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Herzgespannkraut – Leonuri cardiacae herba

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Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 07.11.2014
Herzgespannkraut – Leonuri cardiacae herba

Aktiviert den „Ruhenerv“ und entlastet das Herz

Zu den wirksamen Pflanzenteilen des Herzgespanns gehören die während der Blüte gesammelten Stängel, Blätter und Blüten (Kraut) der Heilpflanze. Herzgespannkraut wirkt aktivierend auf den erholungsfördernden Teil des vegetativen Nervensystems, den sogenannten Ruhenerv (Parasympathikus). Dabei kann es zu einer Verlangsamung des Herzschlages kommen sowie zu einem leichten Blutdruckabfall. Außerdem kann bei langfristiger Anwendung ein beruhigender Effekt eintreten.

Daher empfiehlt sich Herzgespann als Heilpflanze vor allem für Menschen, die an nervösen Herzbeschwerden (z.B. Herzrasen) leiden. Es kann in diesem Zusammenhang ebenfalls unterstützend bei einer Schilddrüsenüberfunktion eingesetzt werden, da bei dieser Erkrankung nervöse Beschwerden und eine erhöhte Herzfrequenz häufig auftreten können.

In der Volksmedizin wird Herzgespannkraut bei Migräne, Angstgefühlen und Beklemmungen, Hysterie und bei Beschwerden der Wechseljahre eingesetzt.

Auf einen Blick:

Herzgespannkraut

  • Wirkt: pulssenkend, leicht blutdrucksenkend, beruhigend (bei Langzeitanwendung)
  • Kann eingesetzt werden: bei nervösen Herzbeschwerden, zur Unterstützung bei Schilddrüsenüberfunktion

Inhaltsstoffe des Herzgespannkrauts

Über die wirksamkeitsbestimmenden Inhaltsstoffe des Herzgespanns liegen der Pflanzenforschung derzeit nur spärliche Informationen vor. Dabei enthält der Wirkstoff einen breiten Mix aus Iridoiden wie Ajugosid und Ajugol, Diterpenen, Bitterstoffen, Flavonoiden, Gerbstoffen (Zusammensetzung noch unbekannt), Triterpenen sowie in geringen Mengen ätherische Öle und Kaffeesäurederivate. Allein über die Irdoide weiß man, dass sie bei einer längerfristigen Anwendung eine beruhigende Wirkung entfalten.

Die Tatsache, dass die genauen Wirkungen der Inhaltsstoffe noch nicht ermittelt werden konnte, muss aber nicht bedeuteten, dass das Herzgespannkraut unwirksam ist. Die Inhaltsstoffe, Analytik, Wirkungen und Anwendungsgebiete bedürfen lediglich einer Überprüfung. Die Wirkung von Herzgespannkraut ist medizinisch gesichert und wird offiziell empfohlen. 

Wirkung bei nervösen Herzbeschwerden und unterstützend bei Schilddrüsenüberfunktion

Entspannend auf den Herzmuskel

Herzgespann kann die innere Ruhe und Erholung unterstützen. Es wirkt dabei auf den Teil des vegetativen Nervensystems, der auch als „Ruhenerv“ (Parasympathikus) bezeichnet wird. Der Parasympathikus steht für erholungsfördernde Reize und bewirkt beispielsweise, dass nach aktiven Phasen die Herzfrequenz gesenkt wird, der Blutdruck sinkt und im Körper Ruhe und Entspannung einkehren können.

Obwohl das Herzgespannkraut zu den ganz alten, seit langer Zeit traditionell genutzten Heilpflanzen in Deutschland gehört, ist es wissenschaftlich noch nicht sehr gut erforscht. Einzig die Wirkungsweise der im Herzgespannkraut enthaltenen Iridoide wurde entschlüsselt. Das sind sekundäre Pflanzenstoffe, die der Pflanze zur Abwehr von Fressfeinden dienen. Sie wirken – ähnlich wie in der Baldrianwurzel – bei Langzeitanwendung (mehrere Monate) beruhigend.

Da das Herzgespannkraut gesichert über eine aktivierende Wirkung auf den Parasympathikus verfügt, ist davon auszgehen, dass es auch bei nervösen Herzbeschwerden (z.B. Herzrasen) vor dem Hintergrund einer Schilddrüsenüberfunktion helfen kann.

Herzgespannkraut

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Anwendung und Dosierung des Herzgespannkrauts

Herzgespann-Tee

Herzgespannkraut sich gut zur Behandlung von nervösen Herzbeschwerden, die sich vor allem durch Herzrasen äußern. Für einen Herzgespann-Tee setzen Sie einen Teelöffel (1 g) des Krauts mit 1 Tasse kochendem (150 ml) Wasser an. Lassen Sie den Tee etwa 10 Minuten ziehen bevor Sie das Kraut absieben.

Dosierung

Trinken Sie täglich bis zu vier Tassen Herzgespann-Tee, dies möglichst über einen Zeitraum von mehreren Monaten.

Kräutertee-Kombination mit Herzgespannkraut

Bei nervösen Herzbeschwerden (auch Herzrhythmusstörungen) kann Herzgespannkraut auch mit anderen Heilpflanzen kombiniert werden. Für diese Teemischung benötigen Sie

  • Herzgespannkraut 20,0 g
  • Johanniskraut 15,0 g
  • Weißdornblätter mit Blüten 10,0 g
  • Baldrianwurzel 10,0 g
  • Kümmelfrüchte (angestoßen) 5,0 g
  • Übergießen Sie hierzu 1 Esslöffel der Teemischung mit einer Tasse (150 ml) heißen Wassers und lassen Sie den Tee 10 Minuten lang zugedeckt ruhen. Sieben Sie die Mischung anschließend durch einen Teefilter ab.

Dosierung

Trinken Sie bis zu 3-mal täglich eine Tasse der Teemischung.

Herzgespannkraut

Risiken und Nebenwirkungen

Bitte beachten Sie: Risiken und Nebenwirkungen sind bei der Anwendung von bestimmungsgemäßen Dosen (Tagesdosis 4,5 g) des Herzgespannkrauts nicht bekannt.

Bitte dosieren Sie die Präparate wie in der Packungsbeilage angegeben bzw. wenden Sie die Dosierung an, die Ihr behandelnder Arzt verordnet hat.

Fertigarzneimittel

Herzgespannkraut ist als Fertigpräparat in Kombination mit anderen Heilpflanzen als traditionelles Arzneimittel in Form von Tropfen erhältlich. Das getrocknete Kraut ist in der Apotheke erhältlich.

Herzgespannkraut eignet sich gut zur Behandlung von nervösen Herzbeschwerden, wie Herzrasen. Außerdem kann es unterstützend bei einer Schilddrüsenüberfunktion eingesetzt werden, vor allem dann, wenn ein erhöhter Puls sowie Unruhe vorliegen.

 

Quellen:
  • Bäumler, S: Heilpflanzen Praxis Heute. München 2007
  • Schulz V, Hänsel R: Rationale Phytotherapie. 3. Auflage, Berlin, Heidelberg, New-York 1996

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.