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Liebstöckel – Levisticum officinale

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Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 20.11.2014
Liebstöckel – Levisticum officinale

Gesundes Würzkraut für die Harnwege

Eine Heilpflanze im Wandel der Zeit: Das Althochdeutsche kennt den Liebstöckel noch als „lubistechal“, im Mittelhochdeutschen hat man sich mit „liebstuckel“ der Liebe sozusagen schon angenähert. In den Schriften des Arztes Leonhart Fuchs finden wir 1543 schließlich den „Liebstöckel“. Die Volksmedizin nutzt das Kraut traditionell bei Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit, Verstopfung und sogar zur Potenzsteigerung. In der modernen Schulmedizin hat sich der Liebstöckel allerdings primär bei Harnwegsinfekten bewährt.

Heilwirkung von Liebstöckel

Die Wurzel des Liebstöckel besitzt in erster Linie eine entwässender Wirkung. Sie wird daher zur Durchspülungstherapie bei entzündlichen Harnwegserkrankungen sowie zur Vorbeugung bei Nierengrieß (Vorstufe von Nierensteinen) eingesetzt.

Offiziell bestätigte Wirkung:
  • Die Kommission E des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte befürwortet die Anwendung der Liebstöckelwurzel „zur Durchspülungstherapie bei entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege und vorbeugend bei Nierengrieß.“

Wissenswertes über den Liebstöckel

Der Liebstöckel ist zwar, wie viele andere Doldenblütler auch, ursprünglich wohl in Asien beheimatet, findet seit vielen Jahrhunderten aber vor allem in Ligurien Verbreitung. In den Bergen dieses Landstriches an der nordwestlichen Küste Italiens soll die Pflanze besonders häufig in freier Natur anzutreffen sein.

In unsere Lande dürfte der Liebstöckel mit den Benediktinern eingewandert sein. Karl der Große ließ ihn ebenfalls in die „Capitulare“ (Landgüterverordnung) aufnehmen, um seinen Anbau zu sichern. Seit mehr als 1000 Jahren wird der Liebstöckel in Klostergärten angebaut, teilweise sogar feldmäßig. Im Wildwuchs ist sie in Mitteleuropa allerdings kaum anzutreffen.

Die Heilige Hildegard von Binden widmet dem Liebstöckel in der „Physica“, ihrem Standardwerk über die Heilkräfte der Kräuter, mehr Raum als manch anderer Heilpflanze. Wird Liebstöckel roh gegessen, „macht er den Menschen in seiner Natur zerfließend und gibt so dessen Natur preis.“ Gekocht und ohne andere Würze verwendet, werde der Mensch dagegen schwer und unlustig in Geist und Körper. Mit anderen Würzen gekocht, schade er aber nicht so sehr, heißt es darin.

Die Beliebtheit der Pflanze verdankt sie ihres aromatischen Geschmacks. Nicht umsonst hat Liebstöckel im Volksmund auch den Namen einer bekannten Suppenwürze bekommen: Maggikraut. Sein Aroma eignet sich aber nicht bloß für Suppen, in der Küche ist der Liebstöckel vielseitig einsetzbar. Er eignet sich beispielsweise zur Verfeinerung von Käse und Brot, aber auch als Gewürz deftiger Speisen.

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Botanik des Liebstöckels

Liebstöckel ist eine mehrjährige, kräftige Pflanze, die 1 bis 2 Meter hoch wachsen kann und zur Familie der Doldenblütengewächse (Apiaceae) gehört. Sie verfügt über einen mehrköpfigen, verzweigten Wurzelstock, mit langen fingerdicken Wurzeln. Die hohlen runden und aufrecht wachsenden Stängel verzweigen sich erst im oberen Bereich.

Liebstöckel hat gestielte Blätter, die glänzend, grün und bis zu 70 cm groß werden. Sie sind aufgeteilt in wabenförmige Fiederblätter. Nach oben hin werden die Blätter kleiner. Die Staude friert im Winter zurück und treibt im Frühjahr mit dicken, anfangs rötlich gefärbten Trieben wieder aus. Die Blüten stehen in Doppel-Dolden mit gelblich grünen Einzelblüten. Aus diesen Blüten entwickeln sich die Samen, die man möglichst einfrieren sollte, weil sie nach der Ernte nur kurz keimfähig sind.

Verwendete Pflanzenteile und Inhaltsstoffe 

Medizinischer Wirkstoff des Liebstöckels ist die Wurzel. Sie besteht aus den getrockneten Wurzelstöcken und Wurzeln der Pflanze. Obwohl auch der Wurzelstock (Rhizom) der Heilpflanze eingesetzt wird, erfolgt die Nennung dieses Pflanzenbestandteils nicht in der medizinischen und pharmazeutischen Fachsprache. Liebstöckelwurzel wird als Levistici radix bezeichnet. Die Anforderungen an die Qualität der Liebstöckelwurzel wird durch das Europäische Arzneibuch (PhEur) bestimmt, wozu auch die Inhaltsstoffe gehören.

Die Liebstöckelwurzel enthält ätherische Öle (0,4 bis 1,7%), die nach Maggi duften (daher das Synonym Maggikraut), mit Alkylphthalid als Hauptkomponente. Weiterhin beinhaltet die Wurzel Hydroxycumarine, Furuanocumarine, Polyine sowie Vitamin C.

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.

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