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Rhabarber – Rheum palmatum/Rheum officinale

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Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 20.02.2014
Rhabarber – Rheum palmatum/Rheum officinale

Heiß umworben und "barbarisch"

Der Rhabarber stammt ursprünglich aus den Hochgebirgen Chinas und Tibets. Mit mehr als 60 verschiedenen Arten ist er heute fast auf der ganzen Erde verbreitet, wo er vor allem in Nutzgärten als säuerliches Gemüse gezogen wird. Dieser Gartenrhabarber ist jedoch als Heilpflanze unbrauchbar. Für den medizinischen Gebrauch werden nur zwei Arten verarbeitet. Beide Gattungen, Medizinrhabarber (Rheum palmatum) und Kanton Rhabarber (Rheum officinale), werden der Einfachheit halber in der Regel schlicht Rhabarber genannt und kommen gegen Verstopfung zum Einsatz. 

Wobei hilft Rhabarber?

Die Rhabarberwurzel wird seit mehr als 5.000 Jahren wegen ihrer abführenden Wirkung geschätzt. Als pflanzliches Arzneimittel zur kurzzeitigen Behandlung von Verstopfung ist die Wurzel seit langen in Deutschland zugelassen und wird von der Kommission E des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte „bei Verstopfung“ empfohlen.

Der europäische Dachverband der nationalen Gesellschaften für Phytotherapie (ESCOP) befürwortet die Anwendung der Rhabarberwurzel „zur kurzzeitigen Behandlung von gelegentlicher Verstopfung.“

Wissenswertes über den Rhabarber

Der Arzneirhabarber gehört zu den ältesten Heilpflanzen der Welt. In seiner chinesischen Heimat war den Heilkundigen die Pflanze mit ihrer medizinischen Eigenschaft schon um 3.000 v.Chr. bekannt.

Den Weg nach Europa nahm der Rhabarber vermutlich in der Antike. Über die Handelsrouten entlang der Wolga und des Schwarzen Meeres brachten Händler die Heilpflanze über Konstantinopel und Griechenland nach Rom. Die Römer nannten die Pflanze Rha barbarum, was bedeutet, „die Wurzel, die von den Barbaren gebracht wurde“. Rha ist der Name der Pflanze in der Gegend des Schwarzen Meeres und leitet sich vermutlich von dem persischen Wort ra (Wurzel) ab. Der Gattungsname Rheum kommt von rheon (griechisch) und meint so viel wie „Pflanze vom Flusse Rha“, womit die Wolga gemeint ist.

Etwa im 7. Jahrhundert breitete sich die Heilwurzel von Rom aus rasch über ganz Europa aus. Damit setzte eine ständig wachsende Nachfrage nach der Pflanze ein. Da zu dieser Zeit jedoch sowohl Transportwege als auch Monopole verschiedener Länder stark umkämpft waren, konnte eine ständige Verfügbarkeit des Rhabarbers in Europa kaum gewährleistet werden. Dieser Umstand mag ein Grund sein, warum der Rhabarber im Mittelalter nicht zu den sehr häufig eingesetzten Heilpflanzen zählte und sich auch so gut wie keine volkstümlichen Namen entwickelt haben.

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Botanik des Rhabarbers

Bei dem Rhabarber handelt es sich um eine mehrjährige, kräftige und hochwachsende Pflanze, die der Familie der Knöterichgewächse (Polygonaceae) zugehörig ist. Der Rhabarber verfügt über einen kräftigen und weit verzweigten zur Verknollung neigenden Wurzelstock, aus dem sich der hohle, rotbraungestreifte Stängel bis zu einer Höhe von 2 bis 3 Metern erheben kann.

Seine Blätter sind handförmig gelappt und haben dicke fleischige Stiele. Der Stängel trägt eine Traube kleiner schmutzigweißer oder roter Blüten, wobei die Rhabarberblüte von Juli bis August erfolgt. Danach entwickelt sich die Frucht, welche eine dreiflügelige Nuss darstellt.

Verwendete Pflanzenteile und Inhaltstoffe des Rhabarbers

Zu medizinischen Zwecken werden die Wurzeln des Rhabarbers eingesetzt. Bei der Rhabarberwurzel als Wirkstoff handelt es sich um die getrockneten unterirdischen Teile der Pflanze. Stängelanteile von kleineren Wurzeln und die Rinde der Wurzel werden überwiegend entfernt.

Botanisch wird der medizinisch verwendete Rhabarber in Rheum palmatum und Rheum officinale eingeteilt. Beide Heilpflanzen sind sich hinsichtlich ihrer Gestalt und medizinischen Wirkungen sehr ähnlich. Sie erfüllen dieselben Qualitätskriterien und können getrennt oder zusammen eingesetzt werden.

Aus diesem Grunde werden beide Rhabarbersorten (samt Hybriden) in der medizinischen und pharmazeutischen Fachsprache als Rhei radix (Rhabarberwurzel) bezeichnet.

Die Qualitätsanforderungen des Wirkstoffs sind im Europäischen Arzneibuch (PhEur) festgeschrieben. Die Rhabarberwurzel enthält an Inhaltstoffen mindestens 2,2 Prozent Hydroxyanthracenderivate (kurz Anthracenderivate), die als Rhein berechnet werden.

Der Gesamtgehalt an Anthracenderivaten (inkl. Rhein) beträgt üblicherweise drei bis zwölf Prozent. Darüber hinaus enthält die Rhabarberwurzel zwischen fünf und 10 Prozent Gerbstoffe, bei denen es sich überwiegend um Gallotannine handelt, Naphthalenderive und in geringen Mengen Stilbenderivate.

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.

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  Wirksamer Pflanzenteil:
Rhabarberwurzel – Rhei radix
Rhabarberwurzel
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