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Kalmuswurzel – Calami rhizoma

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Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 24.11.2016
Kalmuswurzel – Calami rhizoma

Wirksam bei Reizmagen und Appetitlosigkeit

Der medizinische Wirkstoff des Kalmus ist sein Wurzelstock. Kalmuswurzel-Extrakte wirken nachweislich stärkend auf den Magen. Sie können die Magensaftbildung anregen, lindern Krämpfe, sorgen für eine verbesserte Durchblutung des Magens und können den Appetit steigern. Deshalb kann die Kalmuswurzel besonders gut bei Magenbeschwerden, speziell bei Reizmagen und Appetitlosigkeit angewendet werden. In der Volksmedizin wird Kalmus zusätzlich äußerlich bei Rheuma, Zahnfleischentzündungen und Halsentzündungen eingesetzt.

Auf einen Blick:

Kalmuswurzel

  • Wirkt: kräftigend auf den Magen, fördernd auf die Magensaftbildung, appetitanregend, krampflösend, durchblutungsfördernd, reizlindernd
  • Kann eingesetzt werden: Magen-Darmbeschwerden, Appetitlosigkeit

Inhaltsstoffe der Kalmuswurzel

Die Wirkungen der Kalmuswurzel geht auf verschiedene Inhaltsstoffe zurück. Der Wurzelstock enthält Bitterstoffe wie Acorin, die den Magen stärken können. Gleichzeitig sorgen die Bitterstoffe dafür, dass der Appetit angeregt und vermehrt Magensaft gebildet wird.

Zusätzlich enthält der Wurzelstock zwischen 2 bis 6 Prozent ätherische Öle, vor allem β-Asaron. Auf diese Öle gehen die krampflösenden und durchblutungsfördernden Effekte zurück. Zudem wirken sie reizlindernd und helfen bei Magenempfindlichkeit. Diese Reaktion ist den enthaltenen Schleimstoffen zuzuordnen. Auch Gerbstoffe sind in der Kalmuswurzel enthalten. 

Wirkung bei Magen-Darmbeschwerden

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Stärkend auf den Magen

Die wirksamkeitsbestimmenden Komponenten der Kalmuswurzel sind die enthaltenen Bitterstoffe, ätherische Öle und Schleimstoffe.

Bei Reizmagen, der sich durch Magenkrämpfe äußern kann, oder bei Magengeschwüren ist die Schleimhaut des Magens häufig verkrampft. Bei der Anwendung der Kalmuswurzel tragen vor allem ihre durchblutungsfördernden ätherischen Öle dazu bei, dass sich die Schleimhaut lockert. Diese Wirkung wird durch die Bitterstoffe unterstützt, die die Bildung von Verdauungssäften anregen. Dadurch kann speziell das Nahrungseiweiß im Magen schneller zerlegt und vom Körper aufgenommen werden. Der Magen wird also zügiger entleert und dadurch entlastet.

Außerdem enthält die Kalmuswurzel wertvolle Schleimstoffe. Schleimstoffe können eine Art Schutzhülle auf Oberflächen wie Schleimhäuten entwickeln. Sie mildern Entzündungen und aggressive Reize von außen und übernehmen im Magen eine Schutzfunktion, wodurch das Organ unempfindlicher wird.

Wirkung bei Appetitlosigkeit

Anregend auf die Verdauungssäfte bei Appetitlosigkeit

Bitterstoffe eignen sich bestens bei Appetitlosigkeit. Unsere Zunge verfügt über Bitterrezeptoren in den Geschmacksknospen, die die Speichelbildung anregen. Gleichzeitig regen Bitterstoffe auch die Magensaftbildung an. Dies passiert bereits im Mund über einen Gehirnnerv (Vagusnerv). Es kommt zur vermehrten Freisetzung des Verdauungshormons Gastrin. Dieses Hormon steigert wiederum die Bildung von Magensäure, regt die Muskelbewegungen im Magen-Darmbereich an und kann die Bildung von Verdauungssäften der Bauchspeicheldrüse und der Leber (Galle) fördern. Diese Kettenreaktion führt dazu, dass man Hunger bekommt und die Verdauung erleichtert wird. Aus diesem Grund ist die Kalmuswurzel einer der wenigen pflanzlichen Wirkstoffe, die begleitend zur Vorbeugung und Behandlung von Magersucht (Anorexia nervosa) eingesetzt werden können.

Die magenstärkenden Wirkungen und auch die Effekte gegen Appetitlosigkeit des Kalmus wurden gut untersucht und werden in der Heilpflanzen-Praxis gerne eingesetzt. Trotz fehlender Bewertung von offizieller medizinischer Seite, gelten die Anwendungsbereiche als wissenschaftlich belegt.

Kalmuswurzel

Anwendung und Dosierung der Kalmuswurzel

Kalmuswurzeltee

Bei einem empfindlichen Magen, Magenschleimhautentzündungen, Blähungen und Appetitlosigkeit ist ein Kalmuswurzeltee ein wirksames Mittel. Überbrühen Sie 1 bis 2 Teelöffel (1 bis 1,5 g) des trockenen, zerkleinerten und geschälten Wurzelstocks mit 1 Tasse (150 ml) kochendem Wasser. Lassen Sie den Tee 5 Minuten ziehen und sieben Sie den Wurzelstock anschließend durch ein Teesieb ab.

Dosierung

Am besten wird der Kalmustee bis zu dreimal täglich vor den Mahlzeiten getrunken.

Kalmuswurzel

Risiken und Nebenwirkungen

Bitte beachten Sie: Risiken und Nebenwirkungen sind bei der Anwendung von bestimmungsgemäßen Dosen des europäischen Kalmuswurzelstocks, der bis 15% β-Asaron enthält, nicht bekannt.

Zubereitungen mit Kalmuswurzel, die bei Verdauungsbeschwerden, Magengeschwüren und Magenschleimhautentzündungen eingesetzt werden, sind üblicherweise gut verträglich. Bei Langzeitanwendungen sollte jedoch Rücksprache mit dem behandelnden Arzt gehalten werden.

Während der Schwangerschaft sollte Kalmus nicht angewendet werden.

Gewarnt und abgeraten wird vor dem Gebrauch indischer Kalmusöle. Sie zeigten im Tierversuch krebsauslösende Wirkungen. In deutschen Apotheken erhältliche Kalmuswurzeln stammen aus Europa, sind per Verordnung nach dem Arzneibuch geprüft und daher ohne Risiko anzuwenden.

Bitte dosieren Sie die Präparate wie in der Packungsbeilage angegeben, bzw. wenden Sie die Dosierung an, die Ihr behandelnder Arzt verordnet hat.

Fertigarzneimittel

Extrakte aus dem Kalmuswurzelstock sind als Fertigarzneimittel derzeit nicht erhältlich. Sie können die Wurzel jedoch in getrockneter Form in Ihrer Apotheke erwerben (z.B. für Teezubereitungen).

Die Wurzel des Kalmus kann aufgrund seiner Bitterstoffe, ätherischen Öle und Schleimstoffe besonders gut bei Verdauungsbeschwerden, Magengeschwüren, Magenschleimhautentzündungen und Appetitlosigkeit eingesetzt werden. Die Wirkungen gelten als wissenschaftlich belegt, sind jedoch von medizinischer Seite (noch) nicht offiziell anerkannt.

 

Quellen:
  • Teuscher E, Melzig MF, Lindequist U: Biogene Arzneimittel. 6. Auflage, Stuttgart 2004
  • Tierra M: Westliche Heilkräuter in TCM und Ayurveda. München & Jena 2001
  • Wantanabe T, Rajbhandri KR, Malla KJ et al.: A Handbook of Medical Plants of Nepal. Bangkok 2005
 
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Die Angaben sind ausschließlich zu Informations­zwecken bestimmt und stellen keine Kauf- oder Anwendungs­empfehlung dar. Diese Informationen ersetzen auch nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.