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Terpentinöl (gereinigtes) – Terebinthinae aetheroleum rectificatum

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Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 02.02.2016
Terpentinöl (gereinigtes) – Terebinthinae aetheroleum rectificatum

Balsam für die Atemwege und den Bewegungsapparat

Terpentinöl ist ein Wirkstoff aus der Kiefer. Grundsätzlich wird Terpentinöl aus immergrünen Gehölzen (Koniferen) gewonnen, wobei es sich um verschiedene Kiefernarten handeln kann. Der Grundstoff, Terpentin, ist ein Balsam, der durch die Verwundung der Stämme der Koniferen austritt. Durch Wasserdampfdestillation wird aus diesem Balsam das medizinisch verwendete Terpentinöl hergestellt.

Terpeninöl setzt sich aus verschiedenen ätherischen Ölen zusammen, die bei innerlicher und äußerer Anwendung nachweislich bei dauerhaften Erkrankungen der Atemwege hilfreich sind, die von starker Schleimbildung begleitet werden.

Äußerlich eingesetzt nützt Terpentinöl nachweislich gegen rheumatische Beschwerden und Nervenschmerzen.

Auf einen Blick:

Terpentinöl

  • Wirkt: vermindert auf die Sekretbildung der Bronchien
  • Kann innerlich eingesetzt werden: bei dauerhaften (chronischen) Erkrankungen der Bronchien mit starker Sekretbildung
  • Kann äußerlich eingesetzt werden: bei chronischen Atemwegserkrankungen mit übermäßiger Bildung der Bronchialsekrete, bei rheumatischen Beschwerden und Nervenschmerzen

Inhaltsstoffe des Terpentinöls

Terpentinöl wird aus dem Balsam von Kiefernadelbäumen gewonnen und enthält einen intensiven Mix aus ätherischen Ölen, die dazu in der Lage sind, eine übermäßige Sekretbildung der Bronchien einzudämmen und Schmerzen bei Rheuma sowie Nervenschmerzen entgegenzuwirken. Einen einzelnen wirksamkeitsbestimmenden Inhaltsstoff hat das Terpentinöl also nicht.

Terpentinöl setzt sich hauptsächlich aus α-Pinen (39 bis 87%), β-Pinen (bis 27%), Δ3-Caren (14 bis 33%) und Limonen (etwa 6%) zusammen.

Anwendung bei chronischen Erkrankungen der Bronchien

Der menschliche Körper ist wahrhaft ein Wunderwerk der Natur. Vor allem sein ausgeklügelter Mechanismus zum Bekämpfen von Krankheiten regt immer wieder zum Staunen an. So ist beispielsweise die Produktion von Bronchialsekreten (flüssiges oder schleimiges Sekret der Bronchien) eine ganz natürliche Abwehrreaktion, aber nicht nur das: Das Bronchialsekret dient dazu, dass die Atemwege nicht austrocknen können.

Zusammen mit anderen Bestandteilen der Bronchien, dem sogenannten Flimmerepithel, sorgt es dafür, dass Fremdstoffe wie Bakterien oder Staub ausgeschieden werden können. Zusätzlich enthält es über 40 verschiedene Eiweiße, die wichtig für die Infektabwehr sind.

Bei manchen dauerhaften (chronischen) Bronchialerkrankungen wie etwa die „chronisch obstruktive Lungenerkrankung“ (COPD) wird jedoch zu viel Bronchialschleim produziert. Ursachen hierfür können beispielsweise jahrelanges Rauchen oder die Inhalation von Chemikalien sein. Die Erkrankung macht sich durch regelmäßigen (monatelangen) Husten und Auswurf bemerkbar. Ob gereinigtes Terpentinöl speziell gegen COPD wirkt, wurde noch nicht untersucht.

Fakt ist aber, dass Terpentinöl der übermäßigen Produktion des Bronchialsekretes entgegenwirken kann, was heute in der Praxis als alleiniges Mittel (Monopräparat) jedoch kaum noch Anwendung findet, weil Terpentinöl eine ganze Reihe unerwünschter Wirkungen z.B. durch Inhalation nach sich ziehen kann (s. Risiken und Nebenwirkungen).

Gereinigtes Terpentinöl besitzt jedoch auch eine ganze Reihe positiver Eigenschaften. Deshalb wird es vorrangig in Kombination mit anderen Pflanzenextrakten eingesetzt.

In der Volksmedizin wird Terpentinöl innerlich bei Blasenentzündungen, Gallensteinen und Phosphorvergiftungen eingesetzt. Äußerlich findet es bei Krätze, Verbrennungen und Erfrierungen, zur Desinfektion und zur Abwehr von Mücken Anwendung.

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Anwendung bei rheumatischen Beschwerden und bei Nervenschmerzen

Seltener als bei chronischen Atemwegserkrankungen wird Terpentinöl auch bei rheumatischen Beschwerden und Nervenschmerzen eingesetzt. Vor allem Beschwerden durch Rheuma verursachen häufig Schmerzen der Muskulatur und der Gelenke. Nervenschmerzen hingegen entstehen durch die Schädigung eines Nervens wie es oft bei einem Bandscheibenvorfall vorkommt.

Bei äußerlicher Anwendung von gereinigtem Terpentinöl kommt es zur Gewebereizung der entsprechenden Stelle. Dadurch wird die Durchblutung gefördert und Schmerzen können in Folge nachlassen.

Terpentinöl

Darreichungsform und Dosierung des Terpentinöls

Die Anwendung von Terpentinöl als Hausmittel ist theoretisch möglich. Aufgrund der Fülle an Anwendungsbeschränkungen möchten wir Sie jedoch bitten, auf Fertigarzneimittel zurückzugreifen, die eine genaue Dosierung ermöglichen.

Terpentinöl

Risiken und Nebenwirkungen

Bitte beachten Sie: Risiken sind bei der Anwendung von bestimmungsgemäßen Dosen des Terpentinöls nicht zu erwarten.

Achtung! Bei Säuglingen und Kleinkindern darf keine Anwendung im Bereich des Gesichtes, speziell der Nase, erfolgen. Es kann zur Unterdrückung der Atemfunktion und nachfolgend zum Atemstillstand kommen! Auch kann ein Krampf der Zungenmuskulatur auftreten.

Trotz der Anwendungsbeschränkungen speziell für Kinder ist anzumerken, dass Todesfälle von Kindern, die in der Literatur beschrieben werden, auf Lösungsmittel für Farben und Lacke zurückgehen. Die tödliche Dosis für 1- bis 3-jährige Kinder des gereinigten Terpentinöls liegt bei 10 bis 15 ml.

Daneben können bei unsachgemäßer Anwendung (Überdosierung/ großflächige Anwendung) durch Vergiftungen Nierenschäden und Schädigungen des Zentralnervensystems entstehen.

Bei der Einnahme großer Dosen (auch Inhalation) kann es zu Übelkeit, Erbrechen, Gesichtsrötungen, Halsschmerzen, vermehrtem Speichelfluss, Durst, Durchfall, Darmkrämpfen, Atemnot (auch wie bei einer Erwürgung), Schwindel, Zuckungen, erschwerte Blasenentleerung, Eiweißausscheidung durch den Urin und Hautverfärbungen kommen.

Die tödliche Dosis für einen Erwachsenen liegt bei zirka 50 g.

Darüber hinaus darf Terpentinöl bei folgenden Erkrankungen nicht äußerlich eingesetzt werden: größere Hautverletzungen, akute Hauterkrankungen, Infektionen, Fieber, Bluthochdruck und Herzschwäche (Herzinsuffizienz).

Bitte halten Sie vor der Anwendung mit Terpentinöl Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt.

Bitte dosieren Sie die Präparate wie in der Packungsbeilage angegeben, bzw. wenden Sie die Dosierung an, die Ihr behandelnder Arzt verordnet hat.

Fertigarzneimittel

Extrakte aus Terpentinöl sind als Fertigarzneimittel bisher nicht als Monopräparat verfügbar. Sie erhalten das Öl in Kombination mit anderen Wirkstoffen als Salbe (Mittel gegen Muskel- und Gelenkschmerzen und Abszesse). Zudem erhalten Sie das Öl in seiner reinen Form in Ihrer Apotheke.

Gereinigtes Terpentinöl setzt sich aus wirksamen ätherischen Ölen zusammen, die bei innerlicher und äußerlicher Anwendung erwiesenermaßen bei chronischen Erkrankungen der Bronchien und übermäßiger Sekretproduktion nützen. Äußerlich eingesetzt wirkt Terpentinöl nachweislich bei rheumatischen Beschwerden und bei Nervenschmerzen.

 

Quellen:
  • Heilpflanzen-Welt: Pini aetheroleum – Kiefernnadelöl. http://buecher.heilpflanzen-welt.de/BGA-Kommission-E-Monographien/pini-aetheroleum-kiefernnadeloel.htm, Zugriff am 18.10.11
  • Heilpflanzen-Welt: Pini turiones – Kiefernsprossen. http://buecher.heilpflanzen-welt.de/BGA-Kommission-E-Monographien/pini-turiones-kiefernsprossen.htm, Zugriff am 18.10.11
  • Heilpflanzen-Welt: Terebinthinae aetheroleum rectificatum – gereinigtes Terpentinöl. http://buecher.heilpflanzen-welt.de/BGA-Kommission-E-Monographien/terebinthinae-aetheroleum-rectificatum-gereinigtes-terpentinoel.htm, Zugriff am 18.10.11
  • Lagoni N: Kiefern für Pharmazie und Kosmetik. http://www.lwf.bayern.de/veroeffentlichungen/lwf-wissen/57/lwf-wissen_57-13.pdf, Zugriff am 18.10.11

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.

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Die Angaben sind ausschließlich zu Informations­zwecken bestimmt und stellen keine Kauf- oder Anwendungs­empfehlung dar. Diese Informationen ersetzen auch nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.