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Rizinus – Ricinus communis

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Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 23.04.2014
Rizinus – Ricinus communis

Mittelalterliches Allheilmittel mit „reinigender“ Wirkung

Als die alten Ägypter im vierten Jahrhundert v.Chr. die reinen Samen der Rizinuspflanze als Abführmittel eingesetzt haben, mag diese Prozedur für den einen oder anderen tödlich geendet haben. Rizinussamen enthalten nämlich das überaus giftige Lectin Ricin und das ebenfalls giftige Alkaloid Ricinin.

Wogegen hilt Rizinus?

Rizinusöl wurde bereits in der Antike gegen Verstopfung eingesetzt. Heute ist diese Wirkung offiziell bestätigt.

Trotzdem liegt bisher weder von Kommission E des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte, noch vom europäischen Dachverband der nationalen Gesellschaften für Phytotherapie (ESCOP) eine Bewertung vor.

Einzig die Weltgesundheitsorganisation (WHO) spricht sich für die Anwendung aus und empfiehlt den Gebrauch „zur kurzzeitigen Anwendung (3-5 Tage) bei akuter Verstopfung wenn eine Ernährungsumstellung und andere quellstoffhaltige Abführmittel zu keinem Erfolg führen sowie zur Vorbereitung bei medizinischen Eingriffen am Enddarm.“

Die Anwendung von Rizinusöl bei Hauterkrankungen wird allgemein als traditionelles Mittel betrachtet. Die WHO findet diesen Einsatz plausibel.

Wissenswertes über den Rizinus

In Deutschland erhält man in Apotheken ausschließlich arzneilich geprüftes Rizinus, oder besser gesagt, Rizinusöl. Es wird durch Kaltpressung und anschließender Wasserdampfdestillation zu 100 Prozent von den Giften Ricin und Ricinin befreit. Dieser Vorgang macht die Anwendung des Rizinus gegenüber seinem traditionellen Gebrauch aus der Antike bis in die Neuzeit hinein nahezu ungefährlich. Der Rohverzehr kann bei Kindern schon ab sechs(!), bei Erwachsenen bei 15 bis 20 Samen zum Tode führen. 

Wahrscheinlich war es gerade ihre Giftigkeit, die früh das Interesse für die Rizinuspflanze schürte. Ursprünglich gewann man wohl durch Kaltpressung Öl aus den Samen und setzte es gegen Geschwüre oder als Haarwuchsmittel ein.

Im ersten Jahrhundert n.Chr. empfahl der damals berühmte griechische Arzt Diokurides bereits die äußerliche Anwendung von Rizinusöl bei Krätze, Narben, Ohrenschmerzen, Uterusleiden sowie innerlich gegen Verstopfung und Würmer. Viele dieser damaligen Anwendungsgebiete haben sich bis heute in der Volksheilkunde aber auch in der wissenschaftsbasierten Heilpflanzenkunde etabliert.

Woher die Rizinuspflanze stammt, die auch Wunderbaum, Christuspalme, Hundsbaum, Läusebaum oder Römische Bohne genannt wird, ist nicht ganz klärt. Vermutlich kommt sie aus Nordafrika. Heute wird sie feldmäßig in Ländern mit subtropischem und tropischem Klima, etwa in Indien oder Brasilien, angebaut.

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Botanik des Rizinus

Das Wachstum des Rizinus ist sehr stark von den klimatischen Bedingungen abhängig. Die Rizinuspflanze, die zur Familie der Wolfmilchgewächse (Euphorbiaceae) gehört, kommt auch in Deutschland vor. Hier ist sie allerdings nur ein einjähriges Kraut, in Südeuropa hingegen bereits ein zwei- bis dreijähriger Busch und in den Tropen ein ausdauernder Baum.

Der Rizinus besitzt neben seiner Pfahlwurzel viele Nebenwurzeln, die sich dicht unter der Erdoberfläche ausbreiten. Sein grüner oder rostroter Stängel ist von aufrechter Gestalt und meist innen hohl. Die lang gestielten, grün-rötlichen Blätter des Rizinus sind von spiralartiger Form und am Blattrand unregelmäßig gesägt. Rote Blüten zieren endständig, fast rispig die Pflanze, wobei die Blüte 15 bis 50 Zentimeter lang werden kann und in buschige männliche Blüten und gestielte weibliche eingeteilt wird.

Nach der Blüte entwickelt sich eine kugelige Kapselfrucht, die bis zu 2,5 Zentimeter breit werden kann und im Reifestadium aufplatzt. Dabei schleudert sie ihre Samen aus.

Verwendete Pflanzenteile und Inhaltstoffe des Rizinus

Der Wirkstoff des Rizinus ist das fette Öl, das aus den Samen der Pflanze gewonnen wird. In der Fachsprache wird es Ricini oleum genannt. Es wird zuerst kaltgepresst und anschließend mit Wasserdampf destilliert. Dieser aufwendige Herstellungsprozess dient dazu, giftige Stoffe aus den Rizinussamen zu entfernen.

Rizinusöl, das in Arzneimittelqualität nach dem Deutschen Arzneibuch (DAB10) hergestellt wird, ist vollständig giftfrei. Das DAB10 regelt neben der Herstellung unter anderem auch die Inhaltstoffe.

Rizinusöl enthält 42 bis 55 Prozent fettes Öl, vor allem Triglyceride mit der Hauptfettsäure Ricinolsäure und Vitamin E. Daneben sind Eiweiße, Lectine und in sehr geringen Mengen Alkaloide enthalten.

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.

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  Wirksamer Pflanzenteil:
Rizinusöl – Ricini oleum
Rizinusöl
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