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Pestwurzwurzel – Petasitidis rhizoma

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Geschrieben von 2011-02-11
Zuletzt aktualisiert am 2015-07-1111.07.2015
Pestwurzwurzel – Petasitidis rhizoma

Hilfe aus dem Pflanzenreich gegen Schmerzen und Krämpfe

Von medizinischem Interesse ist der getrocknete Wurzelstock der Pestwurz. Pestwurzwurzel beeinflusst nachweislich die Freisetzung von körpereigenen Entzündungsstoffen und greift in den Regelmechanismus dieser Substanzen ein, weswegen sie schmerzlindernd, krampflösend, entzündungshemmend und entspannend wirken.

Pestwurzwurzel hilft nachweislich gegen akute Krämpfe der ableitenden Harnwege (z.B. in Harnblase, Harnleiter) und besonders dann, wenn ein Steinleiden vorliegt. Dieses Anwendungsgebiet ist offiziell anerkannt. Zusätzlich konnte dem Wirkstoff in jüngster Zeit nachgewiesen werden, dass er vorbeugend gegenüber Migräne wirkt, und zwar mit Erfolgen, die mit synthetischen Wirkstoffen vergleichbar sind.

In der Volksmedizin wird die Pestwurz als Hustenmittel, bei Keuchhusten, Asthma bronchiale und bei Magen-Darmbeschwerden eingesetzt.

Auf einen Blick:

Pestwurzwurzel

  • Wirkt: schmerzstillend, entzündungshemmend, krampflösend, entspannungsfördernd
  • Kann eingesetzt werden: bei krampfartigen Beschwerden der ableitenden Harnwege, zur Vorbeugung gegen Migräne

Inhaltsstoffe der Pestwurzwurzel

Die wichtigsten Inhaltsstoffe der Wurzel des Pestwurz sind seine enthaltenen Sesquiterpene. Als Hauptkomponenten und wirksamkeitsbestimmende Substanzen sind besonders Petasin, Isopetasin und Neopetasin von Bedeutung. Während das Patasin nachweislich krampflösend auf glatte Muskeln der Harnwege wirkt, hemmt Isopetasin die Bildung von entzündungsauslösenden Substanzen im Körper, weil es in ihren Mechanismus eingreift.

Gemeinsam wirken alle drei Sesquiterpene zusätzlich gefäßerweiternd und sie können die Freisetzung von Hormonen (Histamin), die auf Gewebe wirken, z.B. Haut, verringern.

Der Wurzelstock der Pestwurz gehört natürlicherweise auch zu den pyrrolizindinalkaloidhaltigen Pflanzenteilen. Pyrrolizindinalkaloide können giftig auf die Leber wirken. Seit 1992 dürfen Fertigarzneimittel mit Pestwurzwurzel-Extrakten maximal 1 Mikrogramm dieser Substanzen enthalten. Heutige Züchtungen und Herstellungsverfahren gewährleisten zudem, dass diese giftigen Inhaltsstoffe nicht oder kaum noch enthalten sind. Damit sind Fertigarzneimittel aus der Apotheke mit Pestwurz unbedenklich in der Anwendung.

Wirkung bei akuten Krämpfen der ableitenden Harnwege

Krampflösend besonders bei Steinleiden

Pestwurz besitzt sehr spezielle Eigenschaften. Anders als viele Heilpflanzen, die auf die Harnwege wirken, wirken seine Inhaltsstoffe nicht abtötend auf Bakterien, sondern sie besitzen schmerzstillende und entkrampfende Eigenschaften.

Diese Funktionen sind besonders dann von Bedeutung, wenn sich beispielsweise ein Nierenstein gelöst hat und heftige Schmerzen und Krämpfe in den ableitenden Harnwegen, etwa der Harnblase oder den Harnleitern, auslöst. Die lindernde Eigenschaft des Wirkstoffes kann auf zwei Inhaltsstoffe deR Wurzel zurückgeführt werden: Petasin und Isopetasin.

Beide Inhaltsstoffe wirken entspannend auf die glatte Muskulatur der Harnwege und damit entkrampfend sowie schmerzlindernd. Beachtet werden muss allerdings, dass Pestwurzwurzelstock-Extrakte allenfalls unterstützend bei einem Steinleiden eingesetzt werden können. Die Ursache, also den Stein, können sie nicht beheben.

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Vorbeugende Wirkung bei Migräne

Verhindert Migräne-Anfälle

Möglicherweise ist die Pestwurzwurzel der einzig (bis jetzt bekannte) Wirkstoff, der einen Beitrag dazu leisten kann, dass ein Migräne-Anfall verhindert oder weniger stark auftritt. Auch die Anfallshäufigkeit lässt sich mit dem Extrakt vermindern.

Für viele Betroffene dürfte der Wirkstoff somit wenigstens eine Erhöhung der Lebensqualität bewirken, wenngleich die Pestwurzwurzel nicht während eines akuten Anfalls nützt, sondern ausschließlich vorbeugend eingesetzt werden können.

Aber was genau passiert bei der Anwendung des Wirkstoffes im Körper? So ganz genau vermögen Wissenschaftler diese Frage auch nicht zu beantworten. Vermutet wird, das sich die messbare Wirkung zur Vorbeugung von Migräne-Attacken, durch die gefäßerweiternde Wirkung des Petasin und der Hemmung von körpereigenen entzündungsauslösenden Substanzen erklären lässt. Immerhin zeigt der Wirkstoff bei 50% der Patienten gute Erfolge.

Pestwurzwurzel

Anwendung und Dosierung der Wurzel der Pestwurzwurzel

Pestwurztee

Ein Pestwurztee darf nicht angewendet werden, da in den Wurzeln der Pestwurz je nach Standort unterschiedliche Mengen von hepatotoxischen Pyrrolizidinalkaloiden enthalten sein können. Dabei handelt es sich um unerwünschte Inhaltsstoffe mit toxischen Wirkungen, die Leberschäden verursachen können. Bei der Herstellung von Extrakten werden diese entfernt. 

Pestwurzwurzel

Risiken und Nebenwirkungen

Bitte beachten Sie: Risiken sind bei der Anwendung von bestimmungsgemäßen Dosen (Tagesdosis: 4,5 bis 7 g) des Pestwurzwurzelstocks nicht bekannt.

Als Nebenwirkungen können selten leichte Magenbeschwerden und sehr selten Leberentzündungen mit Gelbfärbung der Haut auftreten. Wenden Sie bitte keine Pestwurzwurzel an, wenn bei Ihnen eine Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff vorliegt. Auch während der Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Kindern unter 6 Jahren wird von dem Gebrauch abgeraten, da noch keine ausreichenden Untersuchungen zur Unbedenklichkeit des Wirkstoffes vorliegen.

Bitte dosieren Sie die Präparate wie in der Packungsbeilage angegeben, bzw. wenden Sie die Dosierung an, die Ihr behandelnder Arzt verordnet hat.

Fertigarzneimittel

Extrakte aus dem Pestwurzwurzelstock sind derzeit als Fertigarzneimittel nicht erhältlich, allerdings sind Nahrungsergänzungsmittel mit dem Wirkstoff zu bekommen.

 

Quellen:
  • Gensthalter B M: Extrakt aus Pestwurzblättern lindert allergische Rhinits. In: Pharmazeutische Zeitung online. http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=pharm1_03_2003, Zugriff am 02.04.2012
  • Pflegel J: Pestwurz gegen Migräne. In: PTA-aktuell.de, http://www.pta-aktuell.de/media/pdf/PTA_05_Internet_26.pdf, Zugriff am 02.04.2012

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.