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Passionsblume – Passiflora incarnata

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Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 24.11.2014
Passionsblume – Passiflora incarnata

Gute pflanzliche Alternative bei Nervosität und Unruhe

Etwa zehn bis 15 Prozent der Bevölkerung leiden unter Ängsten und Panikanfällen. Beschwerden dieser Art gehören zu den häufigsten psychischen Störungen. Werden sie nicht behandelt, können sie chronisch und damit dauerhaft auftreten. Ursachen für Angst sind vielfältig. Zu ihnen können belastende Situationen oder Erlebnisse gehören. Sie können in der Erziehung wurzeln, aber auch genetische Faktoren können Anteil haben. Neben Angstanfällen kann es beispielsweise zu Unruhe, Nervosität, Schlafstörungen, Zittern, trockener Kehle oder Atemnot kommen. Zur Behandlung psychischer Beschwerden ist die sanfte Wirkung von Heilpflanzen wie Baldrian oder der Passionsblume eine gute Alternative. 

Wobei hilft die Passionsblume?

Das getrocknete und zerkleinerte Kraut der Passionsblume ist vor allem wegen seiner Wirkung auf das unwillkürliche (vegetative) Nervensystem von Bedeutung. Verwendet werden Blätter, Frucht- und Blütenteile der Pflanze. Wegen seiner positiven Effekte auf die Nervenzellen kann das Kraut Nervosität, Unruhe und Einschlafstörungen entgegenwirken.

Anerkannte medizinische Anwendung:
  • Die Kommission E des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte empfiehlt Passionsblumenkraut bei „nervösen Unruhezuständen“.
  • Der europäische Dachverband der nationalen Gesellschaften für Phytotherapie (ESCOP) befürwortet zusätzlich die Anwendung bei „Ruhelosigkeit und Reizbarkeit mit Einschlafstörungen“.
  • Der europäische Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) hat das Passionsblumenkraut als traditionelles pflanzliches Arzneimittel eingestuft.

Wissenswertes über die Passionsblume

Die wunderschöne Passionsblume ist eine Tropenpflanze, die von den spanischen Eroberern nach Europa gebracht wurde. Sie besitzt große, eigentümliche Blüten und ist daher ein beliebtes Ziergewächs für Haus und Garten. Die als Heilpflanze genutzte Art Passiflora incarnata, die fleischfarbene Passionsblume, ist zwar kälteresistent, überwintern sollte sie aber in unseren Breiten lieber im Wohnzimmer. 

Dass die Passionsblume (Passiflora incarnata) positive Effekte bei Angst, Nervosität und Einschlafschwierigkeiten entfalten kann, wussten bereits die Mayas und Azteken, die die Pflanze als Arzneipflanze und Heilmittel einsetzten. Dies Belegen Funde von Fruchtkernen bei Ausgrabungen der Maya-Stätten. Hierzulande ist die Passionsblume eher unter dem Namen ihrer Frucht Maracuja bekannt, die bis heute überwiegend in den USA und in Indien angebaut wird.

Erstmalig erwähnt wird die Passionsblume durch den indianischen Heiler Martin de la Cruz, der Mitte des 16. Jahrhunderts ein Kräuterbuch der Azteken verfasste. Bei den Azteken fanden Passionsblumen nicht nur bei Unruhe Anwendung, sondern auch bei Knochenbrüchen und Prellungen. Trotzdem schenkte man der Heilpflanze in Europa lange Zeit kaum Aufmerksamkeit. Das änderte sich erst Mitte des letzten Jahrhunderts, nachdem der Mediziner Gerhard Maudaus die Pflanze in seinem „Lehrbuch der biologischen Heilmittel“ umfangreich beschrieb und nachfolgend erste Untersuchungen zur Wirkung der Pflanze erfolgten.

Der botanische Name der Passionsblume „Passiflora“ geht auf die Kirche zurück. Die Kleriker im frühen 17. Jahrhundert sahen beispielsweise in der Blüte die Marterwerkzeuge Christi und in der Blütenkorona seine Dornenkrone. Der Beiname (Spezies) „incarnata“ lässt sich aus dem Lateinischen ableiten und bedeutet „fleischfarbig“ im Sinne von „fleischgeworden“. Darauf bezieht sich auch das einzige Synonym der Pflanze: Fleischfarbene Passionsblume.

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Botanik der Passionsblume

Die Passionsblume ist eine Kletterpflanze, die bis zu zehn Meter lang werden kann und zu der Familie der Passionsblumengewächse (Passifloraceae) gehört. Sie besitzt einen dünnen grünen, teilweise verholzten Stängel mit wechselständig gestielten und tief gelappten Blättern. Die außergewöhnlich große Blüte, die einen Durchmesser von fünf bis acht Zentimetern besitzt, wird von einem blattachselständigen Blütenstiel getragen.

Die Pflanze besitzt je fünf Kelch- und Kronblätter sowie eine Nebenkrone aus vier Fadenkränzen. Die Kelchblätter sind außen grünlich, nach innen hin weißlich und die Kronblätter haben eine blassrötliche bis weiße Farbe. Die Nebenkrone, die strahlig um die Blütenachse angeordnet ist, ist innen weiß und außen purpurrot.

Verwendete Pflanzenteile und Inhaltsstoffe der Passionsblume

Für medizinische Zwecke wird das fein geschnittene Kraut der Passionsblumen eingesetzt. Es besteht aus Blättern, Blütenteilen und kann auch Fruchtteile enthalten. In der medizinischen und pharmazeutischen Fachsprache wird Passionsblumenkraut als Passiflorae herba bezeichnet. Die Qualität des Krautes ist im Europäischen Arzneibuch (PhEur) festgelegt.

Zu ihren Inhaltsstoffen gehören vor allem Flavonoide (bis 2,5 Prozent), cyanogene Glykoside, ätherische Öle, Aminosäuren und Polysaccaride.

Quellen:
  • Jänicke CJ, Grünwald J, Brendler T: Handbuch Phytotherapie. Stuttgart 2003
  • Schilcher H: Pflanzlich Psychopharmaka. Eine neue Klassifizierung nach Indikationsgruppen. In: Deutsche Apotheker Zeitung 1995; 135: 1811-1822
  • Schulz V, Hänsel R: Rationale Phytotherapie. 3. Auflage, Berlin, Heidelberg, New-York 1996
  • Tierra M: Westliche Heilkräuter in TCM und Ayurveda. München & Jena 2001

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