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Malve – Malva sylvestris

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Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 24.11.2014
Malve – Malva sylvestris

Reizlindernd für Schleimhäute und Schutz für gereizte Atemwege

Malven zählen zu den ältesten Heilpflanzen, die sowohl in unserem als auch im asiatischen Kulturkreis anzutreffen sind. Die Malve durfte in keinem Bauerngarten und keinem Klostergarten fehlen, deshalb findet man sie nicht nur wild an Wegrändern oder auch auf Brachflächen, sondern trifft sie oft verwildert in so manchem Garten an.

Die Heilwirkung der Malve

Malvenblätter und Malvenblüten können identisch eingesetzt werden. Dennoch handelt es sich genau genommen um getrennte Wirkstoffe. Malvenblätter und Malvenblüten nützen nachweislich gegen Schleimhautreizungen im Mund- und Rachenraum (Mundschleimhautentzündung, Stomatitis;ZahnfleischentzündungHalsschmerzen) sowie bei Entzündungen der oberen Luftwege und dadurch bedingten trockenen Reizhusten.

Die Kommission E des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte befürwortet die therapeutische Anwendung von Malvenblätter und Malvenblüten „bei Schleimhautreizungen im Mund- und Rachenraum und bei trockenem Reizhusten.“ Der europäische Dachverband der nationalen Gesellschaften für Phytotherapie (ESCOP) beschränkt sich in seiner Empfehlung auf den Gebrauch von Malvenblüten und befürwortet die Anwendung „bei trockenem Husten, Schleimhautreizungen im Mund und im Rachen sowie bei gereiztem Magen.“

Wissenswertes über die Malve

Die Malve ist eine strauchartige Pflanze, die meist aufrecht, manchmal auch nieder liegt wie bei ihrer nahen Verwandten, der Wegmalve. Eine Besonderheit der Malvenblüten ist, dass Stempel und Staubblätter zu einer Röhre verwachsen sind. Die Samen der Malven haben die Form eines Käselaibes, weshalb sie auch „Käsepappel“ oder in der Schweiz „Käslikrut“ genannt werden.

Die Blüten aller Malvenarten sind essbar. Wegen ihrer enthaltenen Farbstoffe (Anthocyane) werden sie auch zum Färben von Lebensmitteln verwendet. Im Mittalter war die Malve ein wichtiges pflanzliches Arzneimittel. Die heilkundige Äbtissin Hildegard von Bingen (1098 bis 1179) empfahl die Pflanze bei allerlei Beschwerden. „Wenn die Schwarzgalle, von den mancherlei Fiebern berührt, das Gehirn des Menschen schmerzen macht, soll er Malve nehmen und zweimal so viel Salbei, in einem Mörser zu einem Mus zerstoßen und dieses mit etwas Öl besprengen…und dies von der Stirn über den Wirbel bis zum Hinterkopf hin auflegen.“ In einem anderen Rezept werden Malvenwurzeln „gegen Gift und Zaubersprüche“ empfohlen.

Die Malve ist wählerisch, wenn es um den Standort geht. Wer die Heilpflanze anbauen möchte, pflanzt sie am besten auf mittelschweren bis schweren, nährstoffreichen Böden um genügend Untergrundfeuchtigkeit in warmen, windgeschützten Lagen an.

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Botanik der Malve

Die ein- bis zweijährige Malve gehört zu der Familie der Malvengewächse (Malvaceae). Sie hat eine lange, spindelförmige, fleischige Pfahlwurzel, die wenig verästelt ist. Die Pflanze wird bis 1,8 m hoch und ist nicht streng aufrecht. Der Stängel verzweigt sich unten, ist teilweise verholzt und leicht behaart. Die 2 bis 6 Blüten der Malve sitzen in den Blattachseln, haben fünf Blumenkronenblätter, sind von einer intensiv rosavioletten Färbung mit dunkleren Längsstreifen. Die Früchte sind scheibenförmig, gelblich-graubraun und zerfallen leicht in 9 bis 11 Teilfrüchte.

Verwendete Pflanzenteile und Inhaltsstoffe der Malve

Von der Malve werden sowohl die Blätter als auch die Blüten medizinisch eingesetzt. Bei den Malvenblättern handelt es sich um die getrockneten Laubblätter von der Stammpflanze Malva sylvestris. Sie können aber auch von der nahe verwandten Art Malva neglecta gewonnen werden.

Malvenblüten sind die getrockneten Blüten der Stammpflanze Malva sylvestris, die zudem von der Subspezies Malva sylvestris L. ssp. mauritiana geerntet werden können. In der medizinischen und pharmazeutischen Fachsprache heißen Malvenblätter Malvae folium und Malvenblüten Malvae flos. Die Qualität beider Wirkstoffe ist im Europäischen Arzneibuch (PhEur) festgelegt.

Sowohl Malvenblätter als auch Malvenblüten sind schleimstoffhaltige pflanzliche Wirkstoffe. Die Blätter enthalten zudem reichlich Flavonoide und die Blüten Anthocyane.

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.