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Odermennig – Agrimonia eupatoria / Agrimonia procera

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Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 24.11.2014
Odermennig – Agrimonia eupatoria / Agrimonia procera

Anspruchslos und vielseitig verwendbar

Wie wir aus erhaltenen Papyrusschriften wissen, verwandten schon die alten Ägypter den Odermennig als Heilkraut, dies nämlich bei kranken Augen. Die griechischen Ärzte Plinius und Dioscurides, aber auch Avicenna und Galen hoben in ihren Aufzeichnungen die Pflanze als allgemeines Reinigungsmittel hervor, das bei Lebererkrankungen hilfreich sei. Heute kennen und verwenden wir die Heilpflanze noch immer, allerdings haben sich im Lauf der Jahrhundete etwas andere Anwendungsgebiete für den Odermennig herauskristallisiert.

Wobei hilft Odermennig?

Odermennigkraut gehört zu den milden pflanzlichen Wirkstoffen, die nachweislich gegen leichte Durchfallerkrankungen wirken. Es nützt bei innerlicher Anwendung zudem bei Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut (Mundschleimhautentzündung, StomatitisZahnfleischentzündungHalsschmerzen). Bei äußerlichem Gebrauch ist das Odermennigkraut beweisbar bei leichten Hautentzündungen hilfreich.

Bestätigte Wirkung:
  • Die Kommission E des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte, die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) sowie der europäische Dachverband der nationalen Gesellschaften für Phytotherapie (ESCOP) befürworten die Anwendung des Odermennigkrauts innerlich „bei leichten, unspezifischen, akuten Durchfallerkrankungen sowie bei Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut“ und äußerlich „bei leichten, oberflächlichen Entzündungen der Haut.“
  • Die aktuelle Anwendungsempfehlung der EMA zum Odermennig finden Sie in laienverständlicher Sprache unter diesem Link.

Wissenswertes über den Odermennig

Die Ärzte des Mittelalters stützten sich auf ihre berühmten Kollegen und verwendeten Odermennig bei allerlei Krankheiten. Adamo Lonicero lobt die Heilpflanze in seinem 1679 erschienenen „Kreuterbuch“ mit folgenden Worten: „Ist gut, wer von vergiftenden Tieren gestochen; des Safts getrunken, vertreibt auch das Bauchweh. Odermennig frisch und grün gestoßen, auf bösen Geschwer gelegt, darvon sich der Wolff erhebt, heilet dieselbige… .“

Der Odermennig ist fast über die ganze Erde verbreitet, kommt am häufigsten aber in Europa und Asien vor. Er nimmt mit allen Bodenarten vorlieb, bevorzugt jedoch besonders Lehmböden und magere Weiden. Man findet ihn an sonnenbeschienen Waldrändern, Bahndämmen, an Hügeln und auf Feldern. Je nach Region wird der Odermennig auch Ackerkraut, Ackermennig, Bubenläuse, Fünfblatt, Leberklette oder Kuhschwanz genannt. Die Liste der Synonyme ließe sich noch lange fortsetzten. Die Artenbezeichnung (eupatoria) dieser alten Heilpflanze hingegen geht vermutlich auf den Arzt und König von Ponus, Mithridates Eupator (132 bis 63 v. Chr.) zurück, der im antiken Kleinasien ein Experte der Pflanzenheilkunde war und der die medizinische Verwendungsmöglichkeiten des Odermennigs angeblich entdeckt hat. Der Straßburger Apotheker W. Ryffius hingegen schrieb im Jahre 1573 seine Vermutung nieder, dass sich der Name eupatoria von der griechischen Bezeichnung für Leber, Hepar (Hepatorium), abgeleitet hat.

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Botanik des Odermennigs

Der mehrjährige Odermennig wächst zwischen 30 und 70 cm hoch und gehört zu der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Aus seinem kriechenden, kurzen und wenig verzweigten Wurzelstock treibt meist ein einzelner, behaarter Stängel aufrecht empor, der nur selten verzweigt ist. Am Boden befinden sich rosettenartig angeordnete Blätter, die unregelmäßig gefiedert sind und weit auseinander stehen. Wie die Blätter am Spross sind sie von graugrüner Farbe und leicht behaart. Am Ende des Stängels bilden die kleinen, goldgelben Blüten die nicht zu übersehende, lange ährenförmige Traube. Die Blüten, die von stacheligen Außenkelchen umgeben sind, verströmen ihren schwachen, angenehm riechenden Duft zwischen Juni bis September. Ihre Früchte sind mit weichen Stacheln versehen, sodass sie sich im Fell vorüberziehender Tiere oder auch an der Kleidung von Spaziergängern festklammern können. Diese Vermehrungsweise ermöglicht dem Odermennig sein weltweites Vorkommen.

Verwendete Pflanzenteile und Inhaltsstoffe des Odermennigs

Der medizinische Wirkstoff des Odermennigs ist sein getrocknetes Kraut. Odermennigkraut wird kurz vor oder während der Blütezeit der Pflanze gewonnen und besteht aus den Blättern, Stängeln und Blüten der Heilpflanze. In der Medizin oder Pharmazie wird beim Odermennigkraut von Agrimoniae herba gesprochen. Die Qualitätsansprüche des Wirkstoffes sind im Europäischen Arzneibuch (PhEur) festgelegt. Dieses schreibt beispielsweise einen Mindestgehalt an Catechingerbstoffen von 2% vor.

Überhaupt ist das Odermennigkraut reich an wertvollen Gerbstoffen. Ihr Gesamtanteil variiert zwischen 4 und 10%. Zusätzlich enthält das Odermennigkraut wirksamkeitsmitbestimmende Flavonoide sowie ätherische Öle und Phenolcarbonsäuren.

Foto: Wikimedia©H.-Zell

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.

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