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Maiglöckchen – Convallaria majalis

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Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 24.11.2014
Maiglöckchen – Convallaria majalis

Betörender Duft und gefährliche Medizin

Ab dem späten Frühling verbreitet das Maiglöckchen seinen anziehenden Duft in Wäldern, im Gebüsch oder auf Weiden. Manche Damen mögen den Duft gar so sehr, dass sie die Extrakte aus der hübschen Pflanze als Parfüm oder Duftöl einzusetzen. Darüber hinaus ist das Maiglöckchen auch ein pflanzliches Arzneimittel von nicht zu verachtendem Wert – vor allem für Personen mit Herzleiden.

Wogegen hilft Maiglöckchen?

Maiglöckchenkraut sollte nur mit ärztlicher Empfehlung und Erklärung angewendet werden. Es hilft nachweislich bei leichter Herzschwäche, Altersherz sowie bei chronischer, leichter Herzschwäche infolge einer Lungenerkrankung.

Die Kommission E des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte befürwortet die Anwendung von Maiglöckchenkraut „bei leichter Herzinsuffizienz (bei Belastung; New York Heard Association II), Altersherz und chronisches Cor pulmonale.“

Wissenswertes über das Maiglöckchen

Das Maiglöckchen ist hübsch anzusehen und verrät, dass der Sommer im Anmarsch ist. Leider kommt es jedoch immer wieder zu Verwechselungen mit einer anderen Heil- und Gewürzpflanze: dem Bärlauch.

Die Blätter des Maiglöckchens und des Bärlauchs sehen sich zum verwechseln ähnlich. Unglücklicherweise ist zudem die Vegetationsperiode beider Pflanzen überschneidend. Dennoch gibt es bei beiden Pflanzen signifikante Unterscheidungsmerkmale.

Maiglöckchen duften blumig, angenehm und süßlich. Bärlauch hingegen erkannt man leicht an seinem knoblauchartigen Geruch. Noch eindeutiger unterscheiden sich die Blüten beider Pflanzen. Die des Maiglöckchens sind traubenförmig und rund, die des Bärlauchs eiförmig-lanzettlich, in einer Trugdolde. Nichts desto trotz kommt es aufgrund der Verwechselungen beider Pflanzen immer wieder zu Vergiftungen, die leider auf das Maiglöckchen zurückfallen. Der Verzehr von jeglichen Bestandteilen des Maiglöckchens ist wegen seiner giftigen Herzglykoside gefährlich und kann sogar tödlich enden! In kleinen Dosen hingegen, kann der Wirkstoff allerdings stärkend auf das Herz wirken.

Mit der giftigen Wirkung des Maiglöckchens waren sehr wahrscheinlich bereits die Menschen der Antike und des frühen Mittelalters vertraut, weswegen sie einen großen Bogen um die Pflanze machten. In der Tat ist die Heilpflanze als Wirkstoff schwer zu dosieren. Erste Aufzeichnungen zum medizinischen Gebrauch des Maiglöckchens erfolgten im 15. Jh. Schon damals wurde es in Verbindung mit Herzerkrankungen aber auch mit Fallsucht und Schlaganfällen gebracht. In den 1850iger Jahren gelang es Naturforschern erstmalig, die wirksamen Inhaltsstoffe (Glykoside) aus dem Maiglöckchen bestimmen – ein großartiger Fortschritt. Als problematisch erwies sich allerdings, dass Maiglöckchen in Abhängigkeit ihrer Wuchsbedingungen und dem Ort unterschiedliche Mengen der in höheren Dosen giftigen Glykoside bilden. Deshalb traten bei dem Konsum von Maiglöckchenpulver häufig Vergiftungen auf. Heute werden nur noch kristalline Glykoside aus den Maiglöckchen gewonnen, die in Fertigarzneimitteln immer den gleichen Wirkstoffanteil besitzen und damit bei korrektem Einsatz kaum Gefahren bergen.

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Botanik des Maiglöckchens

Das Maiglöckchen ist ein mehrjähriges Kraut aus der Familie der Liliengewächse (Liliaceae). Es hat einen weit kriechenden, dünnen und verzweigten Wurzelstock, der im Frühjahr zunächst zwei bis drei parallelnervige Blätter und später einen kurzen Blütenstiel treibt. An dessen Spitze befinden sich die wohlriechenden, weißen Blüten in einer einseitswendigen Traube. Aus ihnen entfalten sich die hochroten, kugeligen Beeren. Maiglöckchen blühen zwischen Mai und Juni.

Verwendete Pflanzenteile und Inhaltsstoffe des Maiglöckchens

Die medizinisch eingesetzten Pflanzenteile des Maiglöckchens sind seine getrockneten Blätter, Blüten und Stängel (Kraut). Maiglöckchenkraut wird während der Vollblüte geerntet, da die Pflanze zu diesem Zeitpunkt den höchsten Inhaltsstoffgehalt besitzt.

Anforderungen an die Qualität des Maiglöckchenkrauts sind im Europäischen Arzneibuch (PhEur) nachzulesen, wozu auch die Inhaltstoffe gehören. Maiglöckchenkraut enthält giftige und damit außerordentlich vorsichtig anzuwendende herzwirksame Steroidglykoside, deren Gehalt je nach Herkunft zwischen 0,1 bis 0,5% schwanken kann. Die beiden wichtigsten Substanzen sind Convallatoxin und Convallatoxol.

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.

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  Wirksamer Pflanzenteil:
Maiglöckchenkraut – Convallariae herba
Maiglöckchenkraut