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Orthosiphonblätter – Orthosiphonis folium

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Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 24.11.2014
Orthosiphonblätter – Orthosiphonis folium

Spült die Harnwege durch

Die medizinisch eingesetzten Pflanzenteile des Katzenbarts sind die kurz vor der Blüte geernteten und getrockneten Laubblätter sowie Stängelspitzen der Pflanze. Der Wirkstoff wird jedoch kurz als Orthosiphonblätter bezeichnet.

Orthosiphonblätter wirken nachweisbar durchspülend und entwässernd, krampflösend sowie antientzündlich. Der Wirkstoff wird daher bei entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege oder bei Nierengrieß (auch vorbeugend) als Durchspülungstherapeutikum eingesetzt.

Auf einen Blick:

Orthosiphonblätter

  • Wirken: durchspülend, leicht krampflösend, entzündungshemmend
  • Können eingesetzt werden: bei entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege und zur Durchspülungstherapie, bei Nierengrieß

Inhaltsstoffe der Orthosiphonblätter

Für die medizinischen Wirkungen der Orthosiphonblätter sind vor allem die Inhaltsstoffgruppe der Flavonoide und die enthaltenden Kaliumsalze von Interesse. Besonders die fettanziehenden (lipophilen) Flavonoide (Flavone) Sinensetin und Eupatorin sollen die durchspülenden und entzündungshemmenden Eigenschaften der Orthosinphonblätter maßgeblich beeinflussen können. Kaliumsalze hingegen können die Harnausscheidung erhöhen. Vermutlich sind die enthaltenen Terpene und Saponine ebenfalls an diesen Wirkungen beteiligt.

Orthosiphonblätter können krampflösend wirken. Dieser Mechanismus soll durch enthaltene Flavonoide und ätherische Öle ausgelöst werden.

Zusätzlich enthalt der Wirkstoff Kaffeesäure und Rosmarinsäure. Beide Komponenten wirken hemmend auf das Wachstum von Bakterien (bakteriostatisch).

Anwendung bei Erkrankungen der ableitenden Harnwege

Entwässernd und ventkrampfend bei entzündeten Harnwegen

Orthosiphonblätter gehören in die Gruppe der sogenannten Aquaretika. Aquaretika wirken mild entwässernd. Ihre Wirkung kommt durch die Verdünnung und schnelleren Ausscheidung von Harn zustande, der in den Nieren gefiltert wird. Der Effekt kann zudem durch Kalium(salze) zustande kommen.

Orthosiphonblätter enthalten etwa 3% Kaliumsalze, die wahrscheinlich eine erhöhte Harnausscheidung und die Ausscheidung von Elektrolyten wie Natrium, Kalium und Chlorid bewirken.

Bei entzündeten Harnwegen oder wiederkehrenden (rezidivierenden) Harnwegsinfekten, kann die Wirkung langfristig Linderung verschaffen. Denn mit der erhöhten Wasserausscheidung werden nicht nur Wasser und Elektrolyte vermehrt ausgeschieden, sondern vor allem Krankheitskeime, die die Infektionen auslösen! Bestehende Infektionen der ableitenden Harnwege sind zudem oft mit krampfartigen Schmerzen verbunden. Das Besondere an den Orthosiphonblättern ist, dass sie zusätzlich zur entwässernden und keimhemmenden Wirkung auch Krämpfe in den Harnwegen vermindern können.

Verantwortlich für den krampflösenden Effekt sind die enthaltenen Flavonoide und ätherische Öle. Sie wirken direkt auf die glatte Muskulatur der ableitenden Harnwege, sodass sich Verkrampfungen lösen und die Organfunktionen zurück ins Gleichgewicht gebracht werden können.

Wichtig zu beachten ist bei einer Durchspülungstherapie generell, dass viel Wasser getrunken werden muss. Zwei Liter Wasser oder ungesüßte Früchte- bzw. nicht entwässernde Kräutertees eignen sich gut.

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Anwendung zur Behandlung und Vorbeugung bei Nierengrieß

Durchspülend auf die ableitenden Harnwege

Als Nierengrieß wird die Vorstufe von Nierensteinen bezeichnet. Tatsächlich handelt es sich bereits um viele kleine Nierensteine, die jedoch noch über die Harnwege mit dem Urin ausgespült werden können.

Aus diesem Grund sind Orthosiphonblätter in der Therapie sowie zur Vorbeugung von Nierengrieß sehr gut geeignet. Orthosiphonblätter spülen die Harnwege durch ihre entwässernde Wirkung durch, wobei es zu einer vermehrten Harnausscheidung kommt. Kleinste Nierensteine, der Nierengrieß, kann dabei mit dem Urin ausgeschieden werden und die Gefahr der Nierensteinbildung kann eingedämmt werden.

Wie bei Harnwegsinfekten gilt auch im Rahmen der Durchspülungstherapie bei Nierengrieß: viel Trinken! Dies ist die Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie und eine vorbeugende Maßnahme vor Flüssigkeits- und Elektrolytverlusten.

Orthosiphonblätter 

Darreichungsform und Dosierung der Orthosiphonblätter

Tee

Ein Orthosiphonblättertee ist zur Durchspülungstherapie bei Harnwegsinfekten und/ oder Nierengrieß besonders gut zur kurmäßigen Anwendung geeignet. Überbrühen Sie 2-3 Teelöffel (2 bis 3 g) der Orthosiphonblätter mit 1 großen Tasse (250 ml) heißen Wassers. Lassen Sie die Blätter 25 bis 30 Minuten ziehen und filtern Sie den Wirkstoff anschließend durch ein Teesieb ab.

Dosierung

Trinken Sie über einen Zeitraum von 2 bis 3 Wochen täglich 2 bis 3 Tassen des Orthosiphonblättertees.

Orthosiphonblätter 

Risiken und Nebenwirkungen

Bitte beachten Sie: Risiken und Nebenwirkungen sind bei der Anwendung von bestimmungsgemäßen Dosen (Tagesdosis 6 bis 12 g) der Orthosiphonblätter nicht bekannt.

Bei Wassereinlagerungen durch eingeschränkte Herz- und Nierentätigkeit dürfen Orthosiphonblätter jedoch nicht eingesetzt werden.

Bitte dosieren Sie die Präparate wie in der Packungsbeilage angegeben, bzw. wenden Sie die Dosierung an, die Ihr behandelnder Arzt verordnet hat.

Fertigarzneimittel

Orthosiphonblätter sind als Fertigarzneimittel in Form von Kapseln und in Kombination mit anderen Heilpflanzen als Tabletten erhältlich. Bekannt sind Orthosiphonblätter zudem als „Indischer Nierentee“, sie erhalten die gtrockneten Blätter in der Apotheke, diese werden auch in Arzneitees als Wirkstoff eingesetzt.

Orthosiphonblätter wirken nachweislich entwässernd und leicht krampflösend. Sie werden zur Durchspülungstherapie bei entzündlichen Erkrankungen oder bakterieller Belastung der ableitenden Harnwege sowie bei Nierengrieß (auch vorbeugend) eingesetzt.

In der Volksmedizin werden Orthosiphonblätter bei übermäßiger Ausscheidung von weißen und roten Blutkörperchen durch den Urin eingesetzt, bei Rheuma und Gicht.

Quellen:
  • Bäumler, S: Heilpflanzen Praxis Heute. München 2007
  • Schule-Löbbert, M: Katzenbart – Aquaretikum aus Südostasien. Link , Zugriff am 09.02.2012

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.

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