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Ernte und Verarbeitung von Mönchspfeffer

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Geschrieben von 2011-02-08
Zuletzt aktualisiert am 2014-11-2424.11.2014
Ernte und Verarbeitung von Mönchspfeffer

Der Mönchspfeffer, häufig auch Keuschlamm genannt, mag es sonnig. Die Pflanze hat also zwei Namen. Zur Vereinfachung der Lesbarkeit des Textes wird nachfolgend jedoch ausschließlich von Mönchspfeffer gesprochen.

Wegen seiner Vorliebe zu sonnigen Plätzen, wird der Mönchspfeffer in Europa vorwiegend in Süd-Europa gezüchtet und dort geerntet. Erst dann gelangen die medizinisch verwendeten Mönchspfefferfrüchte nach für die Arzneimittelherstellung Deutschland. Oft stammen seine Früchte jedoch auch aus Wildsammlungen z.B. aus Marokko.

Die Einhaltung der Qualitätsmaßstäbe startet beim Anbau des Mönchspfeffers. Er besitzt meist zwischen 20 bis 30 beerenartige Steinfrüchte, die eine Rispe bilden. Im Inneren der Steinfrucht befindet sich die Samen (das Mönchspfefferkorn), von denen sich in jeder Frucht etwa 4 befinden. Die Ernte des Mönchspfeffers erfolgt im September und Oktober.

Von der Ernte bis zur Trocknung

Die Ernte der Mönchspfefferfrüchte erfolgt meistens während der Vollreife, wenn sich die Früchte dunkelrötlich-schwarz verfärbt haben. Dabei hat sich die manuelle Ernte der Sträucher durch Abstreifen der Fruchtstände bewährt.

Da die Früchte an einer Pflanze jedoch in zeitlich verschiedenen Abständen reifen (Juli bis Oktober) und die ausgereiften Früchte rasch abfallen, empfiehlt sich auch die Fruchternte vor der Reifung der ersten Früchte mit anschließender Nachreifung.

Nach der Ernte werden die Früchte gereinigt und anschließend an einem Ort mit geringer Luftfeuchtigkeit getrocknet. Die Trocknung muss möglichst schnell und schonend erfolgen, was neben der geringen Luftfeuchtigkeit eine möglichst geringe Temperatur (< 40°C) meint.

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Herstellung der Mönchspfefferfrüchte-/Keuschlammfrüchte-Extrakte

Die erforderlichen Inhaltsstoffmengen, die die arzneilich genutzten Mönchspfefferfrüchte enthalten müssen, sind durch das Europäische Arzneibuch geregelt.

Diese Vorschriften gelten sowohl für die Herstellung von Tees als auch für Extrakt-Auszüge, die in Fertigarzneimitteln enthalten sind. Deshalb wird im ersten Schritt im Labor bestimmt, ob es sich tatsächlich um Mönchspfefferfrüchte handelt (Identitätsprüfung). Diese erfolgt durch ein chromatographisches Nachweisverfahren von den Inhaltstoffen Agnusid und Aucubin. Ein chromatiographisches Nachweisverfahren liefert Aufschluss über die Zusammensetzung und Reinheit von Substanzen und erfolgt durch chemisch-physikalische Trennung.

Der Nachweis der Inhaltstoffe erfolgt durch Ameisensäure. Werden sie mit der Säure besprüht und auf 120°C erhitzt, dann erscheinen sie im Tageslicht als blaue Zonen.

Nachdem die Identitätsprüfung bestanden wurde, folgt die Gehaltsprüfung eines weiteren Inhaltstoffes, dem Flavonoide Casticin. Sein Gehalt muss mindestens 0,08% betragen. Die Prüfung erfolgt nach der hochleistungsflüssigkeitschromatographischen Methode, kurz HPLC. Mit dieser Methode lassen sich unter der Verwendung von Kieselgel Inhaltstoffkonzentrationen sehr genau bestimmen.

Für die Herstellung von Fertigpräparaten werden im nächsten Schritt wässrige oder wässrig-alkoholische Extrakte aus den Mönchspfefferfrüchten herausgezogen (extrahiert). Hier unterliegen Arzneimittelhersteller wiederum strengen Vorschriften. Diese Extrakte werden beispielsweise für die Herstellung von Dragees verwendet.

Quellen:
  • Ammon HPT (Hrsg): Hunnius – Pharmazeutisches Wörterbuch. 9. Auflage, Berlin 2004
  • Augustin M, Schmiedel V: Leitfaden Naturheilkunde. 4. Auflage, Stuttgart 2003
  • Berger D, Schaffner W, Schrader E et al.: Efficacy of Vitex agnus castus L. extract Ze 440 in patients with pre-menstrual syndrome (PMS). In: Archives of gynecology and obstetrics journal 2000; 264: 150-153
  • Frohn B: Klostermedizin. München o.J.
  • Hänsel R, Sticher O: Pharmakognosie – Phytopharmazie. Heidelberg 2007
  • Jänicke CJ, Grünwald J, Brendler T: Handbuch Phytotherapie. Stuttgart 2003
  • Meier B, Berger D, Hoberg E et al.: Pharmacological activities of Vitex agnus-castrus extracts in vitro. In: Phytomedicine 2000; 7: 373-381

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.