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Rizinusöl – Ricini oleum

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Geschrieben von 2011-11-09
Zuletzt aktualisiert am 2016-03-0808.03.2016
Rizinusöl – Ricini oleum

Natürliche Soforthilfe bei Verstopfung

Das fette Rizinusöl, das aus den Samen der Rizinuspflanze gewonnen wird, wirkt nachweislich abführend und kann kurzzeitig bei Verstopfung eingesetzt werden. Hier gilt allerdings Vorsicht, denn es dürfen keine organischen Ursachen vorliegen wie Darmverschluss oder Darmschleimhautentzündung.

Rizinusöl regt den Darm zu erhöhter Tätigkeit an, entzieht ihm zusätzlich Wasser sowie Elektrolyte und vermindert die Wasseraufnahme aus Getränken und Nahrungsmitteln in den Darm. Dadurch wird der (verhärtete) Stuhl aufgeweicht und kann durch die Darmbewegungen schnell ausgeschieden werden.

Achtung: Rizinusöl ist kein sanftes pflanzliches Abführmittel. Es entfaltet seine Wirkung drastisch und ist auch daher nicht zur Langzeitanwendung geeignet.

Im Gegensatz zu anderen Ölen ist Rizinusöl in verdünntem Alkohol löslich und wird auch Pflegeprodukt für Haut und Haare angeboten.

In der Volksmedizin wird Rizinusöl innerlich bei akuter Verstopfung und Darmentzündungen, zur Geburtenkontrolle, zum Abführen von Eingeweidewürmern und zur Darmreinigung bei Heilfastenkuren eingesetzt. Äußerlich findet es traditionell bei entzündlichen Hauterkrankungen, Furunkeln, Karbunkeln, Abszessen und Mittelohrentzündungen Einsatz.

Auf einen Blick:

Rizinusöl

  • Wirkt: abführend
  • Kann eingesetzt werden: bei kurzzeitiger Verstopfung ohne organische Ursache, bei Wurmbehandlungen, zur Vorbereitung und Reinigung vor Enddarmuntersuchungen

Inhaltsstoffe von Rizinusöl

Der wirksamkeitsbestimmende Inhaltsstoff von Rizinusöl ist die Ricinolsäure. Ricinolsäure entfaltet seine Wirkung erst im Dünndarm, nachdem bestimmte Fettsäuren (Triglyceride) durch die Gallenflüssigkeit vom Fett abgespalten wurden. Erst an diesem Punkt bewirkt sie, dass der Darm zu erhöhter Tätigkeit angeregt werden kann, Wasser nicht in den Darm aufgenommen oder ihm entzogen wird. Diese Wirkungen führen erwiesenermaßen zum abführenden Effekt des Rizinusöls.

Wirkung bei Verstopfung

Abführend bei verzögerter Stuhlentleerung

Für eine Verstopfung (Obstipation) kommt eine Vielzahl von Ursachen in Betracht: Ernährungsfehler (zu wenig Ballaststoffe), Ernährungsumstellung (etwa auf Reisen), Bewegungsmangel, zu wenig Trinken, Unterdrückung des Stuhlreizes (keine Zeit für die Toilette), Medikamente (Eisenpräparate, Antidepressiva), Diabetes mellitus, entzündliche Darmerkrankungen und so fort.

Unabhängig davon, durch welche Ursache eine Verstopfung ausgelöst wurde, spricht man von verzögerter Stuhlentleerung, wenn der Stuhl hart und knollig ist, und der Toilettengang weniger als dreimal wöchentlich möglich und nötig ist. 

Eine Verstopfung wird häufig mit Abführmitteln behandelt, die – wie das Rizinusöl – immer ein gewisses Risiko bergen.

Bei der regelmäßigen Anwendung von Abführmitteln kann es zu Elektrolytstörungen wie Kaliummangel kommen. Ein geringer Kaliumspiegel wiederum kann zu Muskelschwäche wie Herzrhythmusstörungen und Darmträgheit führen: ein Teufelskreis. Darum sollten Abführmittel nur in unumgänglichen Fällen und auch in solchen stets mit Bedacht eingesetzt werden.

Rizinusöl ist ein besonders wirksames und starkes Abführmittel. Es kommt vor allem dann infrage, wenn es kurzfristig eingesetzt werden und ein „drastisches“ Ergebnis erzielt werden soll. In der Praxis wendet man Rizinusöl bei Verstopfungen ohne organische Ursache (etwa auf Reisen) an, bei (heutzutage sehr seltenen) Wurmkuren oder wenn eine besonders zuverlässige Darmentleerung nötig ist, etwa vor medizinischen Eingriffen in den Enddarm.

Für die abführende Wirkung des Rizinusöls ist vor allem der Inhaltstoff Ricinolsäure verantwortlich. Diese Säure entfaltet ihre Wirkung erst Dünndarm. Dort werden zusammen durch die Galle (Galle spaltet Fette), bestimmte Moleküle von dem Rizinusöl abgespalten. Dadurch kommt es wahrscheinlich zu einer erhöhten Stickstoffmonoxid-Herstellung im Darm und gleichzeitig zur Hemmung von Enzymen, die die Darmmuskulatur erschlaffen lassen. Dieser Prozess bewirkt, dass der Darm zu erhöhter Tätigkeit angeregt wirkt.

Gleichzeitig werden Hormone (Prostaglandine der E-Reihe) aktiviert, die die Aufnahme von Flüssigkeit aus der Nahrung in den Dünndarm hemmen oder verhindern. Die Flüssigkeit verbleibt also im Darm und weicht den Stuhl auf. Zusätzlich bewirken dieselben Hormone, dass dem Darm Wasser und Elektrolyte (z.B. Kalium) entzogen werden, was den „aufweichenden“ Effekt noch verstärkt.

Die Wirkung des Rizinusöls lässt sich also zusammenfassend auf drei wichtige Eigenschaften zusammenfassen:

  • Anregung der Darmaktivität
  • Verminderung/Verhinderung der Aufnahme von Wasser in den Darm
  • Wasser- und Elektrolytentzug aus dem Darm

Rizinusöl

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Anwendung und Dosierung von Rizinusöl

Rizinusöl

Bei akuter Verstopfung können 1 bis 2 Teelöffel (5 bis 10 g) des reinen Rizinusöls eingenommen werden. Die Wirkung setzt nach 2 bis 4 Stunden ein.

Dosierung

Wenden Sie das Rizinusöl auf nüchternen Magen und nach Möglichkeit nur einmalig an.

Achten Sie darauf, dass sie sich genügend Ruhezeit nach der Anwendung des Rizinusöls einrichten, da es nach der Anwendung über Stunden immer wieder zur Stuhlentleerung (auch wässrig) kommen kann.

Rizinusöl

Risiken und Nebenwirkungen

Bitte beachten Sie: Risiken sind bei der Anwendung von bestimmungsgemäßen Dosen (Tagesdosis 4 bis 6 g) des Rizinusöls bei kurzzeitiger Anwendung (ein- bis fünftägig) nicht bekannt.

In seltenen Fällen kann es zu krampfartigen Magen-Darmbeschwerden kommen. Schon bei dem Verdacht auf Darmverschluss, Blinddarmentzündung, Entzündung des Darms und Bauchschmerzen mit unbekannter Ursache, darf Rizinusöl nicht angewendet werden.

Außerdem dürfen Schwangere, Stillende und Kinder unter 12 Jahren Rizinusöl nicht anwenden.

Bitte dosieren Sie die Präparate wie in der Packungsbeilage angegeben bzw. wenden Sie die Dosierung an, die Ihr behandelnder Arzt verordnet hat.

Fertigarzneimittel

Rizinusöl ist als Fertigarzneimittel als raffiniertes Öl erhältlich. Weiterhin wird das Öl auch in Kapselform angeboten.

Rizinusöl enthält fette Öle, die die Darmtätigkeit nachweislich anregen und zusätzlich dem Darm Wasser und Elektrolyte entziehen sowie die Wasseraufnahme durch den Darm hemmen. Durch dieses Zusammenspiel wirkt Rizinusöl erwiesenermaßen abführend und eignet sich bei kurzzeitiger Anwendung bei Verstopfung ohne organische Ursache.

 

Quellen:
  • Ammon HPT (Hrsg): Hunnius – Pharmazeutisches Wörterbuch. 9. Auflage, Berlin 2004
  • Jänicke CJ, Grünwald J, Brendler T: Handbuch Phytotherapie. Stuttgart 2003
  • Schilcher H, Kammerer S, Wegener T: Leitfaden Phytotherapie. 4. Auflage, München & Jena 2010
 

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.

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