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Koriander – Coriandrum sativum

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Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 20.11.2014
Koriander – Coriandrum sativum

Gewürzpflanze für eine gesunde Verdauung

Man fand ihn in altägyptischen Grabstätten und auch in der Bibel findet er Erwähnung. Kein Zweifel, die Geschichte des Koriander ist mindestens 3000 Jahre alt. Als Gewürzpflanze kennen wir ihn aus der asiatischen Küche. Ob man seinen Geschmack mag oder ihn für widerlich seifig befindet, das hängt übrigens von unseren Genen ab, wie Forscher unlängst heraus fanden. So trägt etwa jeder fünfte Europäer eine Art Anti-Koriandergen in sich, das ihm den Verzehr der Pflanze ungenießbar macht. Wer ihn mag, der kann indes von den guten Wirkungen des Korianders als Arzneipflanze gegen Appetitlosigkeit und Verdauungsbeschwerden profitieren. 

Wobei hilft Koriander?

Koriander ist eine uralte Kulturpflanze, die als Arznei- aber auch als Gewürzpflanze verwendet wird. Korianderfrüchte und Korianderöl besitzen sehr ähnliche Wirkungen. Beide Wirkstoffe nützen nachweislich gegen mangelnden Appetit sowie gegen Verdauungsbeschwerden, wie Blähungen und Völlegefühl.

Bestätigte Wirkung:
  • Die Kommission E des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte befürwortet den therapeutischen Einsatz der Korianderfrüchte und des Korianderöls „bei Appetitlosigkeit und dyspeptischen Beschwerden.“

Wissenswertes zum Koriander

Russische Quellen weisen auf Mittelasien und den hinteren Kaukasus als Herkunftsort des Korianders hin. Um den Anbau der Pflanze in seinem Reich zu sichern, ließ Karl der Große ihn in seine Capitularien (Landgüterverordnung) aufnehmen. Zweifellos hat das zur „Auswanderung“ aus den Gärten beigetragen – nicht selten ist Koriander heute als Ackerunkraut anzutreffen.

Frische Korianderblätter riechen unangenehm – daher auch das Synonym „Wanzenkraut“. Reifer Koriander zeigt sich wie verwandelt: Seine Früchte verströmen einen herzhaften, pikant-würzigen und appetitanregenden Duft. Welche Bedeutung in unseren Landen Koriander zufiel, ergibt sich aus der spätestens 1574 erfolgten Eintragung von Korianderöl in die Spezerei-Taxe von Berlin. Was wären auch Gewürzgurken ohne Koriander? Lebkuchen und Pfeffernüsse schmecken ohne ihn ebenfalls fad.

Doch Koriander hat, dem Kümmel, Fenchel und Anis nah verwandt, seit alters her auch in der Heilkunde hohe Wertschätzung genossen. Früher wurde die Frucht bei Eingeweidewürmern, Gefäßverkalkung, ja sogar bei Wechselfieber und als Aphrodisiakum verwendet. Frisch zerquetschtes Kraut diente darüber hinaus zur Behandlung von Entzündungen und Geschwüren.

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Botanik des Korianders

Koriander ist eine einjährige schlanke, 40 bis 60 cm hohe Pflanze aus der Familie der Doldenblütengewächse (Apiaceae). Er hat einen fein gerillten Stiel, der sich ästig verzweigt. Die unteren Blätter sind dreilappig, die oberen sind fein gefiedert und hellgrün. Koriander hat eine dünne Spindelwurzel, die sich nur wenig verzweigt. Die langgestielten kugeligen Dolden sitzen an den Enden der Stängel und blühen weiß bis rötlich. Die kugeligen Früchte sind 3 bis 5 mm groß und können in zwei Spaltfrüchte zerfallen. Sie weisen Haupt und Nebenrippen auf. Jede Teilfrucht ist mit zwei Ölstriemen versehen.

Die Pflanze besitzt während der Vegetation einen unangenehmen wanzenartigen Geruch. Erst nach der Trocknung entwickelt er das würzige Aroma.

Verwendete Pflanzenteile und Inhaltsstoffe des Korianders

Bei den medizinisch eingesetzten Pflanzenteilen des Korianders handelt es sich in den meisten Fällen um die reifen und getrockneten Früchte der Heil- und Gewürzpflanze. Aus den Korianderfrüchten kann nachfolgend durch Wasserdampfdestillation das ätherische Öl gewonnen werden. Anders als bei den meisten Heilpflanzen kann das Öl beim Koriander jedoch auch aus den Blättern und den Früchten zusammen destilliert werden.

In medizinisch-pharmazeutischen Sprache heißen Korianderfrüchte Coriandri fructus und Korianderöl wird Coriandri aetheroleum genannt. Anforderungen an die Qualität beider Wirkstoffe sind im Europäischen Arzneibuch (PhEur) festgelegt. Koriander ist eine ätherisch-Öl-Pflanze. Die Korianderfrucht enthält zwischen 0,4 bis 1,7% ätherische Öle, vor allem Linalool, weiterhin Borneol, Cymen, Campher, Geraniol, Limonen und Pinen. Weitere Inhaltsstoffe der Frucht sind fette Öle und Cumarine.

Korianderöl besteht ausschließlich aus ätherischen Ölen. Die wichtigste Komponente, deren Anteil bis zu 75% betragen kann, ist das Linalool. Übrige ätherische Öle sind mit den Korianderfrüchten überlappend.

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.