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Meerrettich – Armoracia rusticana

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Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 24.11.2014
Meerrettich – Armoracia rusticana

Großer Rettich mit großer Heilwirkung

Wie kommt der Meerrettich eigentlich zu seinem Namen? Bei Leonhart Fuchs, einem Pflanzenkundigen aus dem 16. Jahrhundert, heißt dieser Kreuzblütler nicht nur Meerrettich, sondern auch Armoracia. Und Armoracia ist die heute verwendete wissenschaftliche Bezeichnung der Gattung. Sie gehe, so Fuchs, auf das keltische „armoer“, also „am Meer“ zurück. Doch die Kelten dürften den Meerrettich eigentlich gar nicht gekannt haben. Viel wahrscheinlicher ist beim Meerrettich die Verbindung zum Althochdeutschen „mer“, was schlichtweg größer bedeutet. Der Meerrettich ist also einfach ein „großer Rettich“! Seine vitaminreiche Wurzel enthält außerdem jede Menge Kalium und Senföle mit antibakteriellen Effekten. 

Wobei hilft Meerrettich?

Die frische oder getrocknete Meerrettichwurzel ist nachweislich eine starke Waffe gegen Bakterien, die entzündliche Atemwegserkrankungen oder Infektionen der Harnwege auslösen können. Zusätzlich nützt die Meerrettichwurzel bei äußerlicher Anwendung gegen leichte Muskelschmerzen.

Offiziell bestätigte Wirkung:
  • Die Kommission E des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte befürwortet die therapeutische Anwendung der Meerrettichwurzel innerlich „bei Infekten des Harntraktes“, sowie innerlich und äußerlich „bei Katarrhen des Respirationstraktes“ und äußerlich „als hyperämisierendes Mittel bei leichten Muskelschmerzen.“

Wissenswertes über den Meerrettich

Ursprünglich soll der Meerrettich erst um 1200 aus Südrussland zu uns in den Westen gekommen sein. Oder haben die Kelten ihn etwa schon während ihrer Züge durch Kärnten, Slowenien und Rumänien, als sie bis an die Grenzen der Ukraine vorstießen, kennengelernt und mitgenommen?

Nachdem Hildegard von Bingen den Merrich, so nennt sie ihn, bereits sehr ausführlich in ihrem um 1170 erschienenen Werk bespricht und Empfehlungen zur Behandlung verschiedener Beschwerden gibt, wäre es durchaus möglich, dass er schon um einiges früher bei uns heimisch geworden ist. Gar durch die keltischen Amoraker, die ursprünglich an der Atlantikküste beheimatet waren? Das wäre des Rätsels Lösung. Unabhängig davon, woher nun der Name Meerrettich eigentlich stammt, tut dies seiner Verwendung als Arznei- und Speisepflanze keinen Abbruch. Im Mittelalter wurde er vor allem bei Beschwerden des Magens eingesetzt. Als Lebensmittel ist die scharfe Wurzel eine pikante Beilage zu gekochtem Rindfleisch, Schweinebraten und Würstchen. Er passt auch zu Salaten, Eiern und gekochtem Fisch. Seine Schärfe kann durch Zugabe von Sahne und geriebenen Äpfeln gemildert werden.

Meerrettich reizt die Schleimhäute. Er sollte daher vorsichtig verwendet werden. Außerdem ist der Meerrettich eine vermehrungsfreudige Pflanze, die man als „Kulturflüchtling“ recht häufig an Straßen, Gräben und Schuttplätzen antrifft. Die Vermehrung der Pflanze (Staude) erfolgt vegetativ durch kurze Wurzelstücke, sogenannte Fechser.

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Botanik des Meerrettichs

Meerrettich ist eine Staude, die zwischen 40 cm und 1,5 m hoch wächst und zur Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae) gehört. Er hat eine dicke, bei kultivierten Pflanzen, fleischige Wurzel. Der Meerrettich hat einen einzelnen oder mehrere aufrecht wachsende Stängel, die sich im oberen Teil der Pflanze ästig verzweigen. Sie sind gefurcht und kahl. Seine grundständigen Blätter sind lang gestielt, bis zu 1 m lang und gekerbt. Die Stängelblätter sind zum Teil auch fiederspaltig. Der Blütenstand besteht aus zahlreichen Trauben, kleiner, weißer Blüten, die von Mai bis Juli blühen. Kultivierte Meerrettiche fruchten in der Regel selten.

Verwendete Pflanzenteile und Inhaltsstoffe des Meerrettichs

Der medizinisch verwendete Wirkstoff des Meerrettichs ist seine frische oder getrocknete Wurzel, die zwischen September und Februar geerntet wird. Der medizinische oder pharmazeutische Fachausdruck für die Meerrettichwurzel lautet: Armoraciae rusticanae radix. Die Qualität des Wirkstoffes ist derzeit in keinem Arzneibuch geregelt.

Die Meerrettichwurzel ist reich an Glucosinalaten, die beim Zerkleinern oder Trocknen der Wurzel durch ein Enzym (Myrosinase) in Senföle übergeht. Myrosinase ist in der Meerrettichwurzel enthalten und wird erst durch Verarbeitungsprozesse der Wurzel, wie Trocknung, aktiv.

Darüber hinaus enthält die Wurzel Vitamin C.

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.

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Studien zu Meerrettich – Armoracia rusticana

Studientitel
Efficacy and Safety of a Combination Herbal Medicinal Product containing Tropaeoli majoris herba and Armoraciae rusticanae radix for the prophylactic treatment of patients with respiratory tract diseases: A randomised, prospective, double-blind, placebocontrolled phase III trial (und weitere 5 Studien)
Jahr
2012, 2011, 2007, 2007, 2006, 1958
Kurzinfo
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Studientitel
Colonization with extended-spectrum beta-lactamase-producing and carbapenemase-producing Enterobacteriaceae in international travelers returning to Germany (und weitere 5 Studien)
Jahr
2015, 2014, 2014, 2013, 2013, 2006
Kurzinfo
Weltweit suchen Mediziner nach neuen Wegen zur Bekämpfung resistenter Keime. Das sind Bakterien, die die Wirkung antibiotischer Substanzen neutralisieren. Sie entstehen zum Beispiel, wenn eine Antibiotikatherapie  Mehr...unregelmäßig durchgeführt, zu gering dosiert oder frühzeitig abgebrochen wird. Überlebende Bakterien entwickeln eine Unempfindlichkeit gegenüber dem Medikament und vererben diese an Folgegenerationen. Auch der sorglose Einsatz von Antibiotika in der Tierzucht trägt zur Ausbreitung resistenter Keime bei. Arzneipflanzen wie Kapuzinerkresse und Meerrettich, die über starke Effekte gegen Kleinsterreger verfügen, könnten hier in die Bresche springen.
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