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Rhabarberwurzel – Rhei radix

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Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 25.11.2014
Rhabarberwurzel – Rhei radix

Rhabarber: schnelle Hilfe bei Verstopfung

Die Wurzel – der medizinische Wirkstoff des Rhabarber – kann von zwei unterschiedlichen Stammpflanzen gewonnen werden: Rheum palmatum und Rheum officinale. Auch Hybride dieser beiden Rheum-Arten werden verwendet. Bei der Rhabarberwurzel handelt es sich um die getrockneten unterirdischen Bestandteile der Rhabarberpflanzen, die von kleinen Wurzeltrieben und Stängeln sowie überwiegend von der Rinde befreit wurden.

Rhabarberwurzeln sind in der Phytotherapie nachweislich bei Verstopfung wirksam. Sie bewirken, dass sich die Darmbewegungen kurzzeitig erhöhen und sich der Dickdarm schneller mit Wasser aus der verdauten Nahrung sowie aus dem Körper füllt und eine abführende Wirkung eintritt.

Auf einen Blick:

Rhabarberwurzel

  • Wirkt: abführend (ab 1 g), gegen Durchfall (0,1 bis 0,3 g), fördernd auf die Wasserausscheidung, wasseraufnahmehemmend
  • Kann eingesetzt werden: bei Verstopfung

Inhaltsstoffe der Rhabarberwurzel

Die wirksamkeitsbestimmenden Inhaltsstoffe in der Rhabarberwurzel sind die sogenannten Anthracenderivate. Zu jenen gehören Anthranoide, die zu mindestens 2,5 Prozent im Wirkstoff enthalten sein müssen.

Anthracenderivate haben generell einen abführenden Effekt. Sie wirken direkt auf die Muskulatur des Darms und erhöhen seine Bewegungstätigkeit.

Zusätzlich bewirken sie, dass dem Körper (im Darm) Wasser entzogen wird. Außerdem kann nur ein Teil des Wasser aus der Nahrung aufgenommen (resorbiert) werden. Durch diesen Prozess nimmt der Füllungszustand des Darms zu und der abführende Effekt tritt ein.

Anwendung bei Verstopfung

Abführend gegen hartnäckige Verstopfung

Für die abführende Wirkung der Rhabarberwurzeln sind die Anthracenderivate verantwortlich. Sie beeinflussen einerseits die Bewegungen im Dickdarm, indem sie die Verweildauer der Nahrung verkürzen und andererseits das Zusammenziehen der Dickdarmmuskulatur erhöhen, dies ist ein wichtiger Mechanismus bei Verstopfungen.

Aus dieser Wirkung ergibt sich im Darm eine Beschleunigung des Stuhldurchgangs. Wegen der verkürzten Verweildauer kommt es zudem zu einer Verringerung der Flüssigkeitsaufnahme in den Körper: Ein Großteil des Wassers verbleibt im Darm. Zusätzlich bewirken die Inhaltstoffe, dass aus dem Darm Wasser und Elektrolyte freigesetzt werden.

Mit dem erhöhten Wasseranteil im Dickdam erhöht sich sein Volumen: Im Zusammenspiel mit der erhöhten Bewegungsaktivität der Darmmuskulatur stellt sich sechs bis acht Stunden nach Einnahme des Wirkstoffs die abführende Wirkung ein.

Bitte beachten Sie: Die Anwendung von Rhabarberwurzeln kann bei langfristiger Anwendung einige Risiken und Nebenwirkungen nach sich ziehen. Bitte wenden Sie den Wirkstoff nur an, wenn eine Ernährungsumstellung keinen Erfolg zeigt und auch der Einsatz von Quellstoffen wie Flohsamen, Flohsamenschalen oder Leinsamen nicht weitergeholfen hat.

Wenn Sie Rhabarberwurzeln anwenden, achten Sie bitte darüber hinaus auf die korrekte Dosierung (s. Darreichungsform und Dosierung). Neben Anthracenderivaten enthalten sie auch Gerbstoffe. In kleinen Dosen (0,1 bis 0,3 g) kann es zum Umkehreffekt der Wirkung kommen, und ein stopfendes oder adstringierendes Ergebnis tritt ein.

Rhabarberwurzel

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Darreichungsform und Dosierung der Rhabarberwurzel

Tee

Als Tee zubereitet ist die Rhabarberwurzel ein wirksames Abführmittel. Überbrühen Sie 1 bis 2 Teelöffel (1 bis 2 g) der Wurzel mit 1 Tasse kochend heißem Wasser und decken Sie den Tee 10 bis 15 Minuten zu. Anschließend wird die Wurzel durch ein Teesieb abgegossen.

Dosierung

Trinken Sie am besten abends 1 Tasse Rhabarberwurzeltee, hergestellt aus 2 g des Wirkstoffes. Die abführende Wirkung tritt nach 6 bis 8 Stunden ein. Alternativ können Sie auch morgens und abends je eine Tasse Rhabarberwurzeltee aus je 1 g der Wurzel zu sich nehmen.

Achten Sie bitte aufgrund der Risiken und Nebenwirkungen unbedingt darauf, dass Sie den Rhabarbertee nur kurzzeitig, maximal 1 bis 2 Wochen anwenden!

Rhabarberwurzel

Risiken und Nebenwirkungen

Bitte beachten Sie: Risiken sind bei der Anwendung von bestimmungsgemäßen Dosen (Tee: 1 bis 2 g) der Rhabarberwurzel bei kurzzeitiger Anwendung (maximal 1 bis 2 Wochen) nicht bekannt.

Als Nebenwirkung können jedoch aufgrund der abführenden Wirkung der Rhabarberwurzel krampfartige Magen-Darmbeschwerden auftreten.

Insbesondere bei einer Überdosierung kann es zu Wasser- und Elektrolytverlusten mit möglichen Effekten auf die Nieren-, Herz- und Kreislauffunktion kommen. Bei einem langfristigem Gebrauch des Wirkstoffes sind vor allem Kaliumverluste möglich, die bei gleichzeitiger Einnahme von entwässernden Arzneimitteln (Diuretika), Nebennierensteroiden und Süßholzwurzel noch verstärkt werden können. Auch kann die Wirkung von Herzglykosiden und Mitteln gegen Herzrhythmusstörungen beeinflusst werden.

Rhabarberwurzeln dürfen bei Kindern unter 12 Jahren sowie während der Schwangerschaft und Stillzeit nicht angewendet werden. Darüber hinaus ist von dem Wirkstoff bei Darmverschluss, akut-entzündlichen Darmerkrankungen und Bauchschmerzen mit unbekannter Ursache unbedingt abzuraten.

In Zusammenhang mit dem Gebrauch von Rhabarberwurzeln wird das Entstehen von Dickdarmkrebs diskutiert.

Diese Vermutung konnte bislang jedoch nicht bestätigt werden.

Bitte dosieren Sie die Präparate wie in der Packungsbeilage angegeben bzw. wenden Sie die Dosierung an, die Ihr behandelnder Arzt verordnet hat.

Fertigarzneimittel

Extrakte aus der Rhabarberwurzel sind als fertige Arzneimittel derzeit nicht erhältlich. Jedoch erhalten Sie die Wurzel in getrockneter Form in Ihrer Apotheke (z.B. für Teezubereitungen).

Die Inhaltstoffe in der Rhabarberwurzel besitzen einen abführenden Effekt. Der Wirkstoff ist daher zur kurzzeitigen Anwendung bei Verstopfung gut geeignet.

 

In der Volksmedizin wird die Rhabarberwurzel gegen Verdauungsbeschwerden, Appetitlosigkeit und bei Kindern beim schmerzhaften Zahnen gebraucht. Äußerlich findet die Rhabarberwurzel bei Hauterkrankungen und Brandwunden Einsatz.

Quellen:
  • ESCOP: ESCOP Monographs. 2nd Edition, Exeter, Stuttgart, New York 2003

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.

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