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Ingwer – Zingiber officinale

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Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 27.02.2014
Ingwer – Zingiber officinale

Scharfe Knolle mit milder Wirkung

Die knollige Wurzel aus Fernost findet sich als würzige Ingredienz seit geraumer Zeit in den verschiedensten Rezepten wieder, nicht nur wenn es um die asiatische Küche geht. Dabei verleiht sie unserem Essen neben ihrem leckeren Aroma auch eine angenehm milde, detaillierte Schärfe – und das hilft der Gesundheit. Bereits im Mund regt Ingwer den Verdauungsapparat an und ist daher, bei fester Integration in den Speiseplan, ein verlässliches Mittel gegen unangenehme Störungen der Magen- und Darmharmonie. Aber auch auf strapaziösen Reisen kann uns der Ingwer ein verlässlicher Begleiter sein. 

Wobei hilft der Ingwer?

Als Heilpflanze hat Ingwer seit Jahrtausenden eine Bedeutung in der Medizin – und zwar weltweit. Er wirkt mit seinen ätherischen Ölen und Scharfstoffen gegen Verdauungsbeschwerden, da diese die Verdauungssäfte ankurbeln. Er wirkt Krämpfen und Blähungen entgegen, stärkt die Durchblutung des Magens und fördert die Nährstoffaufnahme aus der Nahrung. Außerdem kann Ingwer bei Übelkeit, Schwindel und Erbrechen helfen sowie vorbeugend gegen Reiseübelkeit. 

Anerkannte medizinische Anwendung:
  • Die Kommission E des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte empfiehlt Extrakte aus dem Ingwerwurzelstock bei „dyspeptischen Beschwerden und zur Verhütung der Symptome der Reisekrankheit.“
  • Zusätzlich befürwortet der europäische Dachverband der nationalen Gesellschaften für Phytotherapie (ESCOP) die Anwendung „zur Prophylaxe der Reise-Übelkeit und Erbrechen und als postoperatives Antiemetikum bei kleineren chirurgischen Eingriffen."

Wissenswertes über den Ingwer

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Besonders interessant wird es, wenn man weiß, dass sich das arabische „gingebil“ für Ingwer von „Gingi“ für Indien abgeleitet. Geht der Name „Indien“ also gar auf „Ingwer“, genauer gesagt, auf „Zingiber“ zurück? 

Fakt ist, dass Ingwer auf eine sehr lange Geschichte zurückblickt. So heißt es in einer Sage, dass „Gott Enki dem Land Wohlstand versprach und ihm Wasser schenkte“. Schon allein deshalb musste der Inselstaat Bahrain zu einem „Brennpunkt eines weitreichenden Handels“ werden. Die Jahrtausende alte Hochkultur Bahrain schickte ihre Handelsschiffe nach Indien, vermutlich sogar bis ins ferne China. Edle Hölzer, wertvolle Gewänder, seltene Heilpflanzen und andere Kostbarkeiten wurden nach langen und gefährlichen Reisen zurück in die heimischen Häfen gebracht und dort wieder umgeschlagen. Natürlich waren auch wertvolle Gewürze unter den Handelsgütern, die schließlich auf dem Landweg in Richtung Westen bis nach Griechenland und später auch nach Rom gebracht wurden. Darunter auch der seit jeher teuer gehandelte Ingwer. 

Über die Alpen muss Ingwer schon sehr früh zu uns gekommen sein. Vielleicht waren es die Römer, die ihn als Heilpflanze und Gewürz auf ihren Eroberungszügen gen Norden im Marschgepäck hatten.

Von Konfuzius wird berichtet, er habe empfohlen, kandierten Ingwer auf die Reise mitzunehmen, um so die „Unbillen“ besser zu bestehen. Ob Konfuzius auch Seereisen gemeint hat, weiß man nicht. Bekannt ist aber, dass Ingwer bei Reisekrankheit mit Übelkeit und Erbrechen helfen kann.

Heute wird der Ingwer in fast allen tropischen Gebieten feldmäßig angebaut.

Botanik des Ingwer

Ingwer ist ein schilfähnliches, mehrjähriges Gewächs, das eine nach ihm benannte Familie besitzt: die Ingwergewächse (Zingiberacae). Die Pflanze ist kriechend und breitet sich auf einem dicken, knolligen Wurzelstock unterirdisch aus. Oberirdisch hat Ingwer bis über 20 Zentimeter lange, lineallanzettliche Blätter. Seine Blütentriebe sind lang mit dichtem Blütenstand, wobei die Einzelblüten von Deckblättern umgeben sind. Die Blütezeit des Ingwers liegt zwischen Juli und August.

Verwendete Pflanzenteile und Inhaltsstoffe des Ingwer

Der Wirkstoff des Ingwers ist sein Rhizom, das in der medizinischen und pharmazeutischen Fachsprache auch als Zingiberis rhizoma bezeichnet wird. In der Alltagssprache wird der Ingwerwurzelstock aber meistens einfach Ingwerwurzel genannt.

Die Anforderungen an die Qualität zur Herstellung von medizinischen Ingwerprodukten sind durch das Europäische Arzneibuch (PhEur) geregelt. Dazu gehören auch die Inhaltsstoffe.

Ingwer enthält aromatisch duftende ätherische Öle und Scharfstoffe, vor allem Gingerole und Shoagole. Shoagole bilden sich erst während der Lagerung des Ingwers und entstehen aus Gingerolen.

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Die Angaben sind ausschließlich zu Informations­zwecken bestimmt und stellen keine Kauf- oder Anwendungs­empfehlung dar. Diese Informationen ersetzen auch nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.

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