Anzeige
Anzeige
Sie kennen uns vielleicht auch aus:
Anzeige

Maiglöckchenkraut – Convallariae herba

Anzeige
Geschrieben von 2012-05-21
Zuletzt aktualisiert am 2014-11-2424.11.2014
Maiglöckchenkraut – Convallariae herba

Bittere Medizin für ein starkes Herz

Zum medizinischen Einsatz des duftenden Maiglöckchens kommt das getrocknete Kaut. Maiglöckchenkraut, bestehend aus Blüten, Stängeln und Blättern des Maiglöckchens, wird stets während der Blütezeit geerntet. Zu diesem Zeitpunkt ist der Gehalt an wirksamen Inhaltsstoffen am höchsten. Wohl Jeder weiß, dass Maiglöckchen giftig sind. In korrekter Dosierung ist das Maiglöckchenkraut allerdings durch seine positiv herzschlagsenkenden, ausgleichenden und venendrucksenkenden Eigenschaften, nachweislich gegen leichte Herzschwäche (Herzinsuffizienz) hilfreich. Außerdem sind die Wirkungen gegen die Symptome des Altersherz und bei dauerhaftem (chronischen) druckbelastetstem rechten Herz durch Drucksteigerung auf den Lungenkreislauf (Cor pulmonale) offiziell anerkannt.

Auf einen Blick:

Maiglöckchenkraut

  • Wirkt: herzschlagsenkend (positiv), herzkräftigend, herzentlastend, venendrucksenkend, entwässernd, ausscheidungsfördernd auf Natrium und Kalium
  • Kann eingesetzt werden: bei leichter Herzschwäche, Altersherz, gegen Herzschwäche, die durch eine Lungenkrankheit ausgelöst wurde (Cor pulmonale)

Inhaltsstoffe des Maiglöckchenkrauts

Das Maiglöckchenkraut ist ein Glykosid-Wirkstoff, der seine Effekte auf das Herz entfaltet. Zu seinen wirksamkeitsbestimmenden Hauptkomponenten gehören die Substanzen Convallatoxin und Convallatoxol, die auch als Convallaria-Glykoside bezeichnet werden.

Diese Convallaria-Glykoside bewirken in geringen, eingestellten Dosierungen, dass die Kraft sowie die Geschwindigkeit mit der sich der Herzmuskel zusammenzieht erhöht wird, wobei sich gleichzeitig die Erholungszeit (Relaxationszeit) zwischen 2 Herzschlägen leicht verlängert.

Anwendung bei leichter Herzschwäche (Herzinsuffizienz)

Verbessernd auf die Schlagkraft des Herzens

Auf internationaler Ebene wird Herzschwäche, Herzinsuffizienz, nach der New York Heard Association (NYHA) in 4 Stadien eingeteilt. Maiglöckchenkraut kann in den Stadien I und II eingesetzt werden, bei denen es unter (starker) körperlicher Belastung, wie Treppensteigen z.B. zu Atemnot kommt. In den Stadien III und IV (Atemnot während leichter Belastung und Ruhephasen) sind andere Therapien angezeigt. Maiglöckchenkraut erfüllt grundsätzlich zwei wichtige Aufgaben: es verstärkt die Tätigkeit des Herzmuskels und entlasten das Herz durch seine höhere Leistungsfähigkeit.

Was zunächst widersprüchlich klingen mag, ist mit den Abläufen im Herzen selber zu erklären. Der Herzmuskel wird nicht vom Gehirn gesteuert, sondern besitzt eigene Taktgeber. Wichtigster Taktgeber ist der sogenannte Sinusknoten, der durchschnittlich 60 bis 80 elektrische Impulse pro Minute (Pulsschläge) bildet. Bei jedem Impuls ziehen sich die Herzmuskelzellen zusammen. Personen mit Herzschwäche im Stadium I und II haben häufig eine erhöhte Pulsfrequenz pro Minute, was zu einer gesteigerten Belastung für den Körper und den Herzmuskel selbst führt.

Maiglöckchen erhöhen die Kraft und Zeit, in der sich die Herzmuskelzellen zusammenziehen und bewirken gleichzeitig, dass der Sinusknoten etwas langsamer als ohne den Wirkstoff seine elektrischen Impulse bildet und weiterleitet. Dadurch schlägt das Herz einerseits kraftvoller und zusätzlich etwas langsamer. Fasst man beide Wirkungen zusammen kommt es zu einer spürbaren Entlastung für den Herzmuskel und damit auch für den gesamten Organismus.

Anzeige

Anwendung bei Altersherz

Stärkend bei nachlassender Herzleistung

Bei nachlassender Herz- und Kreislaufaktivität können Beschwerden wie Herzflattern, -jagen, -beklemmung oder Herzrhythmusstörungen auftreten. Diese Symptome werden als Altersherz bezeichnet.

Die Inhaltsstoffe des Maiglöckchenkrauts lindern Beschwerden infolge eines Altersherzes nachweislich. Zum einen erhöht sich durch den Wirkstoff die Kraft und die Geschwindigkeit das Zusammenziehen der Herzmuskelzellen. Dadurch haben die Herzmuskelzellen zwischen den einzelnen Herzschlägen eine leicht verlängerte Erholungszeit. Gleichzeitig wird die Schlagfrequenz des Herzens an sich leicht vermindert und die Reizempfänglichkeit in den Herzkammern erhöht. Selbst wenn Entlastungszeit zwischen den jeweiligen Pulsschläge lediglich im Bereich von 1000stel Sekunden liegt, so summiert sich die Dauer über Tage, Monate oder gar Jahre gesehen auf mehrere Stunden. Dadurch wird der Herzmuskel aktiv entlastet. Dann man muss stets bedenken: ein Herz schlägt pro Tag etwa 100.000-mal.

Anwendung bei chronischer Herzschwäche durch Lungenkrankheit (Cor pulmonale)

Symptomlindernd bei Herzproblemen infolge Lungenbeschwerden

Manche Lungenkrankheiten, wie COPD, können zu einer Überbelastung des Herzens und langfristig zu einer Herzschwäche führen. Maiglöckchen können zwar nicht die Ursachen derartiger Herzbeschwerden beheben, sie können aber die Symptome lindern. Wie bei „Anwendung bei leichter Herzschwäche“ und „Anwendung bei Altersherz“ beschrieben, wirken sie auf zwei große Bereiche des Herzens: die Muskulatur und den Taktgeber (Reizbildung). Diese Eigenschaften wirken sich bei Betroffen mit Cor pulmonale so aus, dass der Herzschlag langersamer aber kräftiger wird. Neben der Stärkung des gesamten Herz-Kreislaufsystems kann es auch zu einer verbesserten Sauerstoffverwertung kommen, sodass das Atmen leichter fällt.

Maiglöckchenkraut

Darreichungsform und Dosierung des Maiglöckchenkrauts

Maiglöckchenkraut darf auf gar keinen Fall zur Selbstbehandlung eingesetzt werden. Es kann zu schweren Vergiftungen mit Todesfolge (!) kommen (s. Risiken und Nebenwirkungen). Bitte verwenden Sie ausschließlich standardisierte Fertigarzneimittel und nur nach Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt.

Maiglöckchenkraut

Risiken und Nebenwirkungen

Bitte beachten Sie: Als Nebenwirkungen, besonders aber bei Überdosierungen können Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Benommenheit, Herzrhythmusstörungen und gestörtes Farbsehen auftreten. Bei gleichzeitiger Gabe von Arzneimitteln wie Kortison, Abführmittel oder Calciumsalzen, können sich diese Nebenwirkungen noch verstärken. Bei Anwendung über den Mund sind Vergiftungsgefahren mit standardisierten Dosen relativ selten, weil die Glykoside des Maiglöckchenkrauts nur schlecht in den Körperkreislauf aufgenommen werden. Verboten ist die Anwendung von Maiglöckchen bei gleichzeitiger Digitalistherapie oder Kaliummangel.

Bitte dosieren Sie die Präparate wie in der Packungsbeilage angegeben, bzw. wenden Sie die Dosierung an, die Ihr behandelnder Arzt verordnet hat.

Fertigarzneimittel

Extrakte aus Maiglöckchenkraut sind als Fertigarzneimittel derzeit nicht erhältlich.

Maiglöckchen wirken verstärkend auf die Tätigkeit des Herzmuskels und entlasten das Herz durch seine höhere Leistungsfähigkeit. Der Wirkstoff kann bei leichter Herzschwäche, Altersherz sowie bei chronischer Herzschwäche infolge einer Lungenkrankheit (Cor pulmonale) therapeutisch eingesetzt werden

In der Volksmedizin wird Maiglöckchenkraut bei Schlaganfällen, Wassereinlagerungen (Ödemen), Epilepsie, Wehenschwäche und zur Behandlung von Lepra eingesetzt.

Quellen:
  • Bühring U: Praxis-Lehrbuch der modernen Heilpflanzenkunde. 2. Auflage, Stuttgart 2009
  • Jänicke CJ, Grünwald J, Brendler T: Handbuch Phytotherapie. Stuttgart 2003

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.

Anzeige