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Rosenwurzwurzel – Rhodoliae roseae radix

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Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 27.09.2013
Rosenwurzwurzel – Rhodoliae roseae radix

Duftende Wurzel für geschützte Nervenzellen, besseres Gedächtnis und beschleunigte körperliche Regeneration

Bislang sind Extrakte aus der Wurzel des Rosenwurz, auch häufig mit seinem lateinischen Namen Rhodiola benannt, in Deutschland als Nahrungsergänzungsmittel zugelassen. Sie wurden außerdem gut untersucht und es gibt zahlreiche Anhaltspunkte dafür, dass die Wurzel die körperliche und geistige Leistungen steigert, eine bessere Anpassungsfähigkeit an Stresssituationen bewirkt und das Langzeitgedächtnis verbessert. Zudem gibt es ermutigende Hinweise dafür, dass Rhodiola einem Burn-out vorbeugen kann.

Auf einen Blick:

Rhodiola

  • Wirkt: erhöhend auf die Konzentrationsfähigkeit, fördernd auf die Gedächtnisleistung und die körperliche Leistungsfähigkeit, steigernd auf die Anpassungsfähigkeit des Körpers auf äußere Stressreize, aktivierend auf die Erholung nach körperlichen Anstrengungen
  • Kann eingesetzt werden: zur geistigen und körperlichen Leistungssteigerung, zur Verbesserung der Stressresistenz, zur schnellen körperlichen Erholung

Inhaltsstoffe von Rhodiola

Die Inhaltsstoffe des Rhodiola wirken als Gesamtkomplex. Das bedeutet, dass das Zusammenspiel der Inhaltsstoffe aus dem Rosenwurz für die Wirkungen beitragen und keine Einzelsubstanz für seine Heilwirkungen verantwortlich ist.

Insgesamt sind es sechs Stoffgruppen, die für die bemerkenswerten Eigenschaften von Rhodiola zuständig sind. Sie alle gehören wiederum zu der großen Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe. Dazu zählen beispielsweise Phenylpropanoide, Phenylethanoide, Phenylcarbonsäuren und Flavonoide. Zusätzlich sind organische Pflanzensäuren für die Wirksamkeit der Rosenwurzwurzel von Bedeutung.

Zusammen können die Inhaltsstoffe die Bildung von körpereigenen Botenstoffen (Hormonen) bewirken, welche einen positiven Einfluss auf die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit haben. Zusätzlich soll der Gesamtkomplex bei langfristiger Anwendung die Nervenzellen im Gehirn schützen und gleichzeitig eine bessere Anpassung an Stresssituationen bewirken.

Wirkung bei Konzentrationsstörungen und Stress

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Erhöhung der Konzentrationsfähigkeit und Gedächtnisleistung durch bessere Anpassung an Stresssituationen

Rhodiola kann die Konzentrationsfähigkeit und das Gedächtnis positiv beeinflussen, in dem sie zur Ausschüttung spezieller Signalsubstanzen (Neurotransmitter) anregen. Dieser Effekt soll aber nur eine Kurzzeitwirkung besitzen. Langfristig ist der Wirkmechanismus des Rosenwurz auf eine verbesserte Anpassung des Körpers ausgelegt, z.B. an Umwelteinflüsse. Nervenzellen des Gehirns sollen so auf lange Sicht besser geschützt werden.

Die Begründungen für diese eindrucksvollen Wirkungen sind aus den Effekten von körpereigenen Botenstoffen (Neurotransmitter) herzuleiten, die durch die Rosenwurz vermehrt gebildet werden können. Dazu gehören beispielsweise die Neurotransmitter Norepinephrin, Dopamin, Acetylcholin und Serotonin. Sie alle haben einen direkten Einfluss auf Nervenzellen und dienen der Verarbeitung von Informationen und Speicherung im Gehirn. Durch ihr optimales Zusammenspiel können Neurotransmitter die geistige Leistungsfähigkeit und damit auch die Gedächtnisleistung fördern. Ihre vermehrte Bildung und Ausschüttung kann außerdem ein besseres körperliches Wohlbefinden bewirken, was auch mit einer Anti-Stress-Wirkung oder verbesserten Stressresistenz bezeichnet werden kann.

Diese Wirkungen sollen zudem einen positiven Einfluss bei Sportlern haben, denn mentale Frische, hohe Konzentrationsfähigkeit und eine Energieeinsparung der Muskelzellen beim Sport können durch die Ausschüttung der Hormone erreicht werden. Letzteres ist bedeutsam, weil alle Bewegungen der Muskeln vom Gehirn gelenkt und überprüft werden.

Wirkung zur Verbesserung der körperlichen Belastbarkeit und Regeneration

Vermindertes Schmerzempfinden und entzündungshemmende Wirkung

Rhodiola scheinen die Bildung von „Glückhormonen“ ankurbeln zu können. Die Wirkungen dieser Hormone liegen auf der Hand: Sie können kurzzeitig die körperliche und geistige Belastungsfähigkeit deutlich erhöhen, verringern aber parallel das Schmerzempfinden.

Dabei sind Glückshormone im engeren Sinne nichts anderes als körpereigene Opiate, die auch als Endorphine bezeichnet werden. Anders als pflanzliche Opiate, sind die körpereigenen Endorphine allerdings harmlos. Damit ist die Begründung der verbesserten körperlichen Leistungsfähigkeit durch Rosenwurz aber noch nicht am Ende.

Wer bereits ein Kortison-Präparat eingenommen hat, weiß, dass die Substanz u.a. gegen Entzündungen eingesetzt wird. Was viele nicht wissen: Das Gehirn bildet einen Botenstoff mit Namen Adrenocorticotropes Hormon (kurz ACTH). ACTH entfaltet seine Wirkung auf die Nebennierenrinde. Dort wird körpereigenes Kortison gebildet und ausgeschüttet.

Kortison kann also vom Körper selbst hergestellt werden und ist in kleinen Mengen nicht schädlich: Es wirkt antientzündlich.

Verschiedene Untersuchungen haben gezeigt, dass Rosenwurz die ACTH-Produktion anregen und damit über die Nebennierenrinde vermehrt antientzündliches Kortison gebildet werden kann. Dieser Effekt könnte erklären, weshalb die Regernationsdauer nach körperlicher Anstrengung, z.B. nach einem Marathonlauf, verkürzt ist. Die indirekte Folge hieraus ist eine körperliche Leistungssteigerung, weil die Erholungszeit verkürzt wird.

Andererseits wurde jedoch auch beobachtet, dass es durch hohe Rhodiola-Dosen und eine Behandlung von mehr als vier Monaten zu einer Umkehrwirkung kommen kann. Die Kortisonproduktion ist dann vermindert.

Rosenwurzwurzel

Anwendung und Dosierung der Rosenwurzwurzel

Dosierung

Rhodiola sollte gleichbleibend hoch dosiert werden, was mit einem selbstgemachten Teeaufguss mit der getrockneten Wurzel nur schwer zu erreichen ist. Daher sollte man unbedingt auf Fertigpräparate zurückgreifen. Die tägliche Einnahmedosis sollte dabei 200 mg betragen. Nahrungsergänzungsmittel mit Rhodiola-Extrakten eignen sich auch zur Langzeitbehandlung.

Rhodiola

Risiken und Nebenwirkungen

Bitte beachten Sie: Risiken und Nebenwirkungen sind bei der Anwendung von bestimmungsgemäßen Dosen (Tagesdosis: 200 mg) von Rhodiola nicht bekannt.

Jugendliche im Alter unter 18 Jahren, Schwangere und Stillende sollten vor der Anwendung mit Rosenwurzwurzel Rücksprache mit einem Arzt halten.

Bitte dosieren Sie die Präparate wie in der Packungsbeilage angegeben bzw. wenden Sie die Dosierung an, die Ihr behandelnder Arzt verordnet hat.

Fertigarzneimittel

Extrakte aus der Rosenwurzwurzel sind bislang nicht als standardisierte Fertigarzneimittel erhältlich. Verfügbar sind Nahrungsergänzungsmittel, die teilweise mit anderen pflanzlichen Wirkstoffen kombiniert sind.

Rhodiola ist in Deutschland als Nahrungsergänzungsmittel zugelassen. Jüngste Untersuchungen zeigen, dass die Anwendung des Wirkstoffes zu einer besseren mentalen und körperlichen Leistungsfähigkeit beitragen kann, die Gedächtnisleistung verbessert und eine bessere Anpassung an Stresssituationen bewirkt.

 

Quellen:
  • Klenow, S, et al. Risikobewertung von Pflanzen und pflanzlichen Zubereitungen. Bundesinstitut für Risikobewertung, Berlin 2012
  • Korczak, D, Wastian, M und Schneider, M. Therapie des Burnout-Syndroms. Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI), Köln 2012
  • Panossian, A, Wikmann, G und Sarris, J. Rosenroot (Rhodiola rosea): traditional use, chemical composition, pharmacology and clinical efficacy. Phytomedicine. 17(7):481-493, 2010
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Die Angaben sind ausschließlich zu Informations­zwecken bestimmt und stellen keine Kauf- oder Anwendungs­empfehlung dar. Diese Informationen ersetzen auch nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.