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Wirkung und Anwendung von Menthol

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Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 11.09.2014
Wirkung und Anwendung von Menthol

Konzentriertes Pulver mit starker Wirkung

Es handelt sich bei Menthol um einen pflanzlichen Wirkstoff, der aus verschiedenen Pflanzen gewonnen werden kann, zumeist aber aus Minzölen produziert wird, weil Minzen von Natur aus einen hohen Menthol-Anteil besitzen.

Da Menthol kühlend, juckreizstillend und schmerzstillend (betäubend) wirkt, findet die Substanz häufig bei entzündeten Atemwegen oder rheumatischen Erkrankungen Einsatz. In manchen Fertigarzneimitteln wird es aber auch zur Behandlung von Durchfällen und gegen Gallenwegsleiden eingesetzt.

Auf einen Blick:

Menthol

  • Wirkt: erweiternd auf die Blutgefäße, kältegefühlverursachend, juckreizlindernd, schmerzlindernd
  • Kann eingesetzt werden: bei Entzündungen der oberen Luftwege, bei rheumatischen Erkrankungen, Nesselsucht, Juckreiz

Inhaltsstoffe des Menthols

Menthol ist eine Einzelsubstanz, die in das racemische Menthol (D-(-)-Menthol) und in Levomenthol ((+)-Menthol) eingeteilt wird.

Menthol erscheint als weißes Pulver oder in Form farbloser Kristalle und wirkt in erster Linie ausweitend auf die Blutgefäße. Es bewirkt ein wohltuendes Kältegefühl.

Anwendung bei Atemwegserkrankungen und Rheuma

Kältereizauslösend durch Erweiterung der Blutgefäße

Die Haut ist das größte Organ des Menschen und erfüllt eine ganze Reihe von Aufgaben. So schützt sie beispielsweise vor mechanischen Schäden, reguliert die Körpertemperatur und sie erfüllt neben weiteren Aufgaben auch wichtige Sinnesfunktionen. Diese werden durch „Hautsinnesorgane“ in Form von Schmerz-, Temperatur-, Druck- und Tastrezeptoren (Rezeptor = Empfangsstelle) erfüllt. Sie befinden sich in allen Bereichen der oberen Hautschichten (Epidermis und Lederhaut) bis in die unteren Hautschichten, die Unterhaut. Auch im Inneren des Körpers, z.B. in den Atemwegen, gibt es diese Rezeptoren.

Schon kleinste Mengen Menthol lösen spontan ein Kälteempfinden auf der Haut aus. Der Grund hierfür ist, dass Menthol eine Reizung der kälteempfindlichen Nervenendigungen bewirken kann, und so ein Kältegefühl auslöst. Dabei verengt es jedoch nicht die Blutgefäße, wie dies bei einer kalten Außentemperatur der Fall wäre, sondern erweitert sie.

Für die örtliche Anwendung gilt: In niedriger Dosierung (0,1 bis 1%) wirkt racemisches Menthol juckreizstillend. Bei einer höheren Konzentration (1,25 bis 15%) schlägt die Wirkung um und es wirkt hautreizend. Diese Wirkung macht man sich jedoch auch bei Atemwegserkrankungen und Rheumaerkrankungen zu Nutze, denn hier ist eine Durchblutungsförderung durchaus gewünscht. Aus diesem Grund wird Menthol in geringen Mengen besonders häufig in Erkältungsmitteln und Rheumamitteln zugesetzt.

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Anwendung bei Magen-Darmbeschwerden

Entspannend und verdauungsfördernd auf den Magen-Darmtrakt

Innerlich angewendet kann Menthol den Appetit anregen, die Gallensaftproduktion der Leber fördern und leicht krampflösend wirken.

Menthol ist der Hauptbestandteil von Pfefferminzöl. Daher sind die Effekte der beiden Wirkstoffe vergleichbar. Kalzium ist grundsätzlich ein wichtiges Mineral für die Knochen. Es kann aber auch negative Wirkungen auf den Magen-Darmtrakt entfalten. Menthol und Pfefferminzöl können einen Kalziumeinstrom in die Zellen vermindern. Aus diesem Grund kommt es zu einer entspannenden und entkrampfenden Wirkung im Magen-Darmbereich.

Ebenfalls vergleichbar mit der Wirkung des Pfefferminzöls sind die Effekte des Menthols auf die Gallesaftbildung. Die Galle ist Bestandteil der Leber. Menthol regt die Leber dazu an vermehrt Galle zu produzieren und auszuscheiden. Die Galle ist wiederum wichtig für die Fettverdauung, weil sie die Fette im Dünndarm aufspaltet. Deshalb kann die Fettverdauung schneller erfolgen.

Auch hat Menthol einen Einfluss auf den Schließmuskel der Speiseröhre. Menthol vermindert die Geschwindigkeit der Arbeit des Schließmuskels. Aus diesem Grund kann sich der Magen schneller entleeren.

Menthol wird auch in Migränestiften eingesetzt. Da Menthol nachweislich eine durchblutungsfördernde und schmerzstillende Wirkung besitzt, ist ein Effekt gegen Kopfschmerzen und Migräne möglich.

Menthol ist in der Pharmazie ein häufig verwendeter Wirkstoff, der gut untersucht wurde. Trotzdem fehlen bis heute offizielle Bewertungen der Substanz z.B. von der Kommission E des Bundesinstitutes für Arzneimittel oder vom europäischen Dachverband der nationalen Gesellschaften für Phytotherapie (ESCOP).

Menthol

Darreichungsform und Dosierung von Menthol

Menthol eignet sich lediglich zur Anwendung von geringen Dosen in Fertigarzneimitteln. Der Gebrauch von reinem Menthol würde eine Reihe von Risiken und Nebenwirkungen nach sich ziehen.

Menthol

Risiken und Nebenwirkungen

Bitte beachten Sie: Menthol reizt die Haut und die Schleimhäute. Beim Umgang mit Menthol als Pulver oder als Kristalle sind Schutzhandschuhe, Schutzkleidung, Augen- und Gesichtsschutz anzulegen. Bei Berührung mit der Haut ist diese mit reichlich Wasser und Seife zu waschen.

Bei Einatmen, Hautkontakt, Augenkontakt oder Verschlucken sind Erste-Hilfe-Maßnahmen zu ergreifen und ein Arzt ist hinzuzuziehen.

Achtung! Es sollte keine Anwendung von Menthol bei Säuglingen und Kleinkindern erfolgen. Es kann zu Kehlkopfkrämpfen und Atemnot bis hin zum Erstickungstod kommen.

Bitte dosieren Sie die Präparate wie in der Packungsbeilage angegeben bzw. wenden Sie die Dosierung an, die Ihr behandelnder Arzt verordnet hat.

Fertigarzneimittel

Menthol ist als Fertigarzneimittel in Form von bisher nicht als Monopräparat verfügbar. In Kombination mit anderen Wirkstoffen ist es in Form von Lutschtabletten, Kapseln, Lösung, Creme, Salbe zum Einreiben und Inhalieren und Tropfen zum Gurgeln erhältlich (vorwiegend als Mittel gegen Erkältungskrankheiten, leichte Sportverletzungen, Rheuma und Gallenbeschwerden). Außerdem erhalten Sie Menthol in seiner reinen Form in Ihrer Apotheke.

Menthol ist kein offiziell anerkanntes Arzneimittel, obwohl seine Wirkungendurch zahlreiche Untersuchungen bestätigt wurden. Es kann aufgrund seiner Wirkungen auf die Kälte-Empfangsstellen der Haut kühlend, juckreizlindernd und durchblutungsfördernd wirken. Daher wird es in Kombination mit anderen Pflanzenextrakten oft zur Behandlung von Erkältungen, Rheuma, Kopfschmerzen und Nesselsucht eingesetzt.

In der Volksmedizin wird Menthol nicht eingesetzt.

Quellen:
  • Caelo: Sicherheitsdatenblatt – Mentholum verum recryst. www.caelo.de/getfile.html?type=sdb&num=2416, Zugriff am 19.10.2011
  • Hänsel R, Sticher O: Pharmakognosie – Phytopharmazie. 8. Auflage, Heidelberg 2007
  • Teuscher E, Melzig MF, Lindequist U: Biogene Arzneimittel. 6. Auflage, München 2004

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.

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