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Mariendistelfrüchte – Cardui mariae fructus

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Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 25.04.2016
Mariendistelfrüchte – Cardui mariae fructus

Schutz für Magen, Darm und Leber

Die medizinischen Wirkstoffe der Mariendistel sind die Extrakte aus ihren Früchten. Sie besitzen vorrangig schützende Wirkungen auf die Verdauungsorgane.

Mariendistelfrüchte helfen nachweislich beim Reizmagensyndrom. Seine Symptome werden in der medizinischen Fachsprache als dyspeptische Beschwerden bezeichnet. Sie können sich beispielsweise durch eine erhöhte Säureproduktion im Magen, durch Blähungen bis hin zu (krampfartigen) Bauchschmerzen und Schlafbeschwerden äußern.

Vor allem aber ist die Mariendistel wegen ihrer bewiesenen Schutzwirkung auf die Leber bekannt. Sowohl bei Entzündungen der Leber, die dauerhaft vorliegen, als auch bei schweren Lebererkrankungen im Endstadium kann sie die Regeneration der Leber unterstützen und fördern, sodass sich das Wohlbefinden der Betroffenen deutlich besseren kann.

Die dritte wichtige Wirkung der Mariendistel betrifft die Schutzwirkung bei einer Knollenblätterpilzvergiftung. Der Verzehr des Knollenblätterpilzes kann für den Menschen tödlich enden. Mariendistelfrüchte können jedoch dieser hochgradig giftigen Wirkung entgegenwirken und sind daher ein Gegengift (Antidot).

In der Volksmedizin werden Mariendistelfrüchte bei Gallensteinen, Geschwüren an den Beinen, Krampfadern, Kopfschmerzen, Migräne, als Malariamittel, bei Gebärmutterleiden und Milzerkrankungen eingesetzt.

Auf einen Blick:

Mariendistelfrüchte

  • Wirken: leberschützend, regenerationsfördernd auf das Lebergewebe, schützend auf die Zellwände der Leber, entzündungshemmend, schützend bei Knollenblätterpilzvergiftung
  • Können eingesetzt werden: bei Magen-Darmbeschwerden (Reizmagen-Syndrom), zur Unterstützung bei dauerhaften (chronischen) entzündlichen Lebererkrankungen, im Endstadium chronischer Lebererkrankungen (Leberzirrhose)

Inhaltsstoffe der Mariendistelfrüchte

Verantwortlich für die medizinischen Wirkungen der Mariendistelfrüchte ist vorrangig ein Inhaltsstoffgemisch, das als Silymarin bezeichnet wird. Silymarin ist ein Naturstoffkomplex, das aus insgesamt drei verschiedenen Inhaltstoffen besteht, die allesamt zur der Gruppe der Flavonoide gehören. Zu diesen Komponenten gehören das Silibinin, das sich wiederum aus Silybin A und Silybin B zusammensetzt, Silychristin und Silydianin.

Zwar enthalten Mariendistelfrüchte noch weitere wertvolle Flavonoide und fettes Öl, ihre schützenden und entgiftenden Wirkungen gehen aber auf das Silymarin zurück.

Wirkung bei Verdauungsbeschwerden

Schutz und Regeneration des Magens

Die Wirkungen der Mariendistel lässt sich am besten anhand ihrer Anwendungsbereiche erklären.

Der Begriff Reizmagensyndrom ist eine Sammelbezeichnung für Verdauungsbeschwerden oder Magenprobleme, die entweder immer wiederkehren oder dauerhaft vorkommen (dyspetische Beschwerden). Sie äußern sich beispielsweise durch Blähungen, (heftige) Bauchmerzen, unregelmäßigen Stuhlgang oder Unwohlsein. Halten die Beschwerden länger als einen Monat an, spricht man vom dauerhaften (chronischen) Reizmagensyndrom. Alleine in Deutschland leiden zwischen 4 und 8 Millionen Menschen an diesen Beschwerden.

Gründe für diese Probleme können Trägheit der Verdauungsorgane sein oder ein überregtes Nervensystem. Auch psychische Probleme können die Beschwerden fördern.

Die Früchte der Mariendistel sollen vor allem beruhigend und schützend auf den Magen-Darmtrakt wirken. Durch ihre innerliche Einnahme bessern sich vor allem (schmerzhafte) Blähungen und Völlegefühl. Auch liegen Hinweise dafür vor, dass die Extrakte aus der Mariendiestel, die Magenschleimhaut schützen können. 

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Wirkung unterstützend bei Lebererkrankungen

Schutz und Regeneration der Leber

Die schützenden und regenerierenden Wirkungen von Mariendiestel auf die Leber gehen auf das Silymarin zurück. Es sorgt dafür, dass das Eindringen von Giftstoffen in die Leberzellen vermindert oder gar verhindert wird. Außerdem hilft es bei der Erneuerung und Neubildung von Leberzellen. Dieser Prozess erfolgt durch die Stimulation von Teilen der Erbsubstanz (RNA).

Die Leberzellen sind weiterhin von einer Schicht aus Fettzellen umgeben. Diese Schicht umschließt und stabilisiert normalerweise die Hülle (Zellmembran) der Leberzellen. Bei der Einnahme giftiger Stoffe, zu denen auch Medikamente und Alkohol gehören können, wird diese Schutzschicht der Leberzellen oft durchbrochen und die Zellen können in Folge geschädigt oder gar zerstört werden.

Diesem Prozess kann die Mariendistel entgegenwirken. Sie unterstützen die Stabilisierung der Schutzschicht der Leberzellen, was das Eindringen von Giften verhindern kann. Aus diesen Gründen können die Früchte ein wirksames unterstützendes Therapeutikum bei dauerhaften-entzündlichen Lebererkrankungen und Leberzirrhose darstellen.

Wirkung bei Knollenblätterpilzvergiftung

Mariendistelfrüchte als Gegengift bei Pilzvergiftungen

Die letzte und ebenfalls wichtige Wirkung der Mariendistelfrüchte betrifft eine seltene aber überaus gefährliche Vergiftung: Die Knollenblätterpilzvergiftung. Bei einer Vergiftung durch den Knollenblätterpilz agiert der Wirkstoff – oder besser gesagt das Silymarin - als Gegengift. In die Vene gespritzt verdrängt es die Gifte (Toxine) des Pilzes und schützt dadurch die Leber. Ohne eine Behandlung kann es bei einen Knollenblätterpilzvergiftung innerhalb von zwölf bis 24 Stunden zum Tod der Leberzellen kommen.

Mariendistelfrüchte

Anwendung und Dosierung der Mariendistel

Mariendistelfrüchte können auch als Teeaufguss zubereitet werden. Als Tee sind sie allerdings schwächer wirksam als ihre hochkonzentrierten Auszüge in Fertigarzneimitteln. Ggen den fettigen und faden Geschmack können Pfefferminzblätter oder Fenchelfrüchte beigemischt werden. 

Mariendistelfrüchte-Tee

Bei Verdauungsbeschwerden ist ein Teeaufguss aus Mariendistelfrüchten gut geeignet. Überbrühen Sie hierzu 1 gehäuften Teelöffel (4 g) zuvor zerstoßener Mariendistelfrüchte mit einer Tasse (150 ml) siedend heißen Wassers. Lassen Sie den Tee anschließend 10 Minuten zugedeckt ruhen und filtern Sie die Früchte anschließend durch ein Teesieb ab.

Dosierung

Trinken Sie den Mariendistelfrüchte-Tee bis zu viermal täglich vor den Mahlzeiten bis sich die Beschwerden bessern.

Mariendistelfrüchte

Risiken und Nebenwirkungen

Risiken und Nebenwirkungen sind bei der Anwendung von bestimmungsgemäßen Dosen (Tagesdosis 12 bis 15 g) der Mariendistelfrüchte nicht bekannt.

In seltenen Fällen kann der Wirkstoff allerdings leicht abführend wirken.

Die Mariendistel gehört zu der Familie der Korbblütengewächse. Bei einer Allergie gegen diese Pflanzenfamilie muss von dem Gebrauch abgeraten werden.

Bitte dosieren Sie die Präparate wie in der Packungsbeilage angegeben bzw. wenden Sie die Dosierung an, die Ihr behandelnder Arzt verordnet hat.

Fertigarzneimittel

Mariendistelfrüchte sind als Fertigarzneimittel in Form von Tabletten, Kapseln und Dragees erhältlich (Mittel bei Lebererkrankungen). Weiterhin sind sie in Kombination mit anderen Heilpflanzen als Dragees und Tropfen (hier auch als Mittel bei Magen-Darm-Beschwerden) verfügbar. Außerdem erhalten Sie den Wirkstoff in getrockneter Form in Ihrer Apotheke.

Mariendistelfrüchte wirken aufgrund ihren nachweislich schützenden und regenerativen Wirkungen beim Reizmagen-Syndrom (Magen-Darmbeschwerden), bei dauerhaft-entzündlichen Lebererkrankungen und bei Leberkrankheiten im Endstadium (Leberzirrhose) sowie als Injektion in die Vene bei Vergiftungen durch den Knollenblätterpilz.

 

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.

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