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Anbau und Ernte der Pfefferminze

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Geschrieben von 2011-02-08
Zuletzt aktualisiert am 2014-09-1111.09.2014
Anbau und Ernte der Pfefferminze

Die Minze ist eine beliebte Arznei- und Gewürzpflanze, die nicht nur zu arzneilichen Zwecken gebraucht wird, sondern auch in der Lebensmittelindustrie von hoher Bedeutung ist. Die Extrakte aus den Blättern der Pfefferminze oder das Pfefferminzöl sind beispielsweise Bestandteil von Genussmitteln, Schokoladen, Kaugummis und vielen Bonbons. Pfefferminztee oder Auszüge aus der Pfefferminze in Lebensmitteln sind in jedem Supermarkt erhältlich. In erster Linie aber spielt die Pfefferminze als vielfältig einsetzbares pflanzliches Arzneimittel eine Rolle. 

Die Pfefferminze wächst und gedeiht besonders gut in warmen, windgeschützten und halbschattigen Lagen. Sie liebt frische, humusreiche und sandige Lehmböden, die nicht zu feucht sind. Staunässe, sehr trockene Standorte oder Orte die stark verunkrautet sind, verträgt die Pflanze nicht. Pfefferminzsorten sind zahlreich erhältlich. Sie unterscheiden sich vor allem hinsichtlich ihrer Ertragsmenge und dem Gehalt an ätherischen Ölen. Die Vermehrung und der Anbau sind bei allen Pflanzen sehr ähnlich. Pfefferminzpflanzen wuchern. Sie können deshalb am besten durch Weichholzstecklinge oder durch Teilung vermehrt werden. Auch eine Samenaussaat ist möglich, aber unüblich, da die Pflanze dazu neigt, Hybride auszubilden.

Vermehrung durch Stecklinge

Weichholzstecklinge lassen sich von vielen ausdauernden Kräutern herstellen – auch von der Pfefferminze. Stecklinge können bereits von den ersten zarten Trieben geschnitten werden, da sie zu Beginn der Wachstumsperiode am einfachsten bewurzelt werden können. Aber auch von den reifen Trieben im Hochsommer können Stecklinge genommen werden.

Hierzu werden im Frühjahr oder im Sommer zehn Zentimeter lange Stecklinge von jungen, gesunden vegetativen Trieben direkt über einem Knoten (Nodie) abgeschnitten. Damit sie nicht austrockenen, werden die Stecklinge in einen Behälter mit Wasser gelegt. Im nächsten Schritt wird ein Blumentopf mit angefeuchteter Setzlingserde, der zuvor beschriftet wurde, vorbereitet. Jetzt wird der Stängel noch einmal knapp unterhalb einer Nodie gekappt und alle Blätter, bis auf die obersten zwei bis drei, können entfernt werden. Die Stecklinge steckt man soweit in die Erde, bis die Blätter knapp über dem Boden liegen. Der Abstand zwischen den einzelnen Stecklingen sollte dabei mindestens fünf Zentimeter betragen. Nun werden die Pflänzchen gut angedrückt und eine oben offene Kunststofftüte übergestülpt. Kleine Stöckchen an den Seitenrändern können dafür sorgen, dass die Stecklingsblätter die Tüte nicht berühren. Die Aufbewahrung erfolgt an einem leicht schattigen Ort bei ungefähr 20°C.

Nach etwa vier Wochen sind die Stecklinge gut bewurzelt und haben einen sichtbaren Neuaustrieb entwickelt. Die Neugewächse werden aus dem Blumentopf herausgenommen und zu einzelnen Pflanzen auseinander gezogen. Im letzten Schritt werden die Pfefferminzpflänzchen in größere Blumentöpfe oder ins Freiland umgepflanzt.

Wie man die Mutterpflanze teilt

Im Spätsommer, nach der Blüte, können kräftige Pfefferminzpflanzen mit einer Grabschaufel aus der Erde gehoben werden. Dabei ist darauf zu achten, dass die Wurzeln nicht beschädigt werden.

Von den Wurzeln der ausgegrabenen Pflanzen sollte möglichst viel Boden abgeschüttelt werden. Abgestorbene Triebe und Blätter sind zu entfernen. Jetzt werden die Wurzeln gewaschen, beispielsweise in einem Eimer, danach erfolgt der Rückschnitt des gesamten Laubes (Triebe) auf eine Länge von maximal zehn Zentimeter, damit die Verdunstungsverluste so gering wie möglich gehalten werden. Nun erfolgt die Teilung der Mutterpflanze mit einer scharfen Schere in möglichst viele Stücke, wobei auf einen kräftigen Wurzeltrieb und ausgeprägte oberirdische Triebe zu achten ist. Im nächsten Schritt wird das Beet vorbereitet, in das die Teilstücke genauso tief eingesetzt werden, wie die Mutterpflanze zuvor. Die Pflanzen sollten genügend Platz zum Ausbreiten haben, fest angedrückt und beschriftet werden.

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Krankheiten und Schädlinge

Die gefährlichste Krankheit, die die Pfefferminze befallen kann, ist der Minzenrost (Puccinia menthae). Wenn auf der Blattunterseite ein Befall mit orangeroten Sporen beobachtet wird, müssen die betroffenen Blätter sofort abgeschnitten werden, bevor sich der Rost auf die ganze Pflanze ausbreiten kann. 

Tückisch ist auch die Pfefferminzanthraknose (Sphaceloma menthae). Sie führt zu punktartigem Gewebetod der Pfefferminze. Die Blätter beginnen sich zu kräuseln und die Pflanze entwickelt als Folge weniger Blätter.

Vereinzelt wurden auch Wurzelstock- und Stängelfäule, die Verticillium-Welke, Echter Mehltau und die Blattfleckenkrankheit beobachtet.

Tierische Schädlinge sind vor allem die Schwarzpunktzikaden (Eupteryx atropunctata), die Saugschäden an den Blättern hervorrufen. Der Grüne Schildkäfer (Cassida viridis) und der Minzenblättkäfer (Chrysomela menthastri) sorgen für lästigen Loch- und Blattrandfraß.

Seltener aber dafür heftiger kommt auch ein Befall durch Erdflöhe auf den jungen Pfefferminzblättern vor.

Ernte der Pfefferminze

Die Ernte der Pflanzen erfolgt vor der Blüte oder während der Knospenentwicklung. Zu diesem Zeitpunkt ist der Gehalt an ätherischen Ölen am höchsten. Der erste Schnitt der Pfefferminze ist aber auch von der Wuchshöhe und vom Blattertrag abhängig. Trotzdem sollte die erste Ernte bis Mitte Juli erfolgen. Eine zweite oder auch dritte Ernte kann im Spätsommer bis spätestens Mitte September passieren. Beim Privat- oder Kleinanbau ist händisches Ernten üblich. Hierbei werden die Blätter vom Stängel zur Erzeugung reiner, ganzer Blattware abgestreift.

Anschließend geht's zum Trocknen. Die Pfefferminzblätter werden bei einer Temperatur von maximal 42°C getrocknet. Bei großen Mengen erfolgt dieser Prozess am besten auf Bandtrocknern, bis die Restfeuchte in den Blättern noch maximal 8% beträgt. Das Eintrocknungsverhältnis liegt zwischen 7 bis 8:1.

Industrielle Verarbeitung der Pfefferminze

Die Pfefferminze hat zwei medizinische Wirkstoffe: Die Blätter (Pfefferminzblätter) und das daraus gewonnene ätherische Öl (Pfefferminzöl). Sowohl die Qualität des Pfefferminzblätter-Extraktes als auch die des Pfefferminzöls sind im Europäischen Arzneibuch (PhEur) geregelt.

Die ersten Schritte, die zur Herstellung der Wirkstoffe führen, sind identisch. Im ersten Schritt erfolgt eine Identitätsprüfung, um verfälschte Ware auszuschließen.

Diese Prüfung erfolgt mit Hilfe des Fingerprintchromatogramms, das zum Nachweis der typischen ätherischen Öle in den Pfefferminzblättern und im Pfefferminzöl dient. Der Nachweis erfolgt über Anisaldehydreagens. Als Vergleichssubstanz dienen zum Beispiel Menthol und Menthylacetat. Die ätherischen Öle aus dem untersuchten Material erscheinen bei Echtheit dunkelblau bis violett (Menthol) und blauviolett (Menthylacetat).

Zur Gehaltsbestimmung wird ein chromatographisches Verfahren (Gaschromatographisches Verfahren) verwendet, wobei die einzelnen Inhaltstoffe aufgetrennt werden. Der Gehalt an ätherischen Ölen muss dabei mindestens 1,2% betragen. Wenn dies der Fall ist, kann aus den Pfefferminzblättern auch das wertvolle Pfefferminzöl hergestellt werden. Dessen Gehalt muss wiederum aus mindestens 44% freien Alkoholen wie Menthol, mindestens 15% aber maximal 32% aus Ketonen wie Menthon und 3% bis 10% aus Estern, wie etwa Menthylacetat, bestehen.

Für die Arzneimittelherstellung von Pastillen, Gel oder Zäpfchen werden entweder die durch Wasserdampfdestillation gewonnenen ätherischen Öle oder die Pfefferminzblätter-Trockenextrakte gebraucht.

Quellen:
  • Augustin M, Schmiedel V: Leitfaden Naturheilkunde. 4. Auflage, Stuttgart 2003
  • Brickell Ch (Hrsg.): Die Neue Garten Enzyklopädie. London, New York, München, Melboune, Delhi 2003
  • Frohn B: Klostermedizin. München o.J.
  • ESCOP (the European Scientific Cooperative on Phytotherapy) (Hrsg.): ESCOP Monographs. 2nd Edition, Stuttgart – New York 2003
  • Teuscher E, Melzig MF, Lindequist U: Biogene Arzneimittel. München 2004
  • Wichtl M (Hrsg.): Teedrogen und Phytopharmaka. 5. Auflage, Stuttgart 2009

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.

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