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Kapuzinerkresse – Tropaeolum majus

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Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 05.04.2012
Kapuzinerkresse – Tropaeolum majus

Würzige Heilpflanze mit peruanischen Wurzeln

Spricht man von der Kapuzinerkresse, dann denkt man an wunderschöne, gelbe bis tieforangefarbene, ja sogar karminrote glockenförmige Blüten, oft mit einem dunkelroten Fleck an der Basis und langem achselständigen Sporn. Man denkt vielleicht auch an die Früchte der Pflanze, die den Kapern ganz ähnlich sind. 

Wobei hilft Kapuzinerkresse?

Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus) kann bei verschiedenen Erkrankungen die Regeneration des Körpers unterstützen. Zum einen kann der Wirkstoff bei Infektionen der Harnwege eingesetzt werden, ist aber auch nachweislich bei Entzündungen der Atemwege sowie bei leichten Muskelschmerzen wirksam.

Anerkannte medizinische Anwendungen:
  • Die Kommission E des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte befürwortet die medizinische Anwendung von Kapuzinerkressenkraut innerlich „adjuvant bei Infekten der ableitenden Harnwege und adjuvant bei Katarrhen der Luftwege“, sowie äußerlich „adjuvant bei leichten Muskelschmerzen.“

Wissenswertes über die Kapuzinerkresse

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In ihren heimatlichen Gebieten in Südamerika sind mehr als 60 verschiedene Kapuzinerkressearten bekannt. Als dekorative Kletterpflanze 1684 aus Peru nach Europa gekommen, wurde sie alsbald als anspruchslose und sehr leicht zu züchtende Balkon- und Gartenpflanze geschätzt.

Außerdem erhielt die Kapuzinerkresse auch rasch Einlass in die hiesigen Klostergärten. Schnell stellten die heilkundigen Nonnen und Mönche fest, dass die Blüten und Blätter den Körper stärken und Infektionen vorbeugen können. Der Wortteil „Kapuziner“ kommt wahrscheinlich von der Blütenform, die einen an die Mönchskapuze erinnernden Sporn trägt.

Was damals durch Beobachtung in die Erfahrungsmedizin einfloss, konnte heute größtenteils wissenschaftlich bewiesen und erklärt werden. Je nach Region heißt die Kapuzinerkresse in Deutschland auch Blumenkresse, Gelbes Vögerl, Kapuzinerli, Salatblume, Salatkresse oder Türkische Kresse.

Kapuzinerkresse in der Ernährung

Ist Kapuzinerkresse essbar? Na klar! Schon ihr Name verrät ihren Geschmack. Blüten und Blätter der Kapuzinerkresse schmecken ganz ähnlich wie die Gartenkresse und lassen sich neben der arzneilichen Verwendung auch hervorragend als hübsche und gesunde Tellerdekoration verwenden. Zu viele frische junge Pflanzen sollte man allerdings nicht verzehren, da sie die Magenschleimhaut reizen können. Die Pflanze ist reich an Vitamin C und dieses steckt nicht nur in ihren leuchtenden Blüten. Essbar sind auch die würzigen Blätter sowie ihre Knospen und Samen. Kapuzinerkresse besitzt eine gesunde Schärfe, schmeckt ein wenig nach Senf und Kresse und eignet sich gut als Beigabe in Salaten oder Suppen. Die Schärfe kommt dabei von den Senfölen, die auch in erster Linie für die Heilwirkung der Kapuzinerkresse verantwortlich sind.

Wer die Blätter essen möchte, der nimmt am besten die noch jungen und zarten Blätter für einen frischen Salatteller. Je älter die Blätter sind, desto intensiver entwickelt sich ihr Aroma. Auch wenn mit dem Alter die Konzentration der Inhaltsstoffe zunimmt - der Geschmack ist gewiss nicht jedermanns Sache. Das Blütenaroma ist dezenter. Man kann sie gut als dekorativ-würzige Zutat auf Kräuterquark oder Frischkäse. Die Knospen und unreifen Samen werden in der Kräuterküche in Essig eingelegt wie Kapern verwendet.  

Botanik der Kapuzinerkresse

Die meist einjährige Kapuzinerkresse ist eine 30 cm bis 5 Meter lang wachsende kriechende oder kletternde Pflanze aus der Familie der Kapuzinerkressegewächse (Tropaeolaeae). Als krautige Pflanze entwickelt sie sich aus einer dünnen Hauptwurzel mit vielen unterirdischen Ausläufern. Die wechselständig angeordneten Blätter der Kapuzinerkresse sind lang gestielt, annähernd kreisrund oder schildförmig. Sie können einen Durchmesser von bis zu 5 cm erreichen und sind an der Stängelbasis tief gelappt. Das wichtigste Erkennungsmerkmal der Kapuzinerkresse ist jedoch die glockenförmige Blüte, die von hellgelb bis feuerrot in allen Farbvariationen auftreten kann. Schon aus der untergehenden Blüte erkennt man die sich bildende Frucht, die eine dreiteilige Spaltfrucht ist. Sie ist mit einem Durchmesser von ca. 1 cm von stattlicher Größe und knickt zum Ende der Vegetationsperiode ab. Auf den Boden gefallen, entwickelt sich aus ihr im nächsten Jahr eine neue Kapuzinerkressenpflanze.

Verwendete Pflanzenteile und Inhaltsstoffe der Kapuzinerkresse

Die Kapuzinerkresse ist als medizinischer Wirkstoff sehr ergiebig, da von der langen Kletterpflanze die kompletten oberirdischen Bestandteile (Kraut) eingesetzt werden. Kapuzinerkressenkraut besteht aus den frischen oder getrockneten Stängeln, Blättern, Blüten und Früchten der Heilpflanze.

Die medizinische oder pharmazeutische Bezeichnung des Kapuzinerkressenkrauts lautet Tropaeoli maji herba, dessen Qualität derzeit in keinem Arzneibuch geregelt ist.

Kapuzinerkressenkraut enthält reichlich Glucosinolate (ca. 0,1%) mit seiner Hauptkomponente dem Glucotropaeolin, das beim Zerstören der Zellen in Benzylisothiocyanat liefert.

Außerdem enthält das Kapuzinerkressenkraut viel Vitamin C (ca. 300 mg/100 g) Curcubitacine, Oxalate, Flavonoide, Carotinoide und fettes Öl.

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Die Angaben sind ausschließlich zu Informations­zwecken bestimmt und stellen keine Kauf- oder Anwendungs­empfehlung dar. Diese Informationen ersetzen auch nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.

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Studien zu Kapuzinerkresse – Tropaeolum majus

Studientitel
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Jahr
2012, 2011, 2007, 2007, 2006, 1958
Kurzinfo
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Studientitel
Colonization with extended-spectrum beta-lactamase-producing and carbapenemase-producing Enterobacteriaceae in international travelers returning to Germany (und weitere 5 Studien)
Jahr
2015, 2014, 2014, 2013, 2013, 2006
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