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Huflattich – Tussilago farfara

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Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 13.03.2017
Huflattich – Tussilago farfara

Frühblühender Korbblütler für gesunde Atemwege

Die leuchtend gelben Blüten des Huflattichs künden uns wie kleine Sonnen von den ersten Frühlingstagen. Ungewöhnlich dabei: Die Pflanze bildet schon sechs Wochen bevor ihr überhaupt Blätter wachsen ihre honigduftende Blüte aus. Beim Huflattich, wie bei vielen anderen wildwachsenden Heilpflanzen, gibt der lateinische Name Tussilago farfara einen eindeutigen Hinweis auf den Verwendungszweck der Pflanze. Die sinngemäße Übersetzung von „Tussilago“ lautet nämlich: Ich vertreibe Husten! Tatsächlich ist der Huflattich einer der besten natürlichen Hustenlöser, da er reich ist an Schleimstoffen, die sich wie ein Schutzfilm auf gereizte Schleimhäute legen. Der Artname (farfara = mehlbestäubt) weist dabei auf den feinfilzigen Haarbesatz auf der Unterseite der großen Blätter hin. Die Heilpflanze des Jahres 1994 ist leider in den letzten Jahrzehnten etwas in Verruf geraten. 

Die Heilwirkung des Huflattich

Die medizinische Wirksamkeit des Huflattichs bei Husten ist bereits seit der Antike bekannt. Nach heutigem Wissen helfen Huflattichblätter nachweislich gegen akute Entzündungen der Atemwege, die mit Husten und Heiserkeit verbunden sind, sowie bei leichten entzündlichen Erkrankungen der Mund- und Rachenschleimhaut (Mundschleimhautentzündung, StomatitisZahnfleischentzündungHalsschmerzen).

Offiziell bestätigte Wirkung:
  • Die Kommission E des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte befürwortet die therapeutische Anwendung der Huflattichblätter „bei akuten Katarrhen der Luftwege mit Husten und Heiserkeit und bei akuten, leichten Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut.“

Wissenswertes über den Huflattich

Von besonderer Bedeutung ist die Blüte des Huflattichs, die sich aus 200 bis 350 Einzelblüten zusammensetzt. An den tief in den Blüten verborgenen Nektar kommen nur die Insekten heran, die einen speziell angepassten, langen und schlanken Rüssel haben. Dazu gehören u.a. Schmetterlinge. Die Kurzrüsseligen müssen sich also andere Nahrungsquellen suchen. Auf diese Weise ist die Konkurrenz der Tiere untereinander in Grenzen gehalten.

Als Heilmittel war der Huflattich bereits in der Antike bekannt und wurde von arabischen, griechischen und römischen Ärzten gleichermaßen als wirksames Arzneimittel gegen Husten geschätzt. Im Mittelalter (11. Jahrhundert) schrieb die Heilkundige Hildegard von Bingen im Zusammenhang mit seiner hustenlindernden Wirkung über den Huflattich: „Zusammen mit der Wegerichwurzel und der Birnenmistel soll der Huflattich in Wein eingelegt und dann getrunken werden.“ Außerdem wurde die kleine Pflanze von der Äbtissin als Auflage bei geschwollenen Drüsen empfohlen.

Früher wurde Huflattich übrigens als Tabakersatz gebraucht. Pflanzenkundige wie der Schweizer Kräuterpfarrer Künzle empfohlen die Huflattichblätter in Kombination mit anderen Heilkräutern wie Minze und Spitzwegerich als Asthma-Mischung, um diese in der Pfeife oder als Kräuterzigaretten zu rauchen. In diesem Zusammenhang stehen auch einige der volkstümlichen Namen des Huflattich wie Bachblümlein, Zeitröserl, Brandlattich, Heilblatt, Teeblüml, Roßlattich, Tabakkraut oder Hustenblätter.

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Botanische Merkmale des Huflattichs

Die ausdauernde, krautige Pflanze aus der Familie der Korbblütengewächse (Asteraceae) überdauert den Winter mit einem kriechendem, unterirdische Ausläufer treibenden und von Schuppen bedeckten Wurzelstock, an dem sich zwei verschiedenartige Knospen bilden.

Aus der ersten Knospe gehen mit Schuppenblättern besetzte Blütenstängel hervor, die zur Blütezeit 10 bis 15 cm und zur Fruchtzeit 20 bis 30 cm in die Höhe wachsen. Sie sind leicht zu erkennen an den leuchtend gelben Blütenköpfchen, die wunderbar nach Honig duften und den nahenden Frühling ankündigen.

Die zweite Knospe bildet ledrige, langgestielte hufeisenförmige Blätter aus, die erst nach dem Verwelken der Blütenstängel erscheinen und im Jugendstadium beidseitig weißfilzig sind. Die zarte Behaarung schützt die Pflanze gegen Kälte und kalten Tau. Diese Behaarung bildet sich mit der Zeit vollständig zurück. Ausgewachsene Huflattichblätter haben eine sehr weiche Oberfläche, durch die man sie sehr gut vom Pestwurz unterscheiden kann, der dem Huflattich zwar ähnlich sieht, aber viel rauere Blätter besitzt. 

Die gelben, nektarreichen Blütensonnen neigen sich während der Nacht nach unten, bei kaltem oder regnerischen Wetter öffnen sie sich überhaupt nicht. Der Huflattich blüht in den Monaten Februar bis Mai. Die Frucht (Achäne) ist mit einem Haarkranz (Pappus) versehen.

Anbau und Ernte des Huflattich

Der Anbau des Huflattich ist unüblich, am besten sammelt man ihn einfach in der freien Natur. Als Pionier unter den Pflanzen besiedelt und befestigt der Huflattich lehmige und verdichtete Rohböden. An feuchten Wegesrändern, steinigen Böschungen, Bachufern und in Tongruben sprießen im zeitigen Frühjahr die aus dem Wurzelstock kriechenden Sproßachsen. Er ist eine der wenigen Pflanzen, die auf reiner Braunkohle wachsen können. Als sogenannte „Schuttpflanze“ fand man ihn auch nach dem Krieg massenhaft auf den Trümmern zerstörter Städte.

Die Huflattichblüten werden heute in der Pflanzenheilkunde nicht mehr verwendet, da sie aufgrund ihres Pyrrolizidin-Gehaltes im Verdacht stehen, die Leber zu schädigen. Für die Wildkräuterküche ist eine kleine Menge der hübschen Huflattichblüten aber gut geeignet und unbedenklich. Die gelben Blütenköpfchen erntet man am besten bei schönem Wetter im März und April. 

Ab April können für die Hausapotheke die jungen bis handtellergroßen Huflattichblätter geerntet werden. Aufgrund ihres Schleimstoffgehaltes dürfen sie nicht gewaschen werden, müssen aber rasch trocknen, damit sie nicht schimmeln. Auch sie enthalten giftige Alkaloide. 

Generell sollte Huflattich aufgrund seiner toxischen Inhaltsstoffe nie in großen Mengen und auch nur selten verzehrt werden. Gleiche Vorsicht gilt für die Anwendung als Heilkraut, die nur kurzzeitig erfolgen sollte. Weitere Anwendungshinweise finden Sie im Beitrag über die Huflattichblätter. Ein guter Ersatz für Huflattich bei Reizhusten sind Malvenblüten.

Verwendete Pflanzenteile und Inhaltsstoffe des Huflattichs

Medizinische Wirkstoffe des Huflattichs sind seine Blätter. Sie bestehen aus den frischen oder getrockneten Laubblättern des Huflattichs und heißen in der medizinischen und pharmazeutischen Fachsprache Farfarae folium. Anforderungen an die Qualität der Huflattichblätter sind im Deutschen Arzneibuch (DAB) geregelt. Huflattichblätter enthalten bis zu 8% Schleimstoffe, etwa 5% Gerbstoffe, Steroide, Pyrrolizidinalkaloide (nicht in allen Herkünften) und Flavonoide.

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.

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Die Angaben sind ausschließlich zu Informations­zwecken bestimmt und stellen keine Kauf- oder Anwendungs­empfehlung dar. Diese Informationen ersetzen auch nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.