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Mariendistel – Silybum marianum

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Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 12.11.2017
Mariendistel – Silybum marianum

Dornengewächs mit schützender Wirkung für Leber und Darm

Die Mariendistel (Silybum marianum) ist eine Pflanze abseitiger Orte. Sie wächst an Bahndämmen, auf Schuttplätzen und auf Ödland. Ihre dornigen Blätter laden auch nicht zum Pflücken ein – vielmehr erscheint sie wie ein lästiges Unkraut.

Das ist die Mariendistel jedoch ganz und gar nicht: Ihre Früchte sind ein medizinisch anerkannter Wirkstoff bei Magen-Darmbeschwerden und Leberkrankheiten.

Wogegen hilft die Mariendistel?

Als einer von wenigen pflanzlichen Wirkstoffen haben die Früchte der Mariendistel eine medizinische Wirkung auf die Gesundheit der Leber. Sie können Leberschäden einerseits vorbeugen, der Leber aber auch als unterstützendes Therapeutikum bei der Regeneration helfen, zum Beispiel bei Leberzirrhose

Die Pflanze kann außerdem bei Verdauungsstörungen und Magenproblemen hilfreich sein, den sogenannten dyspeptischen Beschwerden. Die Einnahme der Früchte kann die brennenden Bauchschmerzen bei Reizmagen lindern, außerdem Blähungen und Völlegefühl.

In der Apotheke sind Mariendistel-Arzneimittel zur Behandlung von Lebererkrankungen erhältlich. In Kombination mit anderen Heilkräutern sind Tropfen und Dragees gegen Magen-Darm-Beschwerden auf dem Markt zugelassen. Natürlich können Sie den Wirkstoff der Mariendistel dort aber auch in getrockneter Form kaufen. 

Bestätigte Wirkung:
  • Die Kommission E des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte befürwortet die Anwendung von Extrakten aus Mariendistelfrüchten bei „dyspeptischen Beschwerden“ und deren Zubereitungen (Silymaringemisch) „adjuvant bei chronisch-entzündlichen Lebererkrankungen und adjuvant bei Leberzirrhose“.

Wissenswertes über die Mariendistel

Die Heilwirkung der Mariendistel wussten bereits die Menschen in der Antike zu schätzen, später wurde die Pflanze von den Christen der heiligen Jungfrau Maria geweiht. In der Legende heißt es, dass die Milch der Jungfrau Maria auf der Pflanze tropfte, die zur weißen Sprenkelung der Blätter führte. Deshalb wurde die Mariendistel lange Zeit von stillenden Frauen angewendet.

Die Milchbildung fördern die Pflanzenextrakte aus der Mariendistel zwar nicht, dafür besitzen sie eine ganze Reihe wichtiger Schutz- und Regenerationsfunktionen. Diese Funktionen wurden allerdings erst im 18. Jahrhundert beobachtet, später untersucht und bewiesen.

Wegen der engen Verbindung zum frühen Christentum und ihrer äußeren Erscheinung hat die Mariendistel viele weitere Namen, die auf diese Verbindung schließen lassen: Christi Krone, Frauendistel, Heilandsdistel, Marienkörner und Milchdistel. Andere Synonyme lassen eher auf die medizinische Wirkung der Pflanze schließen: Fieberdistel, Gallendistel, Leberdistel, Magendistel, Stechkörner und Stichsamen sind einige dieser Namen.

Die Mariendistel ist eine genügsame Pflanze. Ursprünglich in Südeuropa, Kleinasien und Nordafrika beheimatet, weitete sie ihren Lebensraum immer weiter aus, bis sie schließlich auch in Mitteleuropa ankam und heimisch wurde. Diese Begabung zur Ausbreitung verdankt sie ihrer Anpassungsfähigkeit an Standort, Boden und Klima. Für medizinische Zwecke werden allerdings ausschließlich Mariendistelpflanzen aus Kulturen verwendet.

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Botanik der Mariendistel

Die Mariendistel ist eine aufrechte 30 bis 150 cm hoch wachsende Pflanze, die zu der Familie der Korbblütengewächse (Asteraceae/Compositae) gehört.

Ihre Blätter sind wechselständig angeordnet, nach unten hin fiederspaltig und nach oben lanzettlich und stängelumfassend. Sie sind entlang der Blattnerven weiß gefleckt und am Rand mit gelben, spießförmigen Stacheln übersät.

Zwischen Juni und September blühen purpurrote Korbblütenköpfchen der Mariendistel, die aus Röhrenblüten bestehen. Vor allem die Hüllblätter der Blüte verleihen der Mariendistel ihr typisch distelartiges Aussehen. Aus den Blüten entwickeln sich nach der Blütezeit die braun gefleckten Früchte, die mit einem Flugorgan (Pappus) zur Verbreitung ausgestattet sind.

Verwendete Pflanzenteile und Inhaltsstoffe der Mariendistel

Die medizinisch verwendeten Wirkstoffe der Mariendistel sind ihre reifen, vom Pappus befreiten Früchte. In der medizinischen und pharmazeutischen Fachsprache heißen diese Mariendistelfrüchte „Cardui mariae fructus“. Die Qualität der Mariendistelfrüchte und ihre Zubereitungen sind durch das Europäische Arzneibuch (PhEur) geregelt.

Zu ihren wichtigsten Inhaltsstoffen gehören das wirksamkeitsbestimmende Flavonoidgemisch Silymarin (Naturstoff aus Silibinin, Silydianin und Silychristin). Daneben enthalten die Früchte weitere Flavonoide und fettes Öl.

 

Quellen:
  • Bühring U: Praxis-Lehrbuch der modernen Heilpflanzenkunde. 2. Auflage, Stuttgart 2009
  • Fintelmann V, Alber A: Nachweis der therapeutischen Wirksamkeit von Legalon bei toxischen Lebererkrankungen im Doppelblindversuch. In: Therapiewoche 1980; 30: 5589-5594
  • Schilcher H, Kammerer S, Wegener T: Leitfaden Phytotherapie. München & Jena 2010

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.

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