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Rhapontikrhabarberwurzel – Rhei rhapontici radix

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Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 25.11.2014
Rhapontikrhabarberwurzel – Rhei rhapontici radix

Pflanzliche Hilfe bei Wechseljahresbeschwerden

Der medizinische Wirkstoff des Rhapontikrhabarbers ist die Wurzel. Bei der Rhapontikrhabarberwurzel handelt es sich um die getrockneten unterirdischen Teile des Rhapontikrhabarbers.

Die Rhapontikrhabarberwurzel kann nachweislich den Hormonspiegel von Frauen während der Wechseljahre beeinflussen. Die Inhaltstoffe des Rhapontikrhabarbers haben östrogenartige Wirkungen, die den Hormonstoffwechsel regulieren können. Daher kann der Wirkstoff eine effektive pflanzliche Alternative in der Therapie bei Wechseljahresbeschwerden darstellen, vor allem wenn sich die Probleme durch Kopfschmerzen, Niedergeschlagenheit und Hitzewallungen äußern.

Auf einen Blick:

Rhapontikrhabarberwurzel

  • Wirken: regulierend auf den Hormonstoffwechsel
  • Können eingesetzt werden: bei Wechseljahresbeschwerden

Inhaltsstoffe der Rhapontikrhabarberwurzel

Die Wirksamkeit der Rhapontikrhabarberwurzel ist auf die enthaltenen Stilbenderivate, vor allem Rhaponticosid zurückzuführen. Die Stilbenderivate verfügen über hormonartige Wirkung, die dem Botenstoff Östrogen ähnlich ist. Die Stilbenderivate der Rhapontikrhabarberwurzel können den Hormonspiegel balancieren, weswegen typische Symptome der Wechseljahre wie Hitzewallungen und Kopfschmerzen nachlassen können.

Zusätzlich darf jedoch nicht außer Acht gelassen werden, dass die Rhapontikrhabarberwurzel wie andere Rhabarberarten 1 bis 5% Anthracenderivate enthält. Anthracenderivate wirken nachweisbar abführend. Diese Wirkung ist in hohen Dosierungen der frischen Rhapontikrhabarberwurzel denkbar. Während des Herstellungsprozesses von Extrakten aus der Rhapontikrhabarberwurzel werden die Anthracenderivate entfernt.

Anwendung bei Wechseljahresbeschwerden

Regulierend auf den Hormonspiegel

Östrogene sind Hormone, die für den weiblichen Zyklus unerlässlich sind. Sie sind für die Bildung der Eibläschen (Follikel) von herausragender Bedeutung.

Während der Wechseljahre kommt es durch die verringerte Tätigkeit der Eierstöcke und Follikel zu weniger Eisprüngen und in Folge zu einem Östrogenmangel. Der Gehalt an Hormonen im Blut ist nun nicht mehr gleichmäßig, sondern kann tage- oder sogar stundenweise schwanken.

Rhapontikrhabarberwurzeln haben östrogenartige Wirkungen und können dadurch ähnlich wie die natürlichen, körpereigenen Hormone balancierend in den Hormonstoffwechsel eingreifen. Der Hormonspiegel wird hierdurch reguliert und stabilisiert. Dadurch kann es zu weniger hormonellen Schwankungsspitzen kommen, was sich durch eine Verbesserung von psychischen und körperlichen Wechseljahresbeschwerden äußern kann. Besonders Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Schlafstörungen, traurige Verstimmungen, Ängstlichkeit und Hautveränderungen können durch die Rhapontikrhabarberwurzel positiv beeinflusst werden.

Alle Hormone verfügen über „Andock- oder Empfangsstellen“ (Rezeptoren) für Stoffe, die sie binden können. Beim Östrogen (manchmal auch Estrogen genannt) sind dies sogenannte alpha- (α) und beta (β)-Rezeptoren. Der α-Rezeptor wird von dem Wirkstoff nicht angedockt, sondern der β-Rezeptor. Diese Eigenschaft hat einen großen Vorteil: Der Östrogen-α-Rezeptor wird für das Entstehen von Brustkrebs verantwortlich gemacht. Da diese Empfangsstelle aber von dem Wirkstoff nicht angedockt wird, wird die Entstehung von Brustkrebs verringert. Hingegen bindet sich der Rhapontikrhabarberwurzel an die β-Rezeptoren des Östrogens. Dies kann bewirken, dass der Extrakt nicht nur gut verträglich ist, sondern die beschriebenen Wirkungen gegen die Wechseljahresbeschwerden auslöst.

Da derzeit kaum Untersuchungen zur Langzeitanwendung vorliegen, sollte der Wirkstoffe nicht länger als vier Monate ohne ärztlichen Rat angewendet werden.

Rhapontikrhabarberwurzel

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Darreichungsform und Dosierung der Rhapontikrhabarberwurzel

Bei Wechseljahresbeschwerden müssen die Extrakte sehr genau dosiert werden. Aus diesem Grund eignet sich die Rhapontikrhabarberwurzel nicht zur Selbstanwendung z.B. in Form von Tee. Bitte greifen Sie auf entsprechende Fertigarzneimittel zurück.

 
Rhapontikrhabarberwurzel

Risiken und Nebenwirkungen

Bitte beachten Sie: Risiken sind bei der Anwendung von bestimmungsgemäßen Dosen (Tagesdosis 4 mg) der Rhapontikrhabarberwurzel nicht bekannt.

Rhapontikrhabarberwurzeln haben nur sehr wenige Nebenwirkungen. Sehr selten kann es (weniger als eine Behandelte von 10.000) zur Sensibilisierung der Haut kommen, was sich durch Hautrötungen, Schwellungen der Haut und Juckreiz äußern kann.

Rhapontikrhabarberwurzeln dürfen nicht angewendet werden, wenn eine Allergie gegenüber dem Wirkstoff vorliegt, bei Schwangerschaft, ungeklärten Unterleibsblutungen und bei Krebserkrankungen, die östrogenabhängig sind. Es ist derzeit nicht geklärt, ob der Wirkstoff einen Einfluss auf einen östrogenabhängigen Tumor entfalten kann.

Bitte dosieren Sie die Präparate wie in der Packungsbeilage angegeben, bzw. wenden Sie die Dosierung an, die Ihr behandelnder Arzt verordnet hat.

Fertigarzneimittel

Extrakte aus Rhapontikrhabarberwurzeln sind als Fertigarzneimittel in Form von Tabletten erhältlich. Außerdem erhalten Sie die Wurzel in getrockneter Form in Ihrer Apotheke.

Rhapontikrhabarberwurzeln haben eine östrogenartige Wirkung. Sie können regulierend in den Hormonhaushalt von Frauen wirken und sind nachweislich gegen Wechseljahresbeschwerden hilfreich, die sich beispielsweise durch Kopfschmerzen, Hitzewallungen oder traurige Stimmung ausdrücken.

In der Volksmedizin wird der Rhapontikrhabarber in Deutschland nicht eingesetzt.

Quellen:
  • Kaszkkin-Bettag M, Rettenberger R, Heger PW: Der Spezialextrakt ERr 731 aus der Wurzel des Rhapontikrhabarbers (Rheum rhaponticum). In: Phytotherapie 2007(2):24-30
  • Sauer B: Rhapontikrhabarber – Kandidat bei Wecheljahresbeschwerden. In Pharmazeutische Zeitung online. http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=5706, Zugriff am 20.01.2012
  • Schilcher H, Kammerer S, Wegener T: Leitfaden Phytotherapie. 4. Auflage, München 2010

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.

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Die Angaben sind ausschließlich zu Informations­zwecken bestimmt und stellen keine Kauf- oder Anwendungs­empfehlung dar. Diese Informationen ersetzen auch nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.