglichen. Im Tageslicht leuchtet es durch das Ansprühen mit Anisaldehydreagen blauviolett auf.

Da sich aber Saponine durch diese Methode nicht auftrennen lassen, lässt die DAB-Vorschrift keine Aussage über die Zusammensetzung des Saponingemischs zu.

Dazu ist die Hochleistungsflüssigkeitschromatographie (HPLC-Methode), die zur Messung von Molekülen dienen kann, gut geeignet. Sie wird auch mit der Massenspektrometrie kombiniert, so dass alle Haupt- und Nebensubstanzen sicher identifiziert werden können.

Die Triterpensaponine (Hauptinhaltstoffe) werden abgetrennt und anschließend mit verschiedenen Hilfsmitteln photometrisch (Lichtmessung) bestimmt. Die Triterpensaponine müssen nach der Vorschrift des DAB mindestens 3% betragen.

Der maximale Ertrag aus den Rosskastaniensamen wird durch den Auszug mit Ethanol-Wasser oder Methanol-Wasser-Gemischen erreicht. Der jeweilige Ethanol- oder Methanolgehalt liegt hierbei zwischen 40 bis 60%.

Diese Extrakte werden anschließend zu Fertigarzneimitteln (Monopräparaten und Kombinationspräparaten) wie Tabletten oder Tropfen weiterverarbeitet.

Quellen:
  • Augustin M, Schmiedel V: Leitfaden Naturheilkunde. 4. Auflage, Stuttgart 2003
  • Brickell Ch (Hrsg.): Die Neue Garten Enzyklopädie. London, New York, München, Melboune, Delhi 2003
  • ESCOP (the European Scientific Cooperative on Phytherapy) (Hrsg.): ESCOP Monographs. 2nd Edition, Stuttgart – New York 2003
  • Hänsel R, Sticher O: Pharmakognosie – Phytopharmazie. Heidelberg 2007
  • Schilcher H, Kammerer S, Wegener T: Leitfaden Phytotherapie. München & Jena 2010

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.

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