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Linde – Tilia sp.

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Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 20.11.2014
Linde – Tilia sp.

Beeindruckender Alleenbaum mit heilsamen Blüten

Wohl kaum ein anderer heimischer Baum spielt im Volksgut eine so große Rolle wie die Linde. Unter Linden hat man sich versammelt und Linden waren auch Ort der Rechtsprechung. An vielen Stätten finden wird heute noch die berühmten Luther- und Goethe-Linden. Der Baum wurde in Märchen und Gedichten beschrieben und in zahlreichen Liedern besungen.

Die Heilkraft der Linde

Lindenblüten gehören zu den beliebtesten pflanzlichen Arzneimitteln zur Behandlung von fiebrigen Erkältungskrankheiten. Sie können darüber hinaus sehr gut bei trockenem Reizhusten eingesetzt werden.

Anerkannte medizinische Anwendung:
  • Die Kommission E des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte und der europäische Dachverband der nationalen Gesellschaften für Phytotherapie (ESCOP) befürworten die Anwendung von Lindenblüten „bei Erkältungskrankheiten und trockenem Reizhusten.“
  • Zusätzlich empfiehlt ESCOP den Gebrauch der Blüten „bei fiebrigen Erkältungskrankheiten und Unruhe.“
  • Der europäische Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) hat die Lindenblüten als traditionelles pflanzliches Arzneimittel eingestuft. Basierend auf langjähriger Erfahrung können sie bei Erkältungskrankheiten und leichten Stresssymptomen angewendet werden.

Wissenswertes über die Linde

Tilia ist der alte römische Name für die Linde und auch der Gattungsname des Baums.

Die Gattung Tilia umfasst etwa 50 Arten. Von all diesen Arten werden gerade mal zwei Bäume für medizinische Zwecke verwendet: Tilia cordata oder Tilia plahyphyllos. Manchmal kommt es vor, dass die Blüten dieser Arten mit der Silberlinde verfälscht werden. Die Silberlinde kommt häufig in Alleen vor, ist aber aus arzneilicher Sicht minderwertig und auch vom Geschmack von den medizinisch gebrauchten Lindenarten abweichend. Das Verbreitungsgebiet der Linden liegt in Europa (nördlich bis Südschweden und Russland), Vorderasien, Ostasien, in den großen Waldgebieten des südöstlichen Nordamerika und in Mexiko. Es sind oft große, stattliche Bäume mit wechselständigen, meist dekorativen, herzförmigen Blättern.

Die im Gegensatz zu anderen heimischen Baumarten sehr spät einsetzende Lindenblüte ist bei uns ein Inbegriff für den beginnenden Hochsommer. Linden gehören seit alters her zu den wertvollsten Trachtpflanzen überhaupt. Im Mittelalter waren sie deshalb gebannt und durften nicht angetastet werden. Wohl aus diesem Grund fand der Baum erst relativ spät Einzug in die Arzneischränke Europas.

Die Linde hat viele sinnverwandte Namen: Bastbaum, Frühlinde, Graslinde, Sommerlinde, Steinlinde, Waldlinde oder Winterlinde sind einige dieser Namen.

Leider wurden unsere Wälder in den vergangenen Jahrzehnten immer lindenärmer, und nicht zuletzt durch die moderne Forstwirtschaft ist diese wertvolle, konkurrenzschwache Baumgattung fast völlig aus den Beständen verdrängt worden. Erst in jüngster Zeit wird der Linde wieder mehr Beachtung geschenkt.

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Botanik der Linde

Die Linde ist ein stattlicher Baum, der zwischen 18 und 25 m, manchmal auch 30 m hoch wächst und zu der Familie der Lindengewächse (Tiliaceae) gehört. Der Baum hat eine breit kegelförmige, dichte Krone, später hochgewölbt-rundlich. Seine Äste befinden sich im Freistand, die tief ansetzend und schräg aufsteigend sowie strakastig sind. Im Alter sind die Äste auseinanderstrebend und im Außenbereich der Krone überhäng und meist trägwüchsig.

Die bis zu 5 cm langgestielten Blätter der Linde sind sommergrün, wechselständig, schief herzförmig bis rundlich und erreichen eine Länge und Breite von bis zu 10 cm.

Lindenblüten sind gelblichweiß, in 5 bis 11 Trugdolden vorkommend. Die Blüte ist mit einem Hochblatt verwachsen und ab Anfang Juli süßlich duftend. Später entwickeln sich die braunfilzig behaarten, meist ovalen Nüsschen (Samen), die eine sehr dünne Schale habe und leicht gerippt sind.

Verwendete Pflanzenteile und Inhaltsstoffe der Linde

Die medizinisch eingesetzten Pflanzenteile der Linde sind ihre Blüten. Lindenblüten heißen in der medizinischen und pharmazeutischen Fachsprache Tiliae flos. Ihre Qualität ist im Europäischen Arzneibuch (PhEur) festgelegt.

Lindenblüten enthalten bis zu 10% Schleimstoffe. Darüber hinaus sind sie reich an Flavonoiden und Gerbstoffen. Ätherische Öle und Kaffeesäurederivate sind ebenfalls in den Lindenblüten enthalten, jedoch in geringeren Mengen.

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.