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Kümmel – Carum carvi

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Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 20.11.2014
Kümmel – Carum carvi

Uralte Heil- und Gewürzpflanze 

Kümmel gedeiht besonders gut, wenn man bei seiner Aussaat flucht und lästert. Diese Vorstellung soll jedenfalls der griechische Philosoph Theophrast geäußert haben. Den gemeinen Wiesenkümmel (Carum carvi) kann er damit aber nicht gemeint haben. Denn den gab es damals weder in Griechenland noch im römischen Italien. Als Heilpflanze kann Kümmel sehr hilfreich bei lästigen Problemen mit der Verdauung sein.

Kümmel als Naturheilmittel

Kümmel ist die wohl wirkungsvollste Heilpflanze bei Blähungen und Völlegefühl. Die Pflanzenheilkunde nutzt die würzigen Früchte des Kümmels und ihr ätherisches Öl (Kümmelöl). Beide Pflanzenteile helfen erwiesenermaßen gegen Magen-Darmbeschwerden, besonders wenn sie von Blähungen und Magen-Darmkrämpfen begleitet werden. Die offiziellen Bewertungen der Wirksamkeit beider Wirkstoffe sind identisch.

Anerkannte medizinische Anwendung:
  • Die Kommission E des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte befürwortet die Anwendung von Kümmelfrüchten und Kümmelöl „zur therapeutischen Verwendung bei dyspeptischen Beschwerden, krampfartigen Schmerzen im Magen-Darm-Bereich, Blähungen und Völlegefühl.“
  • Der europäische Dachverband der nationalen Gesellschaften für Phytotherapie (ESCOP) empfiehlt den Einsatz von Kümmelfrüchten und Kümmelöl zusätzlich „zur innerlichen und äußerlichen Anwendung bei blähender Kolik bei Kindern und die innerliche Anwendung beim Roemheld-Syndrom.“

Wissenswertes über den Kümmel

Der Namensgeber der hierzulande auf Wiesen, Weiden und Wegesrändern wachsenden Kümmelpflanze ist ein Verwandter aus den Mittelmeerländern: der Kreuzkümmel. Bei den Griechen hieß der Kreuzkümmel „kymion“, was vermutlich von einem hebräischen Wort für würzen abstammt. Daraus wurde das althochdeutsche „kumir“ oder „kumil“ und schließlich „Kümmel“. Die botanische Bezeichnung Carum geht wohl auf das griechische Wort „kara“ für Kopf zurück, während carvi dem arabischen „karawiya“ entstammt, was so viel wie „aromatische Pflanze“ bedeutet.

Nicht nur die Aromatik des Kümmels als Gewürz war bereits den Ärzten und Botanikern des 16. Jahrhunderts bekannt, auch seine Wirkung als Heilpflanze wurde geschätzt. In den Schriften des bekannten deutschen Pflanzenkundigen Leonhart Fuchs heißt es: „der same von diesem Kümel … ist dem magen vnd dem mund gantz lieblich vnd dienstlich.“ Der italienische Arzt Mattioli drückt es etwas direkter aus: „Die Wisenkümel ist dem magen gutt/macht das er das essen sanfft koche vnd verdewe… schafft einen lieblichen athem.“

Noch früher riet übrigens die heilige Hildegard von Bingen gekochtem oder gebratenem Käse zur besseren Verdaulichkeit Kümmel hinzuzufügen – und lag damit wie so häufig, wenn es um die Wirkung bis heute verwendeter Heilpflanzen ging, völlig richtig. Doch tatsäclich ist die Nutzung von Kümmel bereits seit der Zeit der Antike belegt. 

Zum Kümmel ist eine Vielzahl volkstümlicher Namen überliefert, einige davon lauten: Kümmich, Mattenkümmel, Wiesenkümmel, Brotkümmel und Feldkümmel.

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Botanik des Kümmels

Der Kümmel ist eine meist zweijährige Pflanze, die bis zu einem Meter hoch wachsen kann und zur Familie der Doldenblütengewächse (Apiacae) gehört. Sein Stängel wächst aufrecht, ist kahl, kantig und geriffelt. Seine Nebenstängel beginnen sich schon am Grund ästig zu verzweigen. Die unteren Blätter und Stängelblätter sind gefiedert und kahl. Am Ende der Hauptachse und der Seitenstängel stehen jeweils die Blüten (Dolden), wobei sich jede Blütendolde aus bis zu 16 Doldenstrahlen zusammensetzt. Hüllen oder Hüllchen haben sie meistens nicht. Die Blüten sind weiß manchmal auch rötlich und klein. Aus den Blüten entwickeln sich die drei bis sechs Millimeter langen braunen sichelförmigen Früchte, die auf ihrer Oberfläche gerippt sind. Sie bestehen meist aus zwei Teilfrüchten. Der Wiesenkümmel blüht im zweiten Standjahr von Mai bis Juni, wenn der Sommer sehr warm ist, blüht er auch im September noch einmal. Geerntet und zum Trocknen aufgehängt wird der Kümmel, sobald sein Blütenstand braun ist. 

Verwendete Pflanzenteile und Inhaltsstoffe des Kümmels

Die Wirkstoffe des Kümmels sind seine reifen und getrockneten Früchte und das daraus gewonnene ätherische Öl (Kümmelöl). Kümmelfrüchte werden in der medizinischen und pharmazeutischen Fachsprache Carvi fructus genannt, Kümmelöl Carvi aetheroleum. Um als Arzneimittel zugelassen zu werden, müssen die Wirkstoffe bestimmte Kriterien erfüllen. Diese sind für Kümmelfrüchte und Kümmelöl im Europäischen Arzneibuch (PhEur) festgelegt.

Sowohl Kümmelfrüchte als auch Kümmelöl sind reich an ätherischen Ölen. Zu ihren Hauptkomponenten und wirksamkeitsbestimmenden Inhaltsstoffen zählen die ätherischen Öle Carvon und Limonen. Zusätzlich enthalten Kümmelfrüchte fette Öle, Zuckerverbindungen (Polysaccharide), Eiweiße und Cumarine.

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.

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Die Angaben sind ausschließlich zu Informations­zwecken bestimmt und stellen keine Kauf- oder Anwendungs­empfehlung dar. Diese Informationen ersetzen auch nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.
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